Ethik

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Ethik als eine praktische Disziplin der Philosophie versteht sich heute als Wissenschaft vom moralischen Handeln. [1] Sie befasst sich mit der Entstehung, Veränderung und Wirkung der Moral [2] und somit ihrer Reflexion. Dabei sucht sie Begründungen für bestimmtes Handeln innerhalb menschlicher Wertvorstellungen und Normen im Kontext menschlicher Lebenspraxis.

Ethik stellt Fragen nach dem "höchsten Gut" des Menschen, nach dem richtigen Handeln, um diese Werte anzustreben oder gar zu verwirklichen, und nach der Freiheit des Willens, die dem Menschen das richtige Handeln überhaupt erst ermöglicht. [3] Wenn auch die überragende Stellung der menschlichen Freiheit in der Philosophie den Charakter einer Glaubensaussage besitzt [4], so sind Ethik und menschliche Freiheit dennoch untrennbar. Damit sich ein freier Mensch entscheiden kann, braucht er ethische Maßstäbe, nach denen er seine Entscheidung ausrichtet.

Aspekte der Ethik[Bearbeiten]

Praktisch wird Ethik angewandt in dem sie

  1. Maßstäbe richtigen Verhaltens der Menschen in Vergangenheit und Gegenwart beschreibt (deskriptive Ethik)
  2. konkrete Aussagen macht, wie der Mensch sich in bestimmten Situationen verhalten soll (normative Ethik)

Dazu bezieht die Ethik wissenschaftliche Erkenntnisse und Fragestellungen aus

  • Anthropologie (Ist der Mensch ein Einzel- oder Gemeinschaftswesen? Was formt ihn: Vererbung oder Gesellschaft?)
  • Psychologie und Soziologie (Welchen Einfluss haben frühkindliche Erfahrungen auf das Handeln eines Menschen?)
  • Theologie (Wer bestimmt die Grenzen der Freiheit? Welche religiösen Bedürfnisse haben Sterbende?)

Aufgrund des Umfangs haben sich Fachethiken mit besonderen Fragestellungen gebildet. Dazu gehören z.B.:

  1. Rechtsethik (Ist die Todesstrafe ethisch vertretbar? Dürfen Pflegekräfte Geldgeschenke annehmen?
  2. Medizinethik (Wann ist das Leben zu Ende (Herz/Hirntod)? Darf oder soll das Leben um jeden Preis verlängert werden?)
  3. Pflegeethik: sittliche Vorstellung von den Werten und Pflichten eines Berufes, z.B. Freiheit von Vorurteilen, Fachwissen, Bereitschaft zur Selbstkritik und Verantwortung für das berufliche Handeln. Eine Berufsethik der Pflege verbindet die allgemeine Ethik mit den für das Arbeitsfeld spezifischen Fragestellungen;
    • liefert Maßstäbe und Hilfestellungen für Entscheidungen;
    • definiert Ziele, die den Pflegekräften eine Identifikation mit ihrer Arbeit ermöglichen sowie Orientierung und Sicherheit geben.

Werte[Bearbeiten]

  • durch Schätzung und Abwägen entstandenes Übereinkommen zwischen Menschen über das ihnen Zu- bzw. Abträgliche;
  • Werte ordnen Dinge, Sachverhalte, Denken und Handeln in bezug auf den Menschen. Die breite Skala faktischer Bewertungen und theoretischer Bewertungsmöglichkeiten stellt das Werte-System einer Gesellschaft dar. Aus dem Werte-System ergeben sich Orientierungs- und Handlungsmaßstäbe, Normen, die wiederum zur Grundlage von Bewertungen dienen.
  • Inhaltlich können Werte nach einer Vielzahl verschiedener Erscheinungsformen auseinandergehalten werden: z.B. wirtschaftlich, politisch, religiös, historisch, sozial, ästhetisch, ethisch, praktisch, theoretisch, mathematisch.
  • Grundwerte (Primärwerte) sind z.B.: Gleichheit, Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit, Freiheit der Person und freie Entfaltung der Persönlichkeit, Religions- und Meinungsfreiheit.
  • Tugenden (Sekundärwerte) sind z.B. Fleiß, Gehorsam, Zuverlässigkeit.

Moral und Ethos[Bearbeiten]

Moral (lat. mores: Sitten, Gebräuche) kann als Teilbereich der Ethik verstanden werden, wie z.B. Sexualmoral, Arbeitsmoral. Für diese Bereiche werden konkrete Verhaltensweisen vorgegeben. Moral wird auch als Synonym zu Ethos verwendet.

Aus der Ethik leitet der einzelne Mensch sein Ethos (griech. Sittlichkeit, Gesinnung) ab: Seine Haltung gegenüber abstrakten Auffassungen und seine Einstellung gegenüber konkreten Menschen oder Gegenständen. Das Ethos ist geprägt von Werten und Verhaltensnormen einer Gesellschaft oder Gruppe, die auf Grund von Traditionen aktzeptiert und stabilisiert werden. Das Ethos von Pflegekräften beschreibt die Werte und Ziele, die sie in ihrer Arbeit prinzipiell berücksichtigen und verfolgen sollen.

Entscheidungsmaßstäbe, an denen Menschen ihr Handeln orientieren[Bearbeiten]

  • Logik und Sachverstand: Es erfolgt ein Abwägen von Risiken
  • Individuelle Lebensziele: Sie funktionieren wie Entscheidungsfilter, abhängig von persönlichen Zielen.
  • Allgemeine Wertvorstellungen

Literatur[Bearbeiten]

Reference[Bearbeiten]

  1. Pieper, A.: Einführung in die Ethik, A. Francke Verlag, Tübingen, 2000 S.17
  2. Hoppe et al.: Ethik. Arbeitsbuch für Schwestern und Pfleger. LAU-Ausbildungssysteme GmbH, Verlag für Medizin und Technik, Reinbeck, 1995 S.11
  3. vgl. Brockhaus-Enzyklopädie, 19. Aufl., 1988, Bd. 6, S. 600
  4. vgl. Lay,R.: Ethik in der Pflege, Schlütersche, Hannover, 2012, S.23

Weblinks[Bearbeiten]

siehe auch[Bearbeiten]