Mutter

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Mutter ist eine Frau, die ein Kind geboren hat. Es kann sich auch um eine Totgeburt handeln. Die Mutter ist neben dem Vater ein Elternteil des Kindes.

Die Mutter hat rechtlich und sittlich die Pflicht und das Recht, zusammen mit dem Vater das Kind zu vertreten, sein Vermögen zu verwalten, es zu pflegen, zu erziehen, zu beaufsichtigen und seinen Aufenthalt zu bestimmen, solange das Kind minderjährig ist. Das ist die elterliche Sorge. Nach dem Eintritt der Volljährigkeit des Kindes kann die Mutter noch unterhaltspflichtig gegenüber ihrem Kind sein, bei eigener Pflegebedürftigkeit unter Umständen auch Unterhaltsansprüche gegenüber ihrem Kund haben. Die Rolle als Mutter dauert in der Regel ein Leben lang an.

Das Alter Gebärender[Bearbeiten]

Eine Frau kann ab dem Eintritt der Menarche, also ab einem Alter von ca. 12 Jahren schwanger und damit Mutter werden. Bis zum Ausbleiben der Regel in der Menopause kann es auf natürlichem Weg zu einer Schwangerschaft kommen. Die Häufigkeit von Geburten nimmt bei Frauen nach dem 30. Lebensjahr deutlich ab.

Frauen werden heute meistens durch die bewusste Entscheidung Mutter, daneben aber auch durch ungewollte Schwangerschaften oder durch Methoden der künstlichen Befruchtung zur Herbeiführung einer Schwangerschaft.

Künstliche Befruchtung, Kinderzahl und späte Mutterschaft[Bearbeiten]

Von einer späten Mutterschaft ist die Rede, wenn die Mutter bei der Geburt 35 Jahre oder älter ist. Das waren im Jahr 2007 in Deutschland ca. 26 Prozent aller Gebärenden. Zwanzig Jahre davor, also 1987, hatten nur rund neun Prozent aller Neugeborenen in Baden-Württemberg eine Mutter, die schon 35 Jahre alt waren, 1997 waren es bereits 16 Prozent und 2007 sind es über 25 Prozent. Der Durchschnitt der Kinderzahl liegt derzeit bei etwa 1,3 Kinder. Für eine gleichbleibende Bevölkerungszahl müssten Paare bei sonst stabilen Umweltbedingungen etwa 2,1 Kinder bekommen.

Durch die Erfolge der Fertilitätsmedizin (Künstliche Befruchtung, Samen- und Eispenden oder assistierte Reproduktion) sind etwa seit 2000 auch Frauen weit jenseits der Menopause durch die Implementierung befruchteter Eizellen leibliche Mutter geworden. Dies wird unter ethischen Gesichtspunkten in der Medizin und der Öffentlichkeit kritisch diskutiert.

Risiken später Schwangerschaften[Bearbeiten]

Statistisch drohen der Spätgebärenden und der Eizellspenderin unterschiedlich zu bewertende mögliche Gefahren. Bereits das Leiden der Eizellspenderin sollte beachtet werden. Die Eizellspende ist in Deutschland, der Schweiz, Österreich, Schweden und Norwegen verboten - in etlichen Ländern Osteuropas, in Großbritannien und Spanien jedoch gesetzlich erlaubt. Ob es von Ärzten durchgeführt werden soll, ist eine weitere Frage.

Wie zur Vorbereitung einer künstlichen Befruchtung muss auch vor einer Eizellspende zunächst das Ei hormonell zur Reife gebracht werden. Dazu sind evtl. über Wochen oder Monate subkutane Spritzen nötig. Die bekannten möglichen Nebenwirkungen der Hormonkur sind Wassereinlagerungen, Stimmungsschwankungen und ein erhöhtes Infarktrisiko. Die Eizellentnahme erfolgt operativ. Dazu wird eine Punktionsnadel durch die Vaginalwand gestochen und zu den Eierstöcken geführt.

Damit sich das befruchtete Ei in der Gebärmutter der empfangenden Frau einnistet, die schon die Wechseljahre hinter sich hat, ist auch bei ihr eine hormonelle Stimulation nötig, mit ähnlichen Nebenwirkungen wie genannt. Da sich befruchtete Eizellen nicht alle erfolgreich einnisten, bekommen die Frauen nacheinander und gleichzeitig mehrere Eier eingepflanzt. Dies führt bei ihnen zu einer höheren Rate von Mehrlingsgeburten. Oft sind bis zur erfolgreichen Einnistung eines Eies mehr als zehn Versuche notwendig.

Je höher das Alter der Frau, desto mehr Risiken birgt statistisch die Schwangerschaft für die Mutter und ihr Kind. Durch das zusätzliche Gewicht, hormonelle Veränderungen und die Umverteilung des Blutes werden Thrombosen wahrscheinlicher. Zudem droht eine Schwangerschaftsvergiftung mit Bluthochdruck und Nierenschäden. Schwangerschaft und Geburt stellen eine erhöhte Belastung für Herz und Kreislauf dar. Kinder, die nach künstlicher Befruchtung geboren werden, sind zumeist etwas leichter als auf natürlichem Weg gezeugte Neugeborene. Positiv sollte aber auch bedacht werden, dass bei normalem, erfolgreichen Verlauf der Schwangerschaft und Geburt dem Kind dadurch keine Gefahren drohen.

Leihmutterschaft[Bearbeiten]

Von Leihmutter wird gesprochen, wenn die entbindende Frau in einer freiwilligen Vereinbarung mit den sozialen Eltern des Kindes eingewilligt hat, sich für die Schwangerschaft ein befruchtetes Ei der sozialen Mutter einpflanzen (implementieren) zu lassen und es nur bis zur Entbindung behalten zu wollen. Die Frage, ob solche Vereinbarungen rechtens sind, wird weltweit ethisch und juristisch mit unterschiedlichen Folgen diskutiert und geregelt.

Parität, Fachsprache[Bearbeiten]

Das Wort Parität (vom Lateinischen parere = „gebären“) bedeutet in der Humanmedizin die Zahl der Geburten einer Frau. Eine Frau ohne vorhergehende Geburt wird dort als Erstgebärende und auch als Nullipara bezeichnet, mit einer Geburt als Primipara und mit zwei Geburten als Bipara. In der Medizin wird der Begriff, unabhängig vom Geschlecht des Kindes, verwendet; der soziologische ähnliche, aber nur auf Knaben bezogene, Ausdruck ist Erstgeburt.

Die Bezeichnungen Nullipara, Primipara etc. werden in der Fachliteratur oft mit para 0, para 1 etc. abgekürzt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Benöhr-Laqueur: Rezension: Felberbaum, Ricardo u.a. (Hrsg.): Das Deutsche IVF-Register. 10 Jahre Reproduktionsmedizin in Deutschland,Berlin 2007, in: Ethik in der Medizin, 4/2007, S. 340-341, http://www.sblq.de/ivf-register-rezension.htm
  • Stefan Beck u.a. (Hrsg.): Verwandtschaft machen. Reproduktionsmedizin und Adoption in Deutschland und der Türkei,
  • Debatte um spätes Mutterglück entbrannt. Zeitungsbericht, Rheinische Post vom 4. Dezember 2007 (auch online)
  • Michael Ludwig: Kinderwunschsprechstunde. Springer, Heidelberg, 2007. ISBN 978-3-540-70978-7


Zitatnachweise, Zeitschriftenartikel


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