Große Träger von Heimen und Kliniken

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Als Träger eines Heimes oder einer Klinik wird die natürliche oder juristische Person bezeichnet, die das Heim oder die Klinik unterhält. Der Träger stellt Personal und Sachmittel zur Verfügung. Er hat für die Kosten aufzukommen und ist für den ordnungsgemäßen Betrieb verantwortlich. Der Träger oder eine Vereinigung gleicher Träger schließt mit den Landesverbänden der Pflegekassen den Versorgungsvertrag sowie die Pflegesatzvereinbarung. Mit dem Heimbewohner schließt er den Heimvertrag. Der Klinikträger schließt entsprechende Verträge mit den Krankenkassen sowie den Behandlungsvertrag mit dem Patienten.

Staatliche und private Träger[Bearbeiten]

Es gibt staatliche Träger in öffentlich-rechtlicher Rechtsform (z.B. Körperschaft des öffentlichen Rechts, wie Städte und Gemeinden) oder in privatrechtlicher Rechtsform, besonders im Bereich der Krankenhausversorgung und freie Träger in privatrechtlicher Rechtsform, zum Beispiel eingetragener Verein oder (g)GmbH. Private Träger können gewerblich, also mit Gewinnerzielungsabsicht, oder freigemeinnützig, also selbstlos sein. Der Ausdruck "freigemeinnützige Träger" meint überwiegend die Wohlfahrtsverbände. Sie betreiben sehr oft sowohl Altenheime als auch Kliniken.

55 Prozent der Altenheimplätze in Deutschland sind freigemeinnützigen Trägerverbänden zugeordnet, 37 % privat und 8 % gehören öffentlichen Trägern. Regional gibt es sehr deutliche Unterschiede aufgrund historisch gewachsener Strukturen.

Wohlfahrtsverbände[Bearbeiten]

Im Jahr 2005 gab es in der Bundesrepublik 9.743 Pflegeheime mit insgesamt 713.195 Plätzen. Von diesen Pflegeheimen war mehr als die Hälfte in der Trägerschaft der freigemeinnützigen Wohlfahrtsverbände:

sowie einige weitere gemeinnützige Organisationen, die keinem der Wohlfahrtsverbände angehören.

Allein der Deutsche Caritasverband z. B. betreibt insgesamt einen Anteil von 14 % an allen Pflegeheimen, also etwa 1300 bis 1400 Heime.

Im Diakonie-Branchenverzeichnis der Heime und vollstationäre Einrichtungen sowie sonstigen Wohnformen der Altenhilfe nennt die Diakonie 784 vollstationäre Einrichtungen (evtl. mit Kurzzeitpflegeplätzen) und weitere 34 vollstationäre Einrichtungen mit pflegefachlichem Schwerpunkt (zumeist für an Demenz Erkrankte). Die Statistiken zeigen weiter, dass die beiden großen Kirchen dabei durchaus die größeren, leistungsfähigeren Einrichtungen betreiben. Jedoch muss hinzugefügt werden, dass die Eigentümer jeweils lokale Verbände sind. Und ihr Gewicht ist regional sehr verschieden. In Baden-Württemberg waren es zum 1. Jan. 2006 z. B. 39 % durch die beiden Kirchen, 20,3 % durch sonstige gemeinnützige Träger, 28 % von privaten Gewerbetreibenden und durch staatliche Einrichtungen bzw. öffentlich verwaltete Stiftungen 13 Prozent.[1] Die Pflege in Heimen wurde in Schleswig-Holstein von 38,7 %, in Brandenburg und Hessen dagegen nur von knapp 25 % benötigt (Quelle wie vor). Hier zeigt sich vermutlich ein starker Zusammenhang mit dem Ausbau der Sozialstationen. Innerhalb der Bundesländer gibt es jeweils noch einen starken Stadt-Land-Unterschied im Ausmaß der Nutzung der Heime.

Pflegeheimketten[Bearbeiten]

Als Pflegeheimkette kann man Pflegeheime bezeichnen, deren Betreiber rechtlich und wirtschaftlich in einem Konzern zusammengeschlossen sind. Es können auch andere Einrichtungen, wie Akut- und Reha-Krankenhäuser in dem Konzern eingeschlossen sein. Pflegeheimketten sind vor allem im Bereich der privaten Trägerschaft verbreitet. Die beteiligten Unternehmen haben unterschiedliche Rechtformen, meist Gesellschaften mit beschränkter Haftung, Stiftungen oder Aktiengesellschaften, die teilweise steuerrechtlich als gemeinnützig anerkannt sind. Die Verbreitung der Pflegeheimketten hat im letzten Jahrzehnt in Deutschland nur sehr langsam zugenommen. Immer noch sind die meisten Häuser nicht konzernangehörige Einrichtungen für weniger als 150 alte Menschen. Pflegeheimketten wachsen entweder über Akquisition von vorhandenen Einrichtungen oder über den Neubau gleichartig strukturierter Heime an verschiedenen Standorten. Zunächst gab es Ketten im Hochpreis-Segment der Wohnheime (Wohnstifte, Residenzen u. ä.), die sich bewusst in ihrem Leistungsspektrum von den bis dahin üblichen dreistufigen Wohn-, Altenheimen und den Pflegeheimen absetzten.

Zu den größten Pflegeheimketten in Deutschland zählen:

Curanum gehört zur französischen Korian-Gruppe, die Europas Marktführer im stationären Pflegemarkt ist und mit den PHÖNIX Seniorenzentren bereits seit 2007 in Deutschland aktiv ist. Kurana gehört zur w:Dussmann-Gruppe.

Krankenhausketten[Bearbeiten]

Eine Krankenhauskette oder Klinikgruppe ist ein Krankenhaus- oder Mischkonzern, der mehrere Krankenhäuser bzw. Kliniken (auh Univ.kliniken) betreibt. Krankenhausketten sind vor allem im Bereich der privaten Trägerschaft verbreitet. Es handelt sich dabei um Unternehmensverbünde rechtlich selbständiger Unternehmen.

Während beim Begriff „Kette“ der Fokus auf den konstituierenden Merkmalen Mehrgliedrigkeit, gleicher Name und qualitativ gleiches Angebot liegt, rücken beim Begriff „Krankenhauskonzern“ die leistungs- und finanzwirtschaftliche Zusammengehörigkeit in den Mittelpunkt.

Die Verbreitung der Krankenhausketten hat im letzten Jahrzehnt in Deutschland stark zugenommen, wie das Wachstum des privaten Krankenhaussektors allgemein. Krankenhausketten wachsen fast ausschließlich über Akquisition von Krankenhauseinrichtungen mit Versorgungsauftrag bzw. Plankrankenhaus-Status. Hintergrund ist, dass nur auf diese Weise eine Teilnahme an der Versorgung der GKV-Versicherten gewährleistet ist, die den Großteil der Bevölkerung stellen und damit aus betriebswirtschaftlicher Sicht wichtig für die Erlös-Sicherung sind. Neugründungen von Einrichtungen sind daher eher selten. Mit der Akquisition (Übernahme) geht eine sogenannte materielle Privatisierung einher.

Eine andere Möglichkeit sind Betriebsführungs- bzw. Managementverträge. Dabei wird im Regelfall die Betriebsführung an eine Krankenhauskette oder ähnliche Organisation ( zeitlich befristet aber) langfristig vergeben.

Die Auswirkungen der Umstrukturierungen auf den Markt Gesundheitswesen, auf die Mitarbeitenden (auch künftige) und die Kunden (in der Regel Patient- bzw. HeimbewohnerInnen) im jeweiligen Einzugsbereich sind zu beachten.

Krankenhausträger in Deutschland[Bearbeiten]

Private Klinikbetreiber in Deutschland 2006, Beispiele[2]
Große in der Branche Klinikbetreiber Umsatz (Mio. Euro)
Asklepios 2.000
Rhön-Klinikum 1.933
Helios/Fresenius 1.673
Sana Kliniken 792
Damp Holding 422
Mediclin 378
Schön Kliniken 348
SRH Kliniken 342
Paracelsus Kliniken 284
Ameos 244

( Die Beispiele in diesem Abschnitt sind zu Wikipedia-Artikeln verlinkt )

Konfessionelle und überwiegend gemeinnützige Krankenhausgruppen[Bearbeiten]

Private Krankenhausgruppen[Bearbeiten]

  • w:Allgemeine Hospitalgesellschaft, 45 Klinken, Therapiezentren und Ambulanzen mit ca. 4.500 Behandlungsplätzen
  • w:Ameos (Schweiz) , 36 Standorte in Deutschland
  • w:Asklepios Kliniken GmbH, ca. 2,0 Mrd. Euro Umsatz (2006), 34.500 Mitarbeiter (2006), beim ehemaligen ehem. Landesbetrieb Krankenhaus Hamburg hält sie 74,9% der Anteile.
  • Die [[w:Fresenius AG übernimmt
    • 2005 die w:Helios GmbH, ca. 9.345 Betten (2004), ca. 1,157 Milliarden Euro Umsatz (2004), 17.600 Mitarbeiter (2004)
    • 2001 die Wittgensteiner Kliniken AG mit 30 Akut- und Fach-Kliniken und rund 4.600 Mitarbeitern (2001)
  • w:KMG Kliniken AG, 5 Krankenhäuser, 3 Rehakliniken, 9 Seniorenheime
  • w:Marseille-Kliniken AG, Berlin, 2008 bundesweit 67 Einrichtungen, davon 58 Pflegeeinrichtungen und 8 Rehaeinrichtungen sowie ein Akutkrankenhaus, mit insgesamt 5.400 Mitarbeitern
  • w:Paracelsus-Kliniken Deutschland GmbH, 20 Akutkrankenhäuser mit 2.285 Betten, 11 Rehabilitationskliniken mit 1.825 Betten sowie 9 ambulante Einrichtungen und insgesamt 5.144 Mitarbeitern (Stand 2006, Unternehmensangaben).
  • Ehemalige Procuramed GmbH (jetzt Tochter von Asklepios), betrieb über Managementverträge 20 Krankenhäuser vor allem in Bayern, zuletzt nur noch das Krankenhaus Lindau im Bodensee
  • w:Rhön-Klinikum AG, ca. 14.650 Betten (2007), ca. 2,02 Mrd. Euro Umsatz (2007), ca. 31.000 Mitarbeiter (2007)
  • w:Sana Kliniken GmbH oder Sana-Gruppe, ca. 550 Mio Umsatz, ca. 60 Krankenhäuser und 20 Seniorenheime, 21.000 Mitarbeiter

Staatliche und kommunale Krankenhausgruppen[Bearbeiten]

Beispiele von staatlich betriebenen (auch kommunalen) Krankenhausverbünden:

Krankenhausträger in der Schweiz[Bearbeiten]

13 Krankenhäuser, 4.600 Mitarbeiter. Eigentümer ist die südafrikanische Medi-Clinic Corporation.
3 Krankenhäuser, 875 Mitarbeiter

Internationale Krankenhausketten[Bearbeiten]

Internationale Krankenhausketten, die auch andere Einrichtungen als Kliniken betreiben (Beispiele, Links zur engl.sprachigen WP):

173 Krankenhäuser und 107 Chirurgie-Praxiszentren (surgery centers)
57 Krankenhäuser
95 Rehabilitationskrankenhäuser, 15 Krankenhäuser zur Langzeitbehandlung (long-term acute care hospitals), 80 ambulante Rehabilitationszentren

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Franz Burger, Matthias Weber: Stationäre Pflege gewinnt weiter an Bedeutung. In: statistik.baden-wuerttemberg.de, 2007-04
  2. Süddeutsche Zeitung vom 19. Oktober 2007