Endoprothese

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Endoprothese ist der Ausdruck für jedes Gelenks-Implantat, das dauerhaft in den Körper eingesetzt wird. Das Wort kommt vom griechischen Wort für endo "innen, innere" und Prothese -> Ersatz. Endoprothesen werden überwiegend dann eingesetzt (implantiert), wenn das Gelenk durch Arthrose o. ä. Prozesse so geschädigt ist, dass jede Bewegung im Gelenk dauerhaft zu starken Schmerzen führt und deshalb mit einer Immobilisation als Folge zu rechnen ist. Das Gelenk ist nach der Implantation im benachbarten Knochen wieder weitgehend funktionsfähig. Eine weitere häufige Indikation sind Frakturen des jeweiligen Gelenks, bei denen eine Rekonstruktion nicht möglich oder nicht sinnvoll ist.

Die bekannteste und am häufigsten eingesetzte Endoprothesen-Art ist das künstliche Hüftgelenk. Sie gibt es in unterschiedlichen Materialien und biotechnischen Konstruktionen. Es stehen der Medizin auch Endoprothesen für weitere Gelenke zur Verfügung: (Kniegelenk, Schultergelenk, seltener auch eine Sprunggelenks-Endoprothese sowie Ellenbogengelenks- und Fingergelenksprothesen). Es gibt Teilprothesen, bei denen nur eine Seite des Gelenks ersetzt oder unterstützt wird, und Totalprothesen, die alle Funktionen des ersetzten Gelenks übernehmen.

Das Implantat bleibt dauerhaft im Körper (evtl. Jahrzehnte). Das verwendete Material darf also auch langfristig keine Abstoßungsreaktion auslösen oder Giftstoffe freisetzen.

Material[Bearbeiten]

Ein Endoprothesenschaft einer Hüft-TEP besteht aus Titan (oder früher Stahl), die Pfanne aus Titan (früher Stahl), das Pfanneninlay aus Polyethylen oder Keramik. Der Schaft kann mittels Knochenzement (Polymer mit oder ohne Antibiotikum-Zusatz) einzementiert oder durch passgenaues Einarbeiten durch Pressfiting im Knochen verankert werden. Auch die Pfanne kann einzementiert werden, es existieren auch Einschraubsysteme oder Systeme, bei denen die Pfanne wie ein Druckknopf in den Knochen (vorsichtig) eingeschlagen wird. Moderne Prothesensysteme bestehen heute meist ausnahmslos aus Titan und/oder Verbundwerkstoffen wie Keramik, Polypropylen für die Gleitkomponenten.

Revisions-Endoprothetik[Bearbeiten]

Bundesweit liegt die Zahl der Revisionsoperationen aufgrund z.B. von einer Entzündung etwa bei 0,5 bis 1,5 Prozent aller endoprothetischen Operationen. Oftmals sind es Hautkeime oder Bakterien (aufgrund von Vereiterungen an z.B. Mandel oder Zahn), die eine solche Infektion verursachen. Muss eine solche Wechsel-Operation vorgenommen werden, gibt es einen in Deutschland entwickelten und international anerkannten "Fahrplan" hierfür, der u. a. davon abhängig ist, um welchen Keim es sich bei der Entzündung handelt, wie lange die Infektion bereits andauert und wie fit der Patient ist.

Beispiele[Bearbeiten]

  • HTEP = Hüft-Total-Endoprothese (künstlicher Ersatz für Hüftgelenkskopf + Hüftgelenkspfanne)
  • KTEP = Kniegelenksersatz (einseitiger Kondylenersatz oder beidseits)
  • HKEP = Humeruskopfersatz
  • weitere

Wikilinks[Bearbeiten]

Weitere ausführliche Wikipedia-Artikkel zur Endoprothese