Flusssystem / Flussprinzip

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Das Flusssystem / Flussprinzip der Patientenversorgung gehört zur "Philosophie" der Rhön Klinikum AG: Innerhalb des Flusssystems werden die Patienten auf der Grundlage ihres aktuellen Pflegebedarfs auf verschiedenen Stationen betreut (Low Care, Funktionsbereich, Intensivstation, Intermediate Care, Normalstation). Da die "Normalstation" (Bettenhaus) einen erhöhten Pflegebedarf wegen ihrer schmalen Personalausstattung nicht leisten kann, erfolgt im Bedarfsfall die Verlegung in den Bereich Intermediate Care und von dort wieder zurück auf die Normalstation bzw. weiter auf die Intensivstation.

Dieses Vorgehen führt zu häufigen Verlegungen der Patienten innerhalb des Behandlungs- und Pflegeprozesses und ist unter den Aspekten der Kundenorientierung / siehe:Essay:Kundenorientierung – Was will sie? / eigentlich obsolet. Der Patient der laufend "verschoben" wird, fühlt sich eben nie als Kunde! Außerdem sollte in Zeiten zunehmender MRSA-Infektionen die mögliche Kleimverschleppung bedacht werden.In diesem Sinne können MRSA-Patienten erst nach erfolgter Sanierung verlegt werden.

Innerhalb des Flusssystems ist die Intensivpflege definiert als die Sicherstellung der Vitalparameter, klinikorientierte aufwendige Pflege sowie technisch geprägte Therapieverfahren. Diese umfassende Interpretation führt allerdings dazu, dass diese Station oft zum Sammelbecken aller "ungelösten Fälle" wird. Das ist auch die Erklärung dafür, dass Kliniken die die Organistionsform Flusssystem praktizieren, einen höheren Bedarf an Intensiv- und Intermediate Care-Betten haben.

Die Personalstärke (Besetzung) einer Station in der Normalpflege (Bettenhaus) ist variabel und wird täglich durch die "Leitende Pflegekraft" auf der Grundlage des realen Pflegebedarfs koordiniert. Innerhalb der intensivmedizinischen Bereiche regelt entsprechendes deren Pflegeleitung. In allen Fällen wird dadurch der Pflegedienst innerhalb dieser Vorgehensweise zur "verschiebbaren Masse".

Das "Flusssytem" bzw. die "Flussorganisation" spart angeblich etwa 30 Prozent der Personalkosten. Die Patienten allerdings fühlen sich im Bettenhaus nicht selten unzureichend versorgt, besonders unmittelbar nach der Verlegung von der ICU bzw. IMC auf die Normalstation.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

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