Einlauf in Medizin und Naturheilkunde

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Der Einlauf oder das Klistier oder englisch enema französisch lavement ist die Einleitung von Wasser oder anderen Flüssigkeiten in den menschlichen Dickdarm durch den After. Einläufe werden angewendet als Abhilfe bei Verstopfung, zur Verabreichung von Medikamenten und zur Vorbereitung des Kranken auf physiologische oder intern-medizinische Analysen wie Durchleuchtung oder Darmspiegelung. Einläufe werden zur Vertreibung von Darmparasiten eingesetzt. Einläufe sind wesentliche Therapie-Elemente in vielen Bereichen außerhalb der westlichen Schulmedizin und bei Menschen die religiös begründete Vorbehalte gegen Medikamente haben. Der Einlauf für Frauen während der Geburts-Vorbereitung ist kontrovers aus mehreren wichtigen Gründen.

Geräte für den Einlauf[Bearbeiten]

In Krankenhäusern bestimmen die hohe Infektionsgefahr und die verfügbare Zeit des Pflegepersonals den Gebrauch von Einmal-Artikeln, wie besonders den Spülbeutel, die Einmal-Darmrohre, und die Fertigklistiere. Im privaten Bereich können die traditionellen Geräte bequem weiter gebraucht, sterilisiert, und verstaut werden. Das beste Gerät für den Hausgebrauch ist der feste Irrigator aus Plastik oder Edelstahl, kannen-ähnlich und mit oder ohne Kannen-Henkel, mit lesbarer Graduierung, und möglichst für 2 Liter Inhalt. Angeschlossen an den Irrigator sind der traditionell 125 cm lange Irrigatorschlauch, eine Absperrvorrichtung, Klemme oder Sperrhahn, und ein Ansatzteil zum Einführen in den Darm, also ein Klistierrohr oder Darmrohr. Zum Einlauf wird der Irrigator angehoben oder angehängt.

Spritzen[Bearbeiten]

Die Birnspritze von 0.2 bis 0.5 Liter Inhalt ist handlicher als der Irrigator, aber zu umständlich für normale Einläufe von 1 bis 2 Liter. Die Higginson-Spritze oder clysopompe oder Klyso-Pumpe verbindet die Vorteile der Birnspritze und des Irrigators. Dieses Gerät wird häufig als besonders bequem für den Selbstgebrauch empfohlen. Aber der Gebrauch erfordert praktisch drei Hände: eine Hand, um den Schlauch im Einlaufgefäß eingetaucht zu halten, eine zweite Hand, um den Gummiball zu bedienen, und eine dritte Hand, um das Klistierrohr rektal festzuhalten.

Die Miniklistiere oder Fertigklistiere aus der Apotheke sind einfach anzuwenden und besonders bequem für das Pflegepersonal im Krankenhaus, aber für den Hausgebrauch sind sie nicht zu empfehlen. Sie benutzen konzentrierte Phosphat-, Sulfat-, und Karbonat-Lösungen, um die Einlauf-Flüssigkeit osmotisch aus dem Körperwasser zu extrahieren. Dadurch erzeugen sie mehr physiologische Störung als ein Einlauf aus dem Irrigator. Es ist nicht aus der Literatur zu erfahren, wieviel Flüssigkeit ein Miniklistier osmotisch im Darm erzeugen kann, aber vermutlich weniger als einen halben Liter. Auch deshalb ist das Miniklistier kein Ersatz für den normalen Einlauf.

Klistierrohre und Darmrohre[Bearbeiten]

Die käuflichen sogenannten Irrigator-Garnituren aus Hartplastik am Ende des Irrigatorschlauches sind nur schlecht oder gar nicht geeignet für den Hausgebrauch von großen Einläufen (typisch 2 Liter). Die Klistierrohre und die für vaginale Anwendung gedachten, aber auch für Einläufe empfohlenen Mutterrohre sind für Einläufe zu kurz, zu starr, und teilweise gefährlich spitz. Sie reichen kaum durch den Schließmuskel hindurch und sind deshab oft undicht. Ihr Gebrauch zu Einläufen gilt als unbequem oder sogar schmerzhaft, sie bringen (bei sorgloser Anwendung) die Gefahr der Darmperforation, und sie führen zu einer schnellen und schmerzhaften Füllung des wenig dehnbaren Rectums oder Enddarmes unterhalb der zu lindernden Verstopfung. Vielleicht trägt der Gebrauch dieser Garnituren dazu bei, daß viele Menschen den Einlauf fürchten und ablehnen.

OR-2-Darmrohr, Klistier.jpg

Das Darmrohr oder der Darmschlauch (Dr. Renate Collier) vermeidet die Nachteile der Klistierrohre und Garnituren. Bild 1 zeigt ein konventionelles Weichgummi-Darmrohr im Längenvergleich mit einem Plastic-Klistierrohr aus einer modernen Irrigator-Garnitur. Die Darmrohre sind lang, weich, und biegsam, sie passen sich den Darmkrümmungen an, und sie sind wesentlich sicherer gegen Darm-Perforation. Vor allem aber können sie den Einlauf direkt, spürbar, aber schmerzlos in den leicht dehnbaren Dickdarm leiten, wenn sie richtig eingeführt werden. Flexible Darmrohre als Einmalartikel für den Einlauf bestehen aus Silicon. Bequemer für den häuslichen Dauergebrauch sind die einfachen Darmschläuche älteren Stiles, genannt Ruesch-Typ, aus rotem Weichgummi wie gezeigt in Bild 1, vorne geschlossen und mit zwei versetzten seitlichen Augen, aber ohne Ballons. Ein zweiter Ruesch-Typ von Weichgummi-Darmrohr ist offen an der abgerundeten Spitze und hat nur ein seitlich versetztes Auge. Dieser Typ ist neuerdings (2010) in deutschen Apotheken (Berlin) erhältlich. Patienten berichten keinen spürbaren Unterschied zwischen beiden Typen, aber Vergleichstests zeigen eine höhere Flussrate bei dem Berliner Typ.

Weichgummi-Darmrohre in vielen Durchmesser-Größen können fest auf das Klistierrohr der Irrigator-Garnitur aufgeschoben werden. Hartgummiteile und Adaptoren sorgen für eine sichere Verbindung zwischen Darmrohr und Irrigatorschlauch. Die älteren und oft undichten Hartgummi-Absperrhähne sind modern durch (hoffentlich funktionierende) Schlauchklemmen ersetzt.

Der Außen-Durchmesser der Ruesch-Darmrohre wird in Millimeter angegeben. Im englischen Sprachraum ist eher die "French scale" in Gebrauch. Sie bedeutet den Außen-Umfang des Darmrohres in Millimeter. Durch die Zahl pi oder 3.12 geteilt, erhält man aus der French scale den Millimeter-Durchmesser. Die CH-(Charriere)-Scala ist eine Vereinfachung der French scale, mit einem Faktor von 3.1.

Ruesch-Darmrohr und sein Gebrauch[Bearbeiten]

Als bequemer Standard für normale Einläufe bei Erwachsenen gilt ein Darmrohr-Format von 10 oder 11 mm Durchmesser. Zum Gebrauch wird das Weichgummi-Darmrohr an den Irrigator-Schlauch angeschlossen und durch einen kurzen Probelauf aus dem gefüllten Irrigaror entlüftet. Danach wird das Darmrohr auf die vorderen 5 bis 8 cm seiner Länge mit wasserlöslichem Gel gleitend gemacht. Zum Einführen muss der Anus frei sichtbar und zugänglich sein, wenn nötig durch Spreizung einer der beiden Gluteus-Backen. Die hilfsbereite Patientin kann das Spreizen selbst übernehmen. Es ist verboten, ihren Anus mit dem Finger zu berühren und damit ihre Intimsphäre zu verletzen. Dabei ist es wichtig zu verstehen, dass ein nicht gleitendes Darmrohr die Darmwand verletzen könnte, dass aber das Gel sich beim Einführen auf die volle Länge des Darmrohres verteilen wird. Die vordringende Spitze des Darmrohres wird ein etwas unangenehmes Gefühl in ihrem Enddarm verursachen, das sich aber mit dem Einlauf schnell verliert. Das Darmrohr wird an festem Darminhalt oder am unteren Sigmoidalknick Widerstand finden. Aber zum Ende des ersten Liters wird es am Sigmoidalknick im inzwischen wasser-gefüllten Colon frei kommen.

Die helfende Person sollte das gleitend gemachte, angefüllte, und hoffentlich nicht tropfende Darmrohr langsam, vorsichtig, und nicht tiefer als 10 bis 12 cm einführen, dann den Beginn des Einlaufs anmelden, und erst danach die Schlauchklemme öffnen. Die Füllung des Darmes selbst wird vom Patienten gewöhnlich als angenehm oder gar erlösend bemerkt, und der Bauch wird an Umfang zunehmen. Dabei soll das Darmrohr tiefer, vielleicht 25 cm weit, eingeführt werden. Das geschieht am besten, während der zweite Liter einläuft und dabei den vorn und oben liegenden Querdarm anfüllt. Vor allem hilft die Knie-Ellenbogen-Lage bei der best-möglichen Verteilung der Einlaufmengen.

Dem Patienten, besonders dem Kind, sollte alles dies erklärt werden, um seine Angst zu zerstreuen. Der Patient kann Unterschiede im Durchmesser eines eingeführten Darmrohres kaum verspüren, aber die richtige Flexibilität und Leichtigkeit des Einführens hängen vom Durchmesser ab. Das (hier nicht empfohlene) Einführen des Darmrohres durch den Sigmoidalknick hindurch und in den absteigenden Dickdarm hinein erfordert Geduld von der Patientin und Vorsicht vom Helfer.

Anatomie-Skizze: Rectum, Sigmoid, absteigender Colon in Knie-Ellenbogen-Lage vor dem Einlauf

Bild 2: Diese Anatomie-Skizze zeigt die Analgegend einer weiblichen Person vor dem Einlauf in Knie-Ellenbogen-Lage mit eingeführtem Klistierrohr. In den Anleitungen über Einläufe für Frauen wird empfohlen, das Klistierrohr in Richtung auf den Bauchnabel einzuführen. Diese Anweisung ist richtig und nützlich, wenn die Darm-Anatomie verstanden ist. Der Enddarm ist dorsal am Darmbein des Beckens entlang gelegen. Daher kann der nach vorn gerichtete Sigmoidalknick erreicht und passiert werden, wenn das Darmrohr in Richtung auf das Rückgrat der Frau weiter eingeführt wird. Dadurch passt es sich der Krümmung des Darmes an. Endlich und sehr wichtig wird empfohlen, dass die Patientin beim Einführen des Darmrohres (aber nur bei geschlossener Absperrung) mit der Bauchmuskulatur dagegen presst, um die im distalen Sigmoid-Knick gelegene Sigmoidalklappe oder Hautfalte zu öffnen. Auch bei der Selbstbehandlung erleichtern schrittweises und gleichzeitiges Einführen und Gegenpressen die Prozedur. Durch Gegenpressen verliert die Patientin sogar die unangenehme Empfindung der Darmrohr-Spitze als eingedrungener Fremdkörper.

Anatomie-Skizze: Rectum, Sigmoid, und absteigender Colon in Knie-Ellenbogen-Lage, mit eingeführtem 11-mm Ruesch-Darmrohr

Bild 3: Anatomie-Skizze der Analregion einer weiblichen Person in Knie-Ellenbogen-Lage mit einem 30 cm-Darmrohr durch die distale Sigmoid-Flexur hindurch eingeführt.

Für alle Erwachsenen und für alle Körperpositionen zum Einlauf können als ungefähren Anhalt folgende Dimensionen angenommen werden. Das Rectum, oder der gerade enge Enddarm, ist 13 bis 18 cm lang. Die untere oder rectale oder distale Flexur, auch Sigmoidalknick genannt, ist eine recht scharfe Biegung von vielleicht 90 Grad nach vorn, und sie ist 15 bis 25 cm über dem Anus zu finden. Daher sind die käuflichen Darmrohre meistens 30 cm lang. Es ist unerwünscht, aber beim tiefen Einfuehren durchaus häufig, dass ein 40 cm langes Darmrohr an der rectalen Flexur umbiegt und beim Versuch es weiter vorzuschieben, den Anus von oben her erreicht und eine Ueberschwemmung verursacht. Daher sind Darmrohre länger als 30 cm unnötig für den normalen Einlauf.

Einlauf und Stuhldrang[Bearbeiten]

Stuhldrang ist eine Reaktion des bewussten Nervensystems auf die Füllung oder Druck-Erhöhung im Rectum oder Enddarm. Weil der Einlauf diese Reaktion hervorrufen kann und auch soll, ist es nötig, drei Typen von Stuhldrang informell zu unterscheiden. Stuhldrang Typ-1 ist die normale und gesunde Reaktion auf das Endstadium der Verdauung ("It is Potty Time"), aber er wird unabsichtlich und zum Schrecken des Patienten hervorgerufen, wenn der Einlauf durch ein kurzes Klistierrohr vor allem den druck-empfindlichen Enddarm füllt. Die Vermeidung von Stuhldrang Typ-1 ist der Grund zum möglichst tiefen Einführen des langen Weichgummi-Darmrohres. Stuhldrang Typ-2 ist die peristaltische Reaktion des Colon auf die Füllung durch einen grossen Einlauf. Weil diese Reaktion langsam einsetzt, ist es möglich, zwei oder drei Liter fast ohne Stuhldrang in den Dickdarm einzufüllen. Die Reaktion vieler Patienten ist ein Gefühl der Erlösung. Die erwünschte peristaltische Reaktion ist die Entleerung des gesamten Dickdarmes. Sie benötigt die empfohlene Wartezeit zwischen Einlauf und Darm-Entleerung oder Defaecation. Stuhldrang Typ-3 ist eine chronische Reaktion auf den Zustand des Darmsystems überladen mit verhärtetem Darminhalt. Der Stuhldrang ist permanent ausgelöst, und der müde und leidende Patient, Kind oder Erwachsener, versucht vergebens, seinen Darm zu entleeren. Ihm muss mit einer Einlaufserie und mit Stuhldrang Typ-2 geholfen werden.

Mehr über Darmrohr-Gebrauch[Bearbeiten]

Beim Einführen des Darmrohres kann es zu einem unangenehmen oder gar schmerzhaften Halt in der Sigmoidalflexur kommen, der durch geringes Zurückziehen des Darmrohres und durch Beginn des Einlaufes beantwortet werden sollte. Manchmal gelingt es, die Darmrohr-Spitze in das Colon zu dirigieren, indem man das eingeführte und vor der Flexur festgehaltene Darmrohr um seine Längsachse dreht.

Bei deutlicher Verstopfung sollte für den ersten Einlauf das dickere und steifere, aber sichere 12 mm-(F 38)-Darmrohr verwendet, aber nur 10 cm weit eingeführt werden. Weil aber dabei eine unangenehme Füllung des wenig dehnbaren Rectums entstehen kann, muss der erste Einlauf schon bei weniger als einem Liter beendet werden, falls der Patient/Patientin rectale Schmerzen (Stuhldrang Typ-1) meldet. Die Hilfsperson sollte ihn/sie auf diese Möglichkeit aufmerksam machen.

Körperpositionen beim Einlauf[Bearbeiten]

Zum Einlauf sollte der Patient eine möglichst bequeme Körperstellung einnehmen, um sich zu entspannen, um die Hilfe durch die pflegede Person zu ermöglichen, und auch um den Einlauf eine bestimmte Zeitlang einzubehalten. Für alle Einläufe liegt der Patient auf einer weichen Unterlage, und vier Körperstellungen sind üblich und empfohlen. Das Bett ist eine mögliche, aber unbequeme und riskante Stelle für den Einlauf. Sicherer und hygienisch besser ist die leere Badewanne. Ebenso hygienisch, aber viel bequemer ist eine Gummimatte für Gymnastik oder Yoga auf dem Fußboden des Badezimmers. Für alle Körperstellungen und Gelegenheiten sollte das Darmrohr oder der Schlauch festgehalten werden, um Ueberschwemmungen zu vermeiden.

Rückenlage: Das Becken ist durch ein festes Kissen in der Kreuzregion leicht angehoben (Lisbeth Ankenbrandt). Diese Stellung gilt als besonders bequem für die Selbstbehandlung, zum Teil wohl deshalb, weil der After in Rückenlage für das Pflegepersonal nicht recht zugänglich ist.

Zwei Seitenlagen enthalten ein ausgestrecktes Bein unten und ein angewinkeltes Bein oben. In beiden Lagen muß der After durch manuelle Spreizung des Gluteus freigelegt werden, wenn die für viele Frauen mögliche willkürliche Hüftgelenk-Spreizung nicht ausreicht oder nicht funktioniert. In linker Seitenlage kann ein kleiner Einlauf gravitativ und bequem in das Sigmoid fließen. Die rechte Seitenlage wird für große Einläufe empfohlen. Der Querdarm kann schon während des Einlaufs erreicht werden, am besten durch ein vorher eingeführtes Weichgummi-Darmrohr.

Knie-Ellenbogen-Lage zum Einlauf

Knie-Ellenbogen-Lage (Bild 4): Die Patientin kniet, beugt sich vornüber, und stützt sich auf Unterarme und Kopf. Therapeutisch ist diese Lage für alle Einläufe wohl die beste (Dr. Gisela Holl), aber sie gilt bei manchen Patienten (besonders Patientinnen?) als unbequem oder gar anstößig, vielleicht weil im Katechismus einer der großen Religionen diese Position für den sexuellen Coitus verboten ist (siehe References: The Comedians von Graham Greene). In der Knie-Ellenbogenlage ist es weder nötig noch bequem, daß die Patientin die Beine spreizt, denn ihr After ist auch bei geschlossenen Beinen leicht zugänglich. Außerdem hilft ihr der menschliche Sexualdimorphismus, ihre weibliche Hinterfront durch willkürliche Bewegung der Hüftgelenke zu spreizen. Ihr Dickdarm liegt tiefer als ihre Hinterfront, und sie kann bequem und rein gravitativ zwei Liter oder mehr bis in den Querdarm aufnehmen. Wenn die Patientin sich einhändig abstützen kann, sollte sie den Schlauch mit eingeführtem Darmrohr festhalten. Diese Hilfestellung schafft Zutrauen und erlaubt der Helferin, sich um den Fortschritt des Einlaufes zu kümmern. Normal eingenommen, ist die Knie-Ellenbogen-Lage recht stabil: sie gibt vier Standpunkte: Kopf, rechter oder linker Unterarm, zwei Kniee.

Flussrate für den Einlauf[Bearbeiten]

Innerhalb der zeitlichen Grenzen gegeben durch die peristaltische Reaktion, kann ein langsamer Einlauf sich tiefer verbreiten, und er wird vom Patienten als angenehmer und wirksamer empfunden. Ein normaler Zwei-Liter-Einlauf bis in den Querdarm sollte eine bequeme und wirksame Flussrate zwischen 1/2 Liter und 1 Liter pro Minute haben. Die Flussrate wird von den engsten Stellen des Schlauchsystems und von der Höhe des Irrigators über dem After bestimmt. Am einfachsten wird sie durch Heben und Senken des Gefäßes und mit der Zeituhr ausprobiert und eingehalten. Für die gebräuchlichen Irrigatoren und Schläuche ist eine Höhe von 30 bis 50 cm über dem Anus der Patientin richtig. Aber ein chronisch verstopftes Colon braucht zwei bis drei Minuten, um einen halben Liter aufzunehmen. Um dem Patienten rektale Schmerzen zu ersparen, wird dieser Dickdarm am besten mit einer geduldigen Serie von kleinen Einläufen aus geringerer Höhe entleert.

Viele Autoren empfehlen gelegentliche kurzzeitige Einlaufpausen. Man kann sie durch Zudrücken des Schlauches oder Schließen des Sperrhahnes erreichen. Jedoch hat das Pflegepersonal nicht unbegrenzte Zeit pro Patient und muss sogar eher auf die schnell verabreichbaren Fertigklistiere zurückgreifen. Bild 5 zeigt die Anal-und Ventral-Region einer weiblichen Person mit tief eingeführtem Darmrohr gegen Ende eines Zwei-Liter-Einlaufes. Das Colon erscheint gefüllt, und der Bauch ist leicht aufgebläht.

Anatomische Skizze, Knie-Ellenbogen-Lage mit tief eingeführtem 11 mm-Ruesch-Darmrohr gegen Ende eines Einlaufs von 2 Liter.

Wartezeit und Peristaltik[Bearbeiten]

Die Entleerung geschieht durch willkürliches Pressen mit Hilfe der Bauchmuskulatur, sowie durch Peristaltik, eine unbewußte aber geordnet wellenförmige Muskelbewegung des Dickdarmes. Die Peristaltik wird gesteuert vom Parasympathicus (einem Teil des vegetativen Nervensystems), der auf die Füllung durch Einlauf reagiert. Die Wartezeit ist die vom Parasympathicus benötigte Reaktionszeit und ist nicht genau bestimmbar. Viele Autoren empfehlen eine ungefähr richtige Wartezeit von 5 bis 10 Minuten. Das meist als unangenehm empfundene Abwarten kann der Patient entweder in der Einlauf-Position oder in zwei-minütigen Veränderungen der Position überstehen.

Eine bekannte Ärztin (Dr. Gisela Holl) empfiehlt, mit der Entleerung zu warten, bis drei peristaltische Kontraktionen deutlich verspürt worden sind. Weiterhin empfiehlt sie, daß der Patient zwei verschiedene abdominale Empfindungen unterscheiden solle, nämlich das Gefühl des vollen Bauches und das Gefühl der aktiven Peristaltik. Jedenfalls sollte eine Entleerung während einer vom Patienten klar erkannten peristaltischen Kontraktion nicht verhindert werden.

Massage der vom Dickdarm unterlagerten Bauchgegenden wird für die Wartezeit nach Einläufen empfohlen, wie unten erläutert. In der Darmreinigungs-Therapie von F. X. Mayr werden Darm-Massagen vor, aber nicht nach dem Einlauf empfohlen, um auf das Vagus-(oder Parasympathicus-)Nervensystem und seine Kontrolle der Peristaltik einzuwirken (siehe z. B. Dr. Renate Collier). Die F. X. Mayr-Massage vor dem Einlauf ist verständlich, wenn man eine Verbindung zwischen Bewusstsein und der Darm-Peristaltik annimmt. Diese Verbindung wird auch bei dem Zustand des Reizdarmes vermutet.

Selbst-Massage nach F. X. Mayr ist bequem, wirksam, und leicht erlernbar. Der/die Patient/in liegt (nach Einlauf von 2 Liter, aber vor der Entleerung) in Rückenlage auf fester Unterlage und mit einem festen Kissen unter der Kreuzregion. In dieser Lage wird der Bauch vorgestreckt und kann vorsichtig mit beiden Händen massiert werden. Die beste Richtung der Massage ist von den Flanken symmetrisch gegen die Mitte. Der Zweck der Massage ist die Anregung der Peristaltik, und nicht direkt die Fortbewegung des Darminhaltes oder des Einlaufes.

Ohne Rücksicht auf die Wartezeit kann ein normaler Einlauf kaum oder gar nicht die tagelang oder sogar jahrelang fortgeschrittene Verhärtung des entwässerten Darminhaltes durch Aufweichung rückgängig machen. Die Entleerungen bestehen aus Klumpen oder Brocken von verhärtetem Stuhl, vom Einlaufwasser zerteilt und ausgeschwemmt. Gefärbte oder deutlich trübe Entleerungen zeigen, daß der Einlauf den Weg zu weniger verhärtetem Darminhalt im Querdarm freigelegt hat. Es ist möglich, daß die gleiche Beschränkung der Wirksamkeit sowohl für Einläufe als auch für die gängigen Pharmatika (z. B. Dulcolax) zur Stuhlaufweichung gilt.

Einlauf und Entleerung[Bearbeiten]

Der Einlauf kann nicht die chronische Verhärtung des Darminhaltes rückgängig machen. Angewendet auf die Behandlung der akuten Verstopfung, empfiehlt diese Erkenntnis als Routine einen zweiten und sogar dritten Einlauf gleicher Größe, und zwar bald nach der möglichst vollständigen ersten Entleerung. Gegen akute Verstopfung, bei Schwierigkeiten mit dem Einführen des Darmrohres, und besonders während der Umstellung auf die Waerland-Kost mit täglichem Einlauf, empfehlen A. und E. Waerland, den Rectal-Bereich durch einen ersten Einlauf von nur 1/2 Liter und mit nur wenig tief eingeführtem Darmrohr frei zu spülen, danach den Irrigator wieder auf- zu füllen, und sofort nach dem Toilettenbesuch den eigentlichen großen Einlauf von 2 Liter in den absteigenden Dickdarm zu beginnen.

Anatomische Skizze: Nahezu leeres absteigendes Colon und Querdarm nach der Entleerung eines Zwei Liter-Einlaufs.

Nach einem großen Einlauf und während einer deutlichen Peristaltikwelle umfaßt der erste große Entleerungsstoß oder Wasserstrahl gewöhnlich weniger als die Hälfte der eingelaufenen Flüssigkeit und hoffentlich, aber längst nicht immer, zusammen mit dem in Bewegung gesetzten Darminhalt. Die Zusammensetzung des ersten Entleerungsstoßes kann entscheiden, ob ein zweiter Einlauf nötig ist. Weitere kleinere Entleerungen folgen in Abständen von mehreren Minuten und sind merkbar gesteuert von der Peristaltik. Nach ihrer Rückkehr von der Toilette beschreiben manche Patienten dieses Stadium als ein Gefühl der Erleichterung und als eine in ihrem Bauch eintretende Zufriedenheit. Dieser erfreuliche Körperzustand hängt vermutlich zusammen mit der abklingenden Peristaltik.

Bild 6 (anatomische Skizze) zeigt die Anal-und Ventralregion einer weiblichen Person nach der vollständigen Entleerung eines Zwei-Liter-Einlaufes. Das Rectum ist leer, und das Colon erscheint leer und im Zustand der Ruhe. Das Weichgummi-Darmrohr zeigt noch eine kurze Weile lang die sigmoidale Krümmung.

Unvollständige Entleerung[Bearbeiten]

Das Abklingen der Peristaltik kann die Entleerung vorzeitig beenden und Einlaufreste im Colon zurücklassen, die allmählich und osmotisch in den Körperhaushalt absorbiert werden (schätzungsweise bis zu 1 Liter pro Stunde) und, soweit stoechiometrisch nötig, durch den Urin-Kreislauf ausgeschieden werden. Dieser komplexe Flüssigkeits-Austausch wird, nicht immer gerechtfertigt, für akuten oder chronischen Kationen-Mangel, z. B. Kalium, verantwortlich gemacht. Vor allem aber ist diese Wirkung der unvollständigen Entleerung eines Wasser-Einlaufes unbequem, denn sie erfordert zusätzliche Besuche der Toilette.


Einlauf: Nebenwirkungen[Bearbeiten]

Der Verlust von Darmflora (z. B. Acidophilus gen.) und von Metall-Ionen (besonders Kalium) gilt zu Unrecht als Nebenwirkung des Einlaufs. Der Bedarf des Menschen an K+ wird im unteren Dickdarmbereich durch Wasserentzug aus dem eindickenden und sich verfestigenden Darminhalt gewonnen. Wenn dieses Wasser durch Einlauf ersetzt wird, und wenn der Einlauf nicht entleert wird, kann es durch osmotische Verdünnung der Körperflüssigkeit zu einem akuten Kalium-Mangel kommen. Der menschliche Wasserbedarf wird unabsichtlich, aber ebenso wirksam wie das orthograde Trinken, durch Absorption von retrograden Einlaufresten hergestellt. Es gibt keine Daten über dieses Verhalten, aber es ist nachweisbar, daß Trinkwasser, ebenso wie steriles Einlaufwasser, sehr wenig Kalium-Ionen enthält. Um einen Elektrolytverlust von K+ Ion zu erzeugen, dürfte der Einlauf nicht entleert werden, obwohl die Entleerung das eigentliche Ziel ist. Bisher hat noch niemand ernstlich vor Wassertrinken als Ursache für Elektrolytverlust gewarnt. Trotzdem empfiehlt Dr. Renate Collier den Ersatz des bei Einlauf-Serien möglicherweise verloren gehenden Elektrolytes von Kationen, besonders das lebenswichtige Kalium (Potassium, K*). Potassium-Glutamat in Tablettenform ist nicht apothekenpflichtig und im USA-Lebensmittel-Handel erhältlich.

Die aktive Brutstätte der Darmflora ist der Blinddarmbereich und vielleicht auch der aufsteigende Darmabschnitt. Deshalb sollte bei Einläufen zur Abhilfe von Verstopfung für eine vollständige Entleerung gesorgt werden, aber gleichzeitig sollte der Blinddarmbereich von der Ausspülung möglichst verschont bleiben. Beides kann durch stimulierende Einlaufzusätze, durch die Knie-Ellenbogen-Lage beim Einlauf und vor der Entleerung (siehe A. & E. Waerland), und endlich durch Geduld auf der Toilette erreicht werden.

Einlauf und Geburtshilfe[Bearbeiten]

Frühere Generationen von Frauen bekamen Einläufe zu Beginn oder während der Wehenphase der Geburt, um die unwillkürliche Defaecation hygienisch und pflegerisch zu steuern, und auch um den Geburtsvorgang zu erleichtern. Damals waren die meisten Frauen von Kind auf vertraut mit dem Einlauf, und die Hebamme kam ins Haus mit Irrigator und Darmschlauch. Sie sterilisierte große Mengen von Wasser (wohl auch für den Einlauf) durch Abkochen. Sie brachte Hygiene und Sicherheit vor Infektion, und sie symbolisierte Ruhe, Hilfe und Erleichterung. Heutzutage wird der prä- oder syn-partale Einlauf eher abgelehnt. Die Gründe für die moderne Entwicklung sind komplex, aber verständlich.

Ein voller Dickdarm ist eine zusätzliche Belastung für einen gebärenden Bauchbereich. Eine Darmentleerung durch Einlauf fördert den Ablauf der Geburtswehen und bringt der Frau Erleichterung. Jeder Einlauf kann nur wirken in Ruhe und durch das Gefühl der Geborgenheit. Aber es gibt keine Ruhe während einer Geburt. Viele neue und schmerzhafte oder anstrengende Vorgänge laufen gleichzeitig ab. Das Pflegepersonal hat kaum Zeit für Erklärungen und Ermunterungen, oder für zusätzliche Prozeduren. Die gebärende Frau ist allein. Sie hat wohl noch nie einen Einlauf erlebt, oder sie hat kindheitliche Bedenken gegen diesen Eingriff in ihre Privatsphäre. Der ungewohnte Eingriff kommt, während sie voll beschäftigt ist.

Ein Einlauf zuhause und vor der Geburt könnte ein Teil der privaten Vorbereitung sein. Junge Frauen und ihre Ehemänner könnten durch pflegerische Unterrichtung mit den Vorgängen der Geburt, der Geburtshilfe, und des prae-partalen Einlaufs vertraut gemacht werden, wenn das staatliche und private Gesundheitswesen diesen Unterricht unterstützen oder sogar einrichten wollte. Aber ohne die Kenntnis, die ein solcher Unterricht übermitteln kann, ist heutzutage eine Geburt nicht die rechte Zeit und der rechte Ort für einen Einlauf, obwohl er eine wichtige Hilfe sein könnte.

Einlauf zur Körperpflege?[Bearbeiten]

Diese Frage ist umstritten. Sie berührt medizinische Prinzipien, persönliche Vorurteile und Fragen des Brauchtums, und sie ist nicht leicht eindeutig zu beantworten. Der ideal-gesunde Vorgang der Verdauung ist ein dynamisches Gleichgewicht zwischen Nahrung, Hunger, körperlichem Wasserhaushalt, und Defaecation oder Entleerung. Das Gleichgewicht enthält unter vielem Anderem den wichtigen Fett-Haushalt und ist daher lebenswichtig, aber der heutige Lebensstil und seine Excesse wirken störend. Die Erhaltung des physiologischen Gleichgewichtes erfordert Einsicht, Bescheidenheit, und Disziplin.

Einläufe können als gelegentliche oder tägliche Gleichgewichts-Hilfe angesehen werden. Ein physiologisch harmloser Einlauf wird nicht schädlich durch täglichen Gebrauch, aber er wird zur Gewohnheit, und die Beurteilung dieser Gewohnheit ist eine kulturelle oder Brauchtums-Aufgabe, aber kein rein medizinisches Problem. Dr. Isabella Moser erklärt sogar, dass die physiologische Einlauf-Gewöhnung besonders durch die nur rektal wirkenden Fertigklistiere gefördert wird, also durch Einläufe von weniger als 1 Liter.

In einem normalen Lebensstil ohne häufiges Wassertrinken, aber mit vielen Kaffeepausen (Kaffee ist ein Diureticum), ist die Entwässerung und Verhärtung des Darm-Inhaltes schon nach drei Tagen so weit fortgeschritten, daß der Stuhlgang schwierig und schmerzhaft wird, sodaß diese Person auf Einlaufhilfe angewiesen ist.

Einlauf bei Störung der Peristaltik[Bearbeiten]

Adhäsionen und mechanisch verursachte Vernarbungen am Colon können durch scrotale Hernia entstehen, besonders durch das Stopfen des vorgefallenen Dickdarmes zurück in die Bauchhöhle. Die schmerzlose und deshalb fast immer unbemerkte Verletzung des Darmes blutet innerlich, verheilt, und bildet Narben. Das Narbengewebe wird die Peristaltik permanent stören und für die so betroffenen Männer den häufigen Gebrauch von Abführmitteln oder Einläufen permanent machen. Ob Darmschäden dieser Art auch bei Frauen auftreten, ist ungewiss. Vielleicht kann es auch bei inguinaler Hernia oder Leistenbruch zu Colon-Vernarbungen kommen. Solche Vermutungen sind Beispiele für die nötige medizinische Beurteilung des täglichen Einlaufes.

Wirksame Einlauf-Prozedur bei vernarbtem Sigmoid[Bearbeiten]

In einem einzelnen Fall von chronischen Beschwerden durch ein vernarbtes Sigmoid gibt eine spezielle Strategie regelmäßig guten Erfolg. Das heißt, der Patient hat einen Tag lang ein leeres aber normal aktives Colon, ohne Beschwerden durch Verstopfung oder Darmträgheit. Jedoch beseitigt diese Einlauf-Strategie nicht die peristaltische Funktions-Störung. Wie berichtet (Dr.G. Holl, persönl.) nimmt der Patient einen täglichen Einlauf von 1 Liter Wasser von 43 Grad Celsius mit 1 Teelöffel flüssiger Castil-Pfefferminz-Seife, gegeben in Knie-Ellenbogen-Lage und einbehalten 3 Minuten lang oder bis zur deutlichen peristaltischen Reaktion. Unmittelbar nach der nicht ganz vollständigen Entleerung wird ein zweiter Einlauf gegeben, von 2 Liter reinem Wasser von 43 Grad Celsius. Dabei soll das Darmrohr möglicht tief, also mindestens 25 cm, eingeführt werden. Der zweite Einlauf wird sofort entleert, während das Colon noch durch den ersten Einlauf peristaltisch erregt ist. Deshalb ist das Einhalten der Zeit zwischen beiden Einläufen kritisch. Der zweite Einlauf soll vollständig und geduldig entleert werden.

Einlauf und Biologie der Selbstheilung[Bearbeiten]

Dieses Thema ist langfristig wichtig, geht aber weit hinaus über das Thema Einlauf. Es kann hier nur auf das Thema hingewiesen werden. Eine physiologische Forschungsrichtung beobachtet und vermutet, dass Wirbeltiere und auch der Mensch eine weitgehende Fähigkeit zur Selbstheilung von Infektionen und gelegentlichen Schädigungen durch Giftstoffe besitzen. Diese Selbstheilung ist bisher noch sehr ungenügend bekannt und kann deshalb als unwahr abgelehnt werden. Falls die Selbstheilung existiert, so sollte ihre medizinische Unterstützung sich auf die Bewahrung der normalen und selbstheil-fähigen Körper-Physiologie konzentrieren. Diese Ansicht ist die Grundlage der Einlauf-Therapien zur Abwehr von Grippe-Epidemien und zum langfristigen Schutz vor Krebs-Erkrankungen.

Einige Autoren vermuten, dass Einläufe dem Entstehen von Darmkrebs entgegen wirken. Diese Ansicht ist medizinisch nicht bewiesen, aber auch nicht als unhaltbar zu betrachten. Biologen und Mediziner sind sich einig darüber, dass eine gesunde Ernährung, eine intakte Darm-Peristaltik, ein normales Körpergewicht, und Muskeltraining den Darmkrebs weniger wahrscheinlich machen. Der Gebrauch von Einläufen ist passend zu diesem Lebensstil.

Einlauf psychologisch gesehen[Bearbeiten]

Wie es anderswo im Pflegewiki betont ist (siehe Einlauf), bedeutet der Einlauf eine massive Invasion der persönlichen Psyche und Körperregion. Daher muss vom Pflegepersonal viel Vorsicht, Taktgefühl und Verständnis verlangt werden. Aber die oft gehörten und selten notierten Bemerkungen der Patienten beim Einlauf und nach der Entleerung sollten beachtet und systematisch studiert werden, vorausgesetzt, dass es möglich ist, den pflegerischen Alltag oder wirklich private Unterhaltungen als Datenquellen für psychologische Erkenntnis zu benutzen.

Eine weit verbreitete Faszination mit Einläufen ist bekannt (als Klysmaphilie) bei Kindern, Männern und Frauen, und sie ist literarisch (Nancy Friday: Men in Love) und historisch (Louis 14, König von Frankreich) beschrieben. Aber die Verbreitung, der psychologische Hintergrund, und sexuelle Beziehungen dieses Interesses sind unbekannt und werden deshalb moralisch und religiös falsch ausgelegt. Wenn auch früher als aberrante Geisteshaltung verurteilt, ist die Klysmaphilie eher eine psychologische Hilfe zur Linderung von körperlichen Beschwerden. Daten über diesen Aspekt sind bisher nicht wissenschaftlich gesammelt und ausgewertet worden. Jedoch ist das Studium der Klysmaphilie nicht Aufgabe des Pflegewiki.

Einlauf, medizinisch gesehen[Bearbeiten]

Gibt es so etwas wie "Heilung durch Einlauf" ? - Wohl nicht, oder nur selten, und gewiss hat die allopathische oder Schulmedizin andere Sorgen und Ziele. In einer Medizin-Kultur, die durch die Pharma-Industrie und ihre Advokaten und Aerzte bestimmt wird, ist der nicht-klinische Einlauf als Hausmittel gefährlich, veraltet, fehl am Platz, und sollte ganz aufgegeben werden. Aber die Gemeinschaft der Mediziner dokumentiert ein wesentlich breiteres Spektrum von Meinungen oder professionellen Denk-Richtlinien. Die folgenden zwei anekdotischen Urteile über eine definierte Anwendung von Einläufen zeigen vielleicht dieses Meinungs-Spektrum. Beide Urteile beziehen sich auf denselben Fall einer mechanischen Darmverletzung und Peristaltik-Störung. Dieser Zustand soll durch tägliche Einläufe behandelt, und vielleicht sogar geheilt werden.

Beurteilung A (Dr. RGL, praktische Aerztin i. R.): Diese Anwendung ist ein gutes Beispiel einer nicht-invasiven Therapie. Der tägliche Einlauf ist Bestandteil einer Verhaltensregel, die Diät, Gymnastik, und Energie-Zufuhr umfasst. Optimale Bedingungen sollen ermöglichen, dass der Körper sich selbst heilen kann. Die ärztliche Aufgabe ist es, die Verhaltensregel und den Zustand des Körpers zu definieren und dadurch die Selbstheilung zu fördern oder den Ausfall von physiologischen Funktionen (Peristaltik) permanent zu kompensieren. Aerztliche Aufgabe ist es weiterhin, für eine sichere und schonende Durchführung der Einlauf-Therapie zu sorgen. Die Pflegewiki-Anweisungen in "Einlauf in Medizin und Naturheilkunde" sowie in "Einlauf" sind hierzu geeignete Richtlinien.

Beurteilung B (Dr. RN-N, praktische Aerztin, verstorben): Diese Anwendung beruht auf einer medizinisch und sittlich nicht vertretbaren Auffassung des Darmeinlaufes als Heilmethode, wie sie auf Grund einer aberranten Psychologie als Klysmaphilie von sonst intelligenten und sittlich normalen Patienten betrieben wird, aber von der Medizin nicht unterstützt werden sollte. Die Darmabschnitte mit gestörter Peristaltik können chirurgisch excisiert werden, und die Darmträgheit kann durch eine Vielzahl von Pharmaceutica geregelt werden. Es gibt keinen medizinisch vertretbaren Grund für eine Einlauf-Dauer-Therapie. Die Klysmaphilie kann nicht medizinisch geheilt werden, aber sie erfordert psychotherapeutische Behandlung.

Anwendungen[Bearbeiten]

… als Heilmethode[Bearbeiten]

Angestellte und Hilfskräfte in der offiziellen oder beruflichen Krankenpflege dürfen Einläufe nur mit Zustimmung eines approbierten Arztes durchführen oder bei der Durchführung helfen (Körperverletzung). Bei privaten Anwendungen des Einlaufs ist ärztliche Zustimmung zwar empfohlen, aber nicht gesetzliche Pflicht.

Die Darmreinigung oder Darmsanierung, eine medizinisch umstrittene, aber gesetzlich erlaubte Heilmethode, ist ein weit verbreitetes privates Anwendungsgebiet für Einläufe. In der privaten Altenpflege werden zunehmend Einläufe anstelle von Medikamenten verwendet. Einläufe sind Bestandteile einer natur-medizinischen und privaten Strategie zur Abwehr von Grippe-Infektionen, und sogar zum vermuteten aber medizinisch unbewiesenen Schutz gegen Dickdarmkrebs. Früher, und vielleicht heute noch, wurden Einläufe auch zur Entleerung des Colon bei der Vertreibung von Darmparasiten (Oxyuriden) eingesetzt. Ein unklarer Sonderfall ist der prae-partale Einlauf als Geburtsvorbereitung. Endlich dienen Einläufe als privat erlaubte oder ärztlich zugängliche Heilmittel in Staaten mit ungenügender medizinischer Versorgung, sowie in Kulturen und Religionen mit Verboten gegen Medikamente.

… beim Hausgebrauch: Empfehlungen und Gefahren[Bearbeiten]

Abgesehen von der (seltenen) rektalen Einbringung von Medikamenten, ist das Ziel aller Einläufe die Entleerung des Colons durch eine künstlich angeregte Peristaltik. Als Haus-Heilmittel für Kinder und Erwachsene ist der Einlauf umständlicher als Abführpillen, aber wirksamer, gesünder, und die Physiologie weniger belastend als die Pharma-Medikamente. Aber der Einlauf ist für viele Menschen, besonders für Kinder, eine psychologische Invasion der Privatsphäre. Die Idee, den Einlauf als Drohung, Strafe, oder Erziehungsmittel zu verwenden, ist zerstörend, aber immer noch aktiv. Diese Gefahr erfordert von der helfenden Person ein liebevolles Verständnis für das kranke Kind oder den colon-blockierten alten Mann. Für alle Einläufe muß jedem Patienten Ruhe und Intimitat gewährt werden.

Bei Beschreibungen von CHT und dem Einlauf wird bemerkt, daß der Einlauf nur die untersten 10 bis 20 cm des Enddarmes freimachen kann. Diese Feststellung ist richtig, aber sie gilt nur für Miniklistiere und Einläufe von weniger als einem halben Liter. Die hier beschriebenen Einläufe können ohne Schwierigkeit und ohne Unbehagen den gesamten Dickdarm ausspülen.

... als Hausmittel[Bearbeiten]

Als Haus-Heilmittel gegen Verstopfung und andere Unpäßlichkeiten empfiehlt die Naturheilkunde oder Alternativmedizin Einläufe von 1 Liter oder besser 2 Liter. Für Kinder gilt die Hälfte dieser Menge, aber es ist zu beachten, daß der präpubertäre Darm an Volumen und Leistung dem erwachsenen Darm gleicht, um das Körperwachstum zu ermöglichen. Sowohl bei Erwachsenen wie bei Kindern im Schul-Alter kann ein Zwei-Liter-Einlauf das Caecum (den Blinddarm) erreichen.

Der Einlauf soll 39 bis 43 Grad Celsius warm sein, entweder als stark verdünnte wässrige Lösung von Castil-Seife (typisch 1 Teelöffel auf 2 Liter) und / oder aromatischen Extrakten (auf 2 Liter typisch 1 Teelöffel Kamillosan, oder 2 bis 3 Spritzer Pfefferminz-Extrakt aus der Tropfflasche), oder als reines Wasser, oder als physiologische Kochsalzlösung (siehe Elisabeth Ankenbrandt, Kristina Amelong). Die Entscheidung über das Einlauf-Rezept ist Gewohnheit. Am schonendsten ist reines Wasser, aber der Zusatz von Kamille oder Castilseife "gives it an extra kick" und hilft bei der Entleerung (Kristina Amelong at Optimalhealthnetwork.com). Jeder normale Einlauf sollte ein paar Minuten lang vor der Entleerung zurückgehalten werden, um die Peristaltik anzuregen.

Ein zweiter ebenso großer Einlauf mit reinem Wasser mit oder ohne Pfefferminz-Extract, anschließend an den Einlauf mit Castilseife, wird empfohlen, um die möglicherweise irritierenden Seifenreste zu entfernen (e. g. Fraudoktor). Meistens führt der zweite Einlauf auch zu weiterer Entleerung von Darminhalt.

Bewertungen[Bearbeiten]

Als Folge einer langen Kulturgeschichte des Einlaufes gibt es im deutschen Sprachbereich viele genau bezeichnete Einlauf-Typen, die in den Vorschriften für die Krankenpflege festgelegt sind (siehe Einlauf). In der medizinischen Literatur und auf Grund von anekdotischen Daten werden mitunter einzelne oder alle Einlaufmethoden als gefährlich oder untauglich bezeichnet. Einzelne Todesfälle im Zusammenhang mit Einläufen sind historisch bekannt (z. B. Marilyn Monroe) aber nur mit schweren oder kriminellen Fehlern in der Heilabsicht oder der Durchführung. Physiologische Gefahren und ihre Vermeidung durch Fachkenntnisse gibt es wohl vor allem bei Einläufen zur Verabreichung von Medikamenten.

Die Colon-Hydro-Therapie (CHT) ist eine eher kommerziell als klinisch betriebene Technik zur Entleerung und Sanierung des Dickdarmes. Die CHT ist eine von ausgebildeten Fachkräften mechanisch gesteuerte Folge von Einläufen. Wie beschrieben von ihren Fürsprechern, ist die CHT bequemer, wirksamer, und schneller, aber auch teurer als Großmutters Einlauf im vertrauten Badezimmer. Eine klinische Version der CHT ist die rektale Darmspülung. Ein moderner, kommerziell betriebener, und ebenfalls teurer Ersatz für den einfachen und gravitativ wirkenden Einlauf aus dem Irrigator ist die Irrigation, angetrieben von einer elektrischen Pumpe mit Batterie oder Netzanschluß.

Für die Sicherheit und das medizinische Verständnis des Themas Einlauf genügen die Weisheit des praktischen Arztes und der Krankenpflege, sowie die genauen und verläßlichen Pflegeanweisungen. Für die private Anwendung des Einlaufes, allein oder mit der Hilfe einer vertrauten Person, soll das hier Beschriebene und Empfohlene dienen.

Siehe auch:[Bearbeiten]

References[Bearbeiten]

  • Knie-Ellenbogen-Lage zum Einlauf: siehe "The Comedians" by Graham Greene, a book describing conditions in Port-Au-Prince, Haiti under Papa Doc Duvalier. Tonton Macoute police maintain control over poor women through repressive sexual intercourse, that is, by ordering them to assume the forbidden knee-elbow position.