Explosionsverletzungen

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Bei Explosionen entsteht eine einzigartige Unfallkinematik, die Ursache für besondere Explosionsverletzungen ist. Der Ablauf lässt sich in mehrere Phasen unterteilen:

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Primäre Phase

In dieser Phase wird der Körper durch die Druckwelle der Explosion (blast), die eine Geschwindigkeit von bis zu 300m/s (Meter pro Sekunde) erreichen kann, verletzt. Typisch sind folgenden Verletzungen:

Bei einer starken Druckwelle können die Verletzungen tödlich sein. Die Verletzungen können sofort oder verzögert auftreten.

Erste Maßnahmen:

[Bearbeiten] Sekundäre Phase

Hier entstehen die Verletzungen durch herumfliegende Trümmer (Glassplitter, Gesteinsmaterial etc.):

Während die äußeren Verletzungen leicht erkennbar sind, ist dies bei den innernen Verletzungen sind nicht immer der Fall, wenn sich äußerlich nur kleine Eintrittspforten zeigen. Es besteht die Gefahr, dass auftretende innere Verletzungen verkannt werden.

Die Maßnahmen beinhalten hier zusätzlich die Primär-Versorgung dieser Verletzungen nach den gegebenen medizinischen und Pflegestandards.

[Bearbeiten] Tertiäre Phase

Der Unfallmechanismus, der in dieser Phase zu Verletzungen führt, ist der Anprall der Opfer an Gegenstände, der Sturz auf den Boden oder die Verschüttung durch herabfallende Gegenstände.

Die auftretenden Verletzungen sind in der Regel offensichtlich:

[Bearbeiten] Quartäre Verletzungen

Es können noch zwei weitere Phasen bzw. Verletzungsmechanismen beschrieben werden: Verletzungen durch Rauch und Hitze - so genannte Inhalationstraumen.

[Bearbeiten] Quintäre Verletzungen

In der letzten möglichen Phase können Verletzungen durch Chemikalien, radioaktive Stoffe und auch durch Knochenteile (vor allem bei so genannten Selbstmordattentätern beschrieben) auftreten.

Cave:

Bei einem rapiden Absinken des SPO2 ist unbedingt an eine Verletzung der Lunge ("Explosionslunge") zu denken. Bei Explosionen kommt es oft zu einer Vielzahl von Verletzten - lokale Großschadensrichtlinien beachten (MANV).[1]

[Bearbeiten] Quellen

  1. vgl. Präklinisches Traumamangaement - Das PHTLS Konzept, NAEMT, 2009
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