Expertenstandard Schmerzmanagement in der Pflege bei chronischen Schmerzen

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Expertenstandard "Schmerzmanagement in der Pflege bei chronischen Schmerzen und Tumorschmerzen"

Zielsetzung[Bearbeiten]

Jeder Patient/Bewohner mit chronischen Schmerzen erhält ein individuell angepasstes Schmerzmanagement, das zur Schmerzlinderung, zu Erhalt oder Erreichung einer bestmöglichen Lebensqualität und Funktionsfähigkeit sowie einer stabilen und akzeptablen Schmerzsituation beiträgt und schmerzbedingten Krisen vorbeugt

allgemeine Ziele[Bearbeiten]

  • Herstellen und der Erhalt einer stabilen Schmerzsituation
  • verbesserte Schmerzsituation
  • pflegerisches Handeln wird an individuelle Bedürfnisse und Möglichkeiten des Bewohners/Patienten ausgerichtet
  • falsche Hoffnungen vermeiden
  • die höchstmögliche aktive Teilnahme und geringste Beeinträchtigung der Lebensqualität soll ermöglicht werden
  • Aushandeln eines akzeptablen Schmerzmaß
  • nimmt an Freizeitaktivitäten teil
  • Stärkung der aktive Bereitschaft und Motivation zu eigenverantwortlicher Mitarbeit
  • Bewohner/Patient gewinnt an Selbstkontrolle über das schmerzbezogene Krankheitsgeschehen
  • Ablenkung von der Schmerzsituation
  • Erreichen bzw. Erhalt der bestmöglichen Lebensqualität
  • Verbesserung der Funktionsfähigkeit des Bewohners

Begründung[Bearbeiten]

Chronischer Schmerz wirkt beeinträchtigend auf die Lebenssituation der Betroffenen und ihrer Angehörigen ein. Durch das Schmerzerleben sinkt die Lebensqualität, wird die Funktionsfähigkeit und die soziale Teilhabe erheblich eingeschränkt und es kann zu gesundheitlichen Krisen aufgrund von Destabilisierungen der Schmerzsituation kommen. Ein individuell angepasstes pflegerisches Schmerzmanagment leistet einen wichtigen Beitrag in der interprofessionell abgestimmten Schmerzbehandlung.

Chronische Schmerzen können für den Betroffenen tiefgreifende und umfassende Auswirkungen haben, die den Schmerz dauerhaft zum Lebensmittelpunkt werden lassen.

Chronischer Schmerz geht mit Angst, Bedrohung, Stress und dem Krampf zur Erhaltung eines Mindestmaßes an Lebensfreude und –qualität einher.

Erfahrungen von Unter- und Fehlversorgung gehören zu langfristigen Leidensgeschichten mit hohen wenn gleich schwer bestimmten volkswirtschaftlichen Kosten.

Definition[Bearbeiten]

Schmerz

Schmerz ist eine unangenehme und leidvolle Empfindung mit unterschiedlicher Qualität, Intensität, Lokalisation und Dauer. Schmerz ist keine rein physiologische Reizwahrnehmung, sondern eine multidimensionale Wahrnehmungserfahrung, die von physischen, psychischen, kulturellen, geschlechts- und altesspezifischen sowie sozialen Faktoren beeinflusst wird. Schmerz kann auch ohne nachweisbare organische Ursache auftreten.


chronischer Schmerz

chronischer Schmerz wird in den meisten Veröffentlichungen als ein Schmerz beschrieben, der länger als 3 bis 6 Monate anhält. Diese zeitliche Dimension wurde in verschiedenen Studien durch weitere Prädikatoren ergänzt, wie physischen und psychische Komorbiditäten und Angststörungen.

tumorbedingter (maligner) Schmerz

Entweder durch den Tumor selbst verursacht (Infiltration der Turmorzellen), durch die Therapie (z.B. strahlen- oder chemotherapiebedingte Schleimhautentzündungen) oder durch Sekundärveränderungen, die durch den Tumor ausgelöst sind (z.B. Herpes zoster). Gleichzeitiges Auftreten von akutem und chronischem Schmerz ist möglich.

Aufbau des Expertenstandards "Schmerzmanagement in der Pflege bei chronischen Schmerzen und Tumorschmerzen[Bearbeiten]

Struktur Prozess Ergebnis
S1aDie Pflegekraft verfügt über aktuelles Wissen und die Kompetenz zur Differenzierung zwischen akutem und chronischen Schmerz und zur systematischen Schmerzeinschätzung.

S1bDie Einrichtung verfügt über aktuelle, zielgruppenspezifische Assessment- und Dokumentationsmaterialien und sorgt für die Verfügbarkeit von pflegerischen Schmerzexperten.

P1aDie Pflegefachkraft erhebt zu Beginn des pflegerischen Auftrags mittels eines initialen Assessments, ob der Patient/Bewohner Schmerzen, zu erwartende Schmerzen oder schmerzbedingte Einschränkungen hat und ob vorliegende Schmerzen akut oder chronisch sind. Ist dies nicht der Fall, wird die Einschätzung in versorgungsspezifischen individuellen festzulegenden Zeitabständen wiederholt.

P1b - Die Pflegefachkraft führt bei allen Patienten/Bewohnern mit chronischen Schmerzen ein diffenziertes, kriteriengeleitetes Assessment der Schmerzsituation durch und erfasst individuelle Faktoren, die die Schmerzsituation stabilisieren oder destabilisieren können.

P1c - Die Pflegefachkraft informiert bei instabiler Schmerzsituation den behandelnden Arzt und zieht einen pflegerischen Schmerzexperten hinzu.

E1 - Für alle Patienten/Bewohner mit chronischen Schmerzen liegt eine aktuelle, systematische und zielgruppenspezifische Einschätzung der Schmerzsituation vor. Diese stellt handlungsleitende Informationen zur Weiterführung, Ergänzung oder Entwicklung eines individuellen Behandlungsplans zur Verfügung.
S2a - Die Pflegefachkraft verfügt über Planungs- und Koordinationskompetenzen bezogen auf das pflegerische Schmerzmanagent bei chronischen Schmerzen.

S2b - Die Einrichtung verfügt über eine interprofessionell gültige Verfahrensregelung zum Schmerzmanagement für Patienten/Bewohner mit chronischen Schmerz.

P2Die Pflegekraft beteiligt sich aktiv und gemeinsam mit den an der Versorgung beteiligten Berufsgruppen und dem Patienten/Bewohner unter Berücksichtigung seiner Selbstmanagementkompetenzen an der Entwicklung oder Überprüfung individueller Therapieziele, eines individuellen medikamentösen Behandlungsplans und der Planung nicht-medikamentöser Maßnahmen nach dem individuellen Bedarf des Patienten/Bewohners. E2 - Ein individueller Behandlungsplan, der die Schmerzsituation, die individuellen Therapieziele und die Schmerzmanagementkompetenzen des Patienten/Bewohners berücksichtigt, liegt vor.


S3aDie Pflegefachkraft verfügt über notwendige Informations-, Schulungs- und Beratungskompetenzen.

S3bDie Einrichtung stellt sicher, dass Information, Schulung und Beratung unter Wahrung personeller Kontinuität umgesetzt werden und stellt die notwendigen Materialien zur Verfügung.


P3aDie Pflegefachkraft informiert, schult und berät den Patienten/Bewohner und ggf. seine Angehörigen in enger Abstimmung mit den an der Versorgung beteiligten Berufsgruppen versorgungsbereichssspezifisch und auf Basis individuell ausgehandelter Ziele zu einer Schmerzsituation und trägt zur Stärkung seiner Selbstmanagmentkompetenzen bei.

P3bDie Pflegefachkraft zieht bei speziellen Beratungsbedarf einen pflegerischen Schmerzexperten hinzu.

E3 - Der Patient/Bewohner und ggf. seine Angehörigen sind individuell über seine Schmerzsituation informiert, geschult und beraten. Sein schmerzbezogenes Selbstmanagement ist unterstützt und gefördert.
S4aDie Pflegefachkraft verfügt über aktuelles Wissen zu

- medikamentöser und nicht-medikamentöser Schmerzbehandlung - schmerzmittelbedingten Nebenwirkungen, deren Behandlungsmöglichkeiten und Prophylaxen - Kontraindikationen - schmerzauslösenden Faktoren und schmerzvermeidenden Verhaltensweisen

S4bDie Einrichtung stellt sicher, dass medikamentöse und nicht-medikamentöse Maßnahmen umgesetzt werden können.

P4Die Pflegefachkraft

- koordiniert die Maßnahmen des multiprofessionellen Teams - stellt die Durchführung der medikamentösen Maßnahmen sicher - setzt die pflegerischen nicht-medikamentösen Maßnahmen des Behandlungsplans um - vermeidet schmerzauslösendes Vorgehen bei pflegerischen Interaktionen

E4 - Die pflegerischen Maßnahmen des individuellen Behandlungsplans sind durchgeführt und dokumentiert. Die Maßnahmen des multiprfessionellen teams sind koordniert.


S5Die Pflegefachkraft verfügt über die Kompetenz, den Verlauf der Schmerzsituation, das Erreichen individueller Therapieziele und die Wirksamkeit der pflegerischen Maßnahmen zu beurteilen.


P5a - Die Pflegefachkraft beurteilt anlassbezogen und regelmäßig die Wirksamkeit der pflegerischen Maßnahmen und das Erreichen der individuellen Therapieziele.

P5b - Die Pflegefachkraft informiert bei instabiler Schmerzsituation den behandelnden Arzt und zieht einen pflegerischen Schmerzexperten hinzu.

E5 - Eine Verlaufskontrolle und Wirkungsprüfung aller pflegerischen Maßnahmen liegt vor. Die pflegerischen Maßnahmen haben zur Stabilisierung der Schmerzsituation und dem Erreichen der individuellen Therapieziele des Patienten/Bewohners beigetragen. Im Falle einer Destabilisierung ist eine Anpassung des Behandlungsplans eingeleitet.


Ablauf des Schmerzassessment[Bearbeiten]

Schmerzerfassung in der Pflege

Schmerzerfassung - Einschätzung der Stabilität der Schmerzsituation[Bearbeiten]

initiale und differenzierte Schmerzassessment:

- Kriterien variieren je nach Versorgungs- und Schmerzsituation des Bewohners

- beinhaltet körperliche, soziale, psychische und spirituelle Faktoren, Informationen zur aktuellen persönlichen Situation (Schmerzvorgeschichte, vergangene Schmerzbehandlung, Faktoren des Schmerzerlebens)

- schmerzverursachende Erkrankungen und Ko-Morbiditäten


„Schmerzerfassung“ - Sammeln von Informationen:

• zeitliche Dimension/Auftreten (d.h. den Beginn, die Dauer der Schmerzen insgesamt und ggf. einzelner Episoden sowie deren Variationen, Rhythmen und Verlaufsmuster)

• Schmerzintensität und das individuell akzeptable Schmerzmaß

• die Schmerzlokalisation (-en), Anzahl und Ausstrahlungsmuster (z.B. anhand des Körperschemas)

• die Schmerzqualität (z.B. stechend, pochend, brennend, elektrisierend, einschießend)

• begleitende Symptome (z.B. Taubheit, Hyperalgesie, verän-derte Sensitivität, Müdigkeit, Schwitzen, Erbrechen und Schlafstörungen)

• die Bedeutung, die der Bewohner dem Schmerzerleben zumisst

• den Schmerz verstärkende und lindernde Faktoren

- Pflegefachkräfte beurteilen aus pflegerischer Sicht psychosoziale Faktoren und Risiken (z.B. Belastungssituationen, Ko-Morbiditäten, Risikofaktoren für den chronischen Verlauf)

stabile und instabile Schmerzsituation[Bearbeiten]

Definition individuelle Maßnahmen Ziele Evaluierung
stabile Schmerzsituation

- ist gekennzeichnet durch eine bestehende/bereits eingeleitet medikamentöse und/oder nicht-medikamentösen Therapie auf Basis eines Behandlungsplans, der von dem Patienten/Bewohner akzeptiert wird und aus professioneller Sicht angemessen ist

- der Patient/Bewohner erlebt seine Schmerzsituation subjektiv als akzeptabel und nicht veränderungsbedürftig (zufrieden und befähigt zur Teilnahme am Alltagsleben)

- eine akzeptable Schmerzsituation liegt vor ohne Überschreiten des individuellen Schmerzmaßes

- eine abhängig von der gesundheitlichen Situation akzeptable Funktionalität und Mobilität

- Zielkriterien für Stabilität sind konkret an der Lebenswelt des Patienten/Bewohners orientiert und mit dem Patienten/Bewohner ausgehandelt worden

- fachliche Beratung zur Stabilität wurde ermittelt, potentielle Bedrohungen der subjektiv stabilen Situation werden besprochen/antizipiert, für mögliche Krisen/Komplikationen liegen gemeinsam entwickelte Strategien zur Prävention vor, Angehörige sind in den Prozess mit einbezogen


- Patient/Bewohner wird befragt, welche Faktoren für die Aufrechterhaltung einer stabilen Situation wichtig sind und wie der Alltag zufriedenstellend gestaltet werden kann

- am bestehenden schmerztherapeutischen Behandlungsplan sollte sich beibehalten werden

- holt die PFK bei Bedarf eine ärztl. AO zur medikamentösen Schmerztherapie gemäß dem bereits bestehenden und geprüften individuellen medikamentösen Behandlungsplan ein und plant bei Übernahme der Verabreichung der medikamentösen Therapie die notwendigen Schritte für die Durchführung und Evaluation

- bei Bedarf sollte dazu die Fortsetzung der Therapie durch ärztliche Verordnungen gesichert und die erforderliche Medikation und die Heilmittel angewendet werden

- Stabil-erhaltende Faktoren werden in den Behandlungsprozess integriert

- pflegerelevante nicht-medikamentöse Strategien (z.B. Ablenkungsstrategien) werden berücksichtigt

- Abklärungen von instabilen Schmerzsituation



- Patient/Bewohner hat ein „Erklärungsmodell“ zu den Schmerzen

- individuell akzeptables Schmerzmaß mithilfe eines Behandlungsplans ist für den Patienten/Bewohner zufriedenstellend

- Anstreben der Aufrechterhaltung


- bei Vorliegen einer stabilen Schmerzsituation erfolgt eine erneute Einschätzung der Schmerzsituation in individuell festgelegten Zeiträumen


instabile Schmerzsituation -

- die Schmerzsituation und –linderung entspricht dauerhaft nicht einer akzeptablen Situation

- gesundheitsbezogene/ alltagsbezogene Krisen treten auf oder wurden noch nicht wieder durch eine akzeptable Situation überbrückt

- Entstehung von Versorgungsbrüche, die nicht mit Hilfe von Selbstmanagementkompetenz, familiärer oder personeller Unterstützung überbrückt werden kann

- Auftreten von Komplikationen mit der oder durch die Therapie oder deren Nebenwirkungen

- Entstehen von Einbußen durch die Schmerzsituation an Lebensqualität, Funktionalität oder sozialer Teilhabe, die nicht mehr dem direkt geäußerten oder mutmaßlichen Willen des Bewohners entspricht

- die Pflegefachkräfte müssen bei dem Prozess der langsamen Verschlechterung des Gesundheitszustandes eine regelmäßige kritische Reflektion der Schmerzsituation vornehmen


- die Pflegefachkraft erhebt gemeinsam mit dem multiprofessionellen Team schmerzbezogene Aspekte im Rahmen des Assessments

- Sammeln/Beurteilen von Informationen aus dem differenzierten, multidimensionalen Schmerzassessment

- Weitergabe an behandelnde Ärzte und Therapeuten

- die Pflegefachkraft schlägt die Prüfung und Anpassung bzw. die Erstellung eines Behandlungsplans vor - eine ärztl. AO zur medikamentösen Schmerztherapie kann eingeholt, nicht-medikamentöse Maßnahmen geplant und die Notwendigkeit der Einbindung weiterer Berufsgruppen angesprochen werden Hierzu zählt auch z.B. die Überprüfung der Medikamente durch den Apotheker auf unerwünschte Nebenwirkungen


- Auswirkungen des Schmerzes auf Funktionalität und Lebensqualität zu analysieren und in das Assessment einzubeziehen


- die Pflegefachkraft dokumentiert systematisch ihre Einschätzungen, Beobachtungen und Feststellungen im Rahmen des differenzierten Schmerzassessment

- bei einer instabilen Schmerzsituation, die nicht kurzfristig in eine stabile Situation übergeleitet werden kann, zieht die PFK eine Schmerzexperten hinzu und informiert den behandelnden Arzt


Planung und Koordination von Maßnahmen[Bearbeiten]

nicht-medikamentöse Maßnahmen[Bearbeiten]

- die Maßnahmen richten sich nach der gesundheitlichen Situation, der Art der Erkrankung und den Vorlieben des Patienten/Bewohners, unabhängig vom Alter - die Maßnahmen sollte in Abstimmung aller an der Schmerztherapie beteiligten Akteure ausgewählt werden - durch die Anwendung hat der Patient/Bewohner die Möglichkeit selbst oder mit seinen Angehörigen ohne die Unterstützung professionell oder strukturierender Rahmenbedingungen etwas für sein Wohlbefinden zu tun - die Wirksamkeitskontrolle der Maßnahmen unterliegt dem Patient/Bewohner


Planung möglicher nicht-medikamentöser Maßnahmen nach dem individuellen Bedarf des Bewohners:


- Entspannungsverfahren (z.B. Masssage), Imagination, Ablenkung (z.B. Nutzung eines Ablenkungsbogens durch Ausfüllen von ablenkenden Maßnahmen und ihrer Wirkung (selbst oder mit Angehörigen) oder Führen eines Schmerztagebuches (bei aktiver Teilnahme))

- schmerzarme Bewegung, Einsatz von Hilfsmitteln, Bewegungsförderung, Umfeldgestaltung, edukative Anleitung

- Kältetherapie (z.B. Cold-Packs), Elektrostimulationsgeräte (TENS), Musikgeräte, Wärmetherapie (z.B. Kissen, Decken), Deckenbilder, atmosphärische Leuchtkörper, Wandtatoos


Sollten nicht-medikamentöse Maßnahmen bekannt sein, welche den Schmerz auslösen, sind diese zu vermeiden!

medikamentöse Maßnahmen[Bearbeiten]

- Medikamenteneinnahme erfolgt nach einem festen Behandlungsplan (d.h. mit festgelegten Zeiten, die der mobile Patient/Bewohner selbständig umsetzen soll)

- bei kognitiv eingeschränkten Patienten/Bewohnern übernimmt die PFK die Medikamentenapplikation

- nach individueller Dosisfindung müssen die die Analgetika in ausreichend hoher Dosierung und angepasst an die Wirkungsdauer ärztlich verordnet und von der PFK verabreicht werden

- der Pflegefachkraft ist bewusst, dass bei unregelmäßiger Einnahme keine gleichbleibende Analgesie erreicht werden kann


- der Wirksamkeitsnachweis/die Erfolgskontrolle der Analgetikatherapie muss bei der stabilen und instabilen Schmerzsituation regelmäßig im Verlauf der Behandlung von der PFK in individuellen Abständen (durch Befragung/Beobachtung) überprüft werden, insbesondere bei Neueinstellung/Dosiserhöhung.

- bei inadäquater Analgetikaverordnung muss die PFK den behandelnden Arzt informieren, um die Indikation anhand der Schmerzdiagnose zu überprüfen


instabile Schmerzsituation: und auftretenden Nebenwirkungen muss das Therapieschema modifiziert werden

Ziel:

Schulung und Beratung[Bearbeiten]

- Eigenwahrnehmung und Selbsteinschätzung von Schmerz-, Aktivitäts- und Stimmung)

- Schmerzverständnis

- Erkennen und Vermeiden von schmerzauslösenden bzw. verstärkenden Faktoren

- Schmerzbeschreibung, Nebenwirkungen und andere Veränderungen

- Verständnis der Schmerztherapie: Behandlungsplan, Einnahmezeiten, Selbstmediaktion und Risiken, Schmerzprävention (z.B. Kopfschmerz, Durchbruchschmerz)

- Aufklärung zur Opioidtherapie

- Reduktion von Folgen (z.B. Schlafstörungen, Angst, Depressionen)

- Nebenwirkungen der Schmerztherapie (Identifizieren, Einschätzen, Vor-beugen, Lindern)

- Nicht-medikamentöse Therapie (z.B. Wärme/Kälte, körperliche Aktivität, Vermeidung von Schonhaltung, Entspannung, Ablenkung, Balance von Be- und Entlastung)

- Selbstmanagement (Grenzen erkennen, Kraftquellen/Ressourcen nutzen, Lebensbedingungen/Alltag anpassen, Alltagsgestaltung mit Schmerzen, Gefühl der Selbstwirksamkeit, Erreichen der Selbstkontrolle über das Schmerzgeschehen)

- Vermeidung von Isolation

- Einsatz/Nutzen orthopädischer/ergotherapeutischer Hilfsmittel

- seelsorgische Begleitung