Enzephalitis

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Definition[Bearbeiten]

Unter Enzephalitis versteht man eine Entzündung des Hirngewebes, die nicht selten tödlich endet. Ihr Name leitet sich von "Enzephalon" ab, dem griechischen Begriff für Gehirn. Oft besteht gleichzeitig eine Entzündung der Hirnhäute oder des Rückenmarks – man spricht dann von Meningoenzephalitis bzw. Enzephalomyelitis.

Ursachen[Bearbeiten]

Auslöser sind fast immer Erreger, insbesonders ein Virus. Besonders gefährdet sind Ältere und Kinder sowie Menschen mit einer Abwehrschwäche.

Doch auch bei sonst Gesunden kann es im Rahmen einer Allgemeininfektion wie einer Grippe-, Masern- oder Mumpsinfektion (parainfektiöse Enzephalitis) oder als Reaktion des Immunsystems auf eine Impfung (postvakzinale Enzephalitis) zur begleitenden Hirnentzündung kommen.

Bakterien (z. B. Meningokokken, Pneumokokken) – und, noch seltener, Parasiten und Pilze sind ebenfalls mögliche Erreger – meist als Folge einer Blutvergiftung oder einer schlechten Abwehrlage, z. B. bei AIDS-Patienten. Besonders gefürchtet sind hier das Cytomegalie- und Herpesvirus sowie Kryptokokken und Toxoplasmen.

Symptome[Bearbeiten]

Egal ob winzige Viren, etwas größere Bakterien oder sich verzweigende Pilze den Zugang zum Gehirn gefunden haben – die Folgen sind prinzipiell die gleichen.

Das Immunsystem schickt seine Abwehrkräfte an den Ort des Geschehens, um die Eindringlinge unschädlich zu machen, was zu einer Schwellung des Hirngewebes führt. Dies wiederum hat schnell fatale Folgen: Durch den eng anliegenden, festen Schädelknochen hat das Gewebe nicht viele Möglichkeiten, sich auszubreiten. Der Hirndruck steigt an und es kommt zu starken Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen.

Später treten Bewusstseinsstörungen, Gedächtnis- und Orientierungsstörungen, Verwirrtheit oder Halluzinationen hinzu. Je nachdem, wo sich die Erreger niedergelassen haben, können sich Funktionsausfälle zeigen. Dazu gehören Taubheitsgefühle, Lähmungen, Seh- und Sprachstörungen, aber auch Krampfanfälle. Sind auch die Hirnhäute betroffen, kommt Nackensteife hinzu. Außerdem haben die Betroffenen meist hohes Fieber und fühlen sich schwer krank.

Behandlung[Bearbeiten]

Mit der Behandlung wird schnellstmöglich auf der Intensivstation begonnen. Je nach Zustand des Patienten sind unter anderem kreislaufstabilisierende, schmerzsenkende und fiebersenkende Maßnahmen, Beatmung, Infusionen und / oder Anlage eines Katheters nötig. Daneben wird eine spezifische Therapie zur Erregerbekämpfung eingeleitet, wobei der Arzt die Medikamente u. a. nach Art der Keime, Abwehrlage und Vorerkrankungen auswählt.

Bei Bakterien werden Antibiotika verabreicht, bei Pilzen Antimykotika, bei Viren sog. Virustatika.