Einlauf

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Ein Einlauf oder ein Klistier ist die Einleitung von Flüssigkeit in den menschlichen Dickdarm durch den After. Einläufe werden angewendet als Abhilfe bei Verstopfung, zur Verabreichung von Medikamenten und zur Vorbereitung des Kranken auf physiologische oder intern-medizinische Analysen wie Durchleuchtung oder Darmspiegelung. Der Einlauf hat eine langzeitige kulturgeschichtliche Bedeutung, und in der heutigen Medizin enthält er eine klinisch wichtige Gruppe von Pflege-Handlungen. Endlich gibt es auch einen privaten und weit verbreiteten Anwendungsbereich für den Einlauf. Er ist wesentlich bei der Darmreinigung, einer medizinisch umstrittenen, aber gesetzlich anerkannten oder unberührten Heilmethode. Für den privaten Gebrauch von Einläufen sind Kenntnis, Aufklärung, und Anleitung ebenso wichtig wie für den klinischen Bereich. Ein anderer Beitrag enthält Anleitung für den privaten Gebrauch, siehe Einlauf in Medizin und Naturheilkunde und Knie-Ellenbogen-Lage.

Historisches[Bearbeiten]

Die ägyptische Kultur

Der Ursprung der Einläufe und Klistiere läßt sich bis zu den alten ägyptischen Kulturen zurückverfolgen. Mit Tierblasen und Ochsenhörnern, welche vorn geöffnet waren, wurden Klistiere bzw. Einläufe eingebracht. Nach Vorstellung der Ägypter war der Darm Hauptsitz pathologischer Prozesse, und das Verbleiben von Stuhl im Darm galt als überaus gefährlich. So wurden eine Reihe von Maßnahmen zu dessen Entleerung getroffen.

Die Kulturen Zentral- und Südamerikas

Die aztekischen Ärzte verfügten über umfangreiches Wissen, was Heilkräuter anbelangte. Es wurden Einläufe aus Heilkräutern, Ölen und Wein auch zur Behandlung von Krankheiten wie Fieber, Kopfschmerzen und Wurmbefall gegeben. Einläufe und Klistiere wurden jedoch nicht ausschließlich zu medizinischen Zwecken eingebracht, sondern dienten auch rituellen Reinigungen und ebenso der Verabreichung von Drogen.

Die griechische Kultur

Die Einläufe und Klistiere wurden als eine Maßnahme der Reinigung und/oder Entleerung verdorbener Körpersäfte vorgenommen. Brech- und Abführmittel waren bekannt.

Siehe auch unter Klistier.

Grundlegendes[Bearbeiten]

Einläufe welcher Art auch immer, stellen eine invasive Maßnahme dar. Der Patient muss daher gründlich über die Art, Wirkungsweise und erforderliche Verhaltensweisen bzgl. vor - während - und nach dem Einlauf informiert werden, auch Kinder sollen darüber aufgeklärt werden, sofern sie es ihrem Entwicklungsstand entsprechend verstehen können. Ein Einlauf darf nur mit Zustimmung des Patienten (evt. Einverständniserklärung) gemacht werden, außer es ist aus medizinischer Sicht notwendig, um dem Patienten vor Schaden zu bewahren.

Auf alle Fälle ist die Intimsphäre des Patienten zu wahren, daher sollte der Einlauf nicht im Krankenzimmer erfolgen, wenn andere Patienten oder Unbeteiligte zusehen könnten. Die Art des Einlaufs und die zu verwendende Flüssigkeit evt. von Zusätzen bedürfen einer ärztlichen Anordnung. Die Spülflüssigkeit sollte in der Regel immer Körpertemperatur haben, wenn nichts anderes angegeben wurde. Der Patient sollte den Einlauf so lange wie möglich bei sich behalten, mindestens jedoch 5 Minuten, um eine ausreichende Wirkung zu erzielen. Kinder sollen während des Einlaufes beruhigt und abgelenkt werden, besonders wenn sie unruhig sind, ältere Kinder machen in der Regel keine Probleme.

Nach dem Einlauf erfolgt eine Kontrolle der Ausscheidung und deren Dokumentation (Menge, Konsistenz und sonstiger Auffälligkeiten). Dem Patienten sollte nach dem Einlauf eine Intimtoilette angeboten werden. Da einige Einlaufarten sehr kreislaufbelastend sind, soll dem Patienten nach dem Einlauf die Möglichkeit der Erholung gegeben werden.

Indikationen[Bearbeiten]

Es gibt unterschiedliche Voraussetzungen, warum ein Einlauf notwendig wird. Die häufigsten Gründe sind eine hartnäckige Verstopfung und diagnostische Maßnahmen im Enddarmbereich sowie vor Darmspiegelungen. Der Einlauf dient dabei als "mechanisches" Abführmittel. Ein Einlauf wird häufig auch vor und während Fastenkuren verwendet, um den Darm zu entlasten und zu reinigen. Die therapeutischen Gründe kommen vergleichsweise selten vor. Eine Sonderform des Einlaufes, nämlich die Irrigation wird bei Stoma und Stuhlinkontinenz eingesetzt. Diese Technik ist mit der rektalen Darmspülung vergleichbar. Manchmal werden Klistiere oder Einläufe auch aus nichtmedizinischen Gründen für verschiedene sexuelle Praktiken verwendet. Ein Einlauf wird in der Regel aus folgenden Gründen eingesetzt:

abführende Maßnahme[Bearbeiten]

Vorbereitung von diagnostischen Maßnahmen[Bearbeiten]

therapeutische Maßnahmen[Bearbeiten]

nichtmedizinische Gründe[Bearbeiten]

Kontraindikationen[Bearbeiten]

Neben den Indikationen für einen Einlauf gibt es auch einige Punkte, bei denen kein Einlauf durchgeführt werden darf bzw. nur unter ausdrücklicher Anweisung des Arztes. Wird in so einem Fall ein Einlauf verabreicht, dann ist hier besondere Sorgfalt walten zu lassen. Der Patient muss genauestens beobachtet und bei jeder kleinsten Veränderung (z.B. Schmerzäußerung) sofort der Einlauf unterbrochen und dem Arzt mitgeteilt werden. Vorsicht ist auch geboten, wenn Hämorrhoiden 3. Grades leicht zu Blutungen neigen, während einer Schwangerschaft, bei entzündlichen Darmerkrankungen (z.B. Colitis ulcerosa, Morbus Crohn) und bei angeborenen Fehlbildungen im Dickdarm und Enddarmbereich wie z.B. bei Megacolon oder bei einer Analatresie.


Wirkungsprinzipien von abführenden Einläufen[Bearbeiten]

Die Wirkung des Einlaufs kann durch verschiedene Maßnahmen verstärkt werden, so daß eine noch bessere Darmentleerung erfolgt. Dabei kommen unterschiedliche Mechanismen zum Einsatz, welche die Peristaltik des Darmes besonders gut anregen können. Manchmal genügen schon einfache Maßnahmen wie die Absenkung der Temperatur der Spülflüssigkeit auf 30 bis 35 Grad, um den Darm anzuregen. Ebenso wirkt besonders bei Säuglingen und Kleinkindern manchmal schon das blose Einführen eines Fieberthermometers oder des Darmrohres, um den Stuhlgang auszulösen. Helfen diese einfachen Dinge nicht mehr, dann kann durch die Zugabe von schleimhautreizenden oder peristaltikanregenden Zusätzen (Abführmittel) eine Darmentleerung ausgelöst werden. Durch folgende Mechanismen kann eine verbesserte Wirkung erzielt werden:

Mechanischer Reiz:[Bearbeiten]

  • durch Fremdkörper (Darmrohr)
  • durch den Druck der einlaufenden Flüssigkeit
  • durch Menge der Spülflüssigkeit

Thermischer Reiz:[Bearbeiten]

  • Temperatur absenken auf etwa 30 - 35 Grad = starker Reiz (Krampfgefahr)
  • Temperatur anheben auf etwa 38 - 40 Grad = schwacher Reiz (wird selten verwendet)

Chemischer Reiz:[Bearbeiten]

Warnhinweise[Bearbeiten]

Ein Zusatz zur Einlaufflüssigkeit, der früher häufig besonders bei entzündlichen Darmerkrankungen verwendet wurde, soll aus heutiger Sicht nur mit Vorsicht verwendet werden. Es handelt sich hierbei um die Kamille bzw. eine Kamillenabkochung die als Zusatz verwendet wurde. Bei Menschen mit Beifuß-Pollinose und bei Asthmatikern besteht ein erhöhtes Risiko zu anaphylaktischen Reaktionen auf Kamille und das häufiger als bisher angenommen. Die meisten Betroffenen reagieren verzögert mit einer Kontaktdermatitis darauf, einige jedoch sofort mit einem mitunter tödlich verlaufenden anaphylaktischen Schock. Die meisten Allergiker wußten bis zum Auftreten der allergischen Reaktionen nichts davon, sie hatten Kamillentee getrunken oder wegen einer Bronchitis die Kamillendämpfe inhaliert. Natürlich gilt dieser Warnhinweis auch für andere Pflanzenabkochungen, hier sollten Allergiker besonders vorsichtig sein.

Die Benutzung von Kernseife als Beigabe zur Spülflüssigkeit, wie es früher häufig praktiziert wurde, kann nach heutiger Erkenntnis zu Reizungen der empfindlichen Darmschleimhaut und gesundheitlichen Störungen führen. Wird dennoch dieser Zusatz verwendet, dann darf nur reine Kernseife verwendet werden und es ist darauf zu achten, dass im Wasser keine Klumpenbildung besteht. Es wird nur soviel Kernseife im Wasser gelöst, bis eine milchigtrübe Lösung entstanden ist. Nach dem Einlauf mit Seifenwasser sollte ein weiterer Einlauf mit klarem Wasser folgen, um die letzten Seifenreste aus dem Darm zu entfernen.

Therapeutische und diagnostische Einläufe[Bearbeiten]

In seltenen Fällen müssen bestimmte Medikamente, die normalerweise oral gegeben werden, über einen Einlauf verabreicht werden, wenn der Patient nicht in der Lage ist, das Medikament oral zu sich zu nehmen, oder eine sinnvolle, gleich schnell wirkende Alternative gegenwärtig nicht zur Verfügung steht. Eine etwas unbekannte, aber früher häufiger verwendete Maßnahme war die Anwendung von Einläufen zur Fiebersenkung. Auch zu diagnostischen Zwecken kann ein Einlauf notwendig sein.


Lactulose-Einlauf[Bearbeiten]

Bei dekompensierte Leberzirrhose mit Koma kann ein Lactulose-Einlauf sehr hilfreich sein. Dazu werden etwa 300 ml Lactulose (Bifiteral®) mit 700 ml Wasser verdünnt und körperwarm langsam verabreicht. Der Einlauf soll so lange wie möglich, mindestens aber 5 Minuten im Darm gehalten werden. Dieser Einlauf wird 2x täglich gegeben.

Resonium-Einlauf[Bearbeiten]

Resonium A® ist ein Kationenaustauscher zum Austausch von Kalium-Ionen gegen Natrium-Ionen und wird z.B. bei Hyperkaliämie, bei Anurie oder schwerer Oligurie (hauptsächlich bei akuter oder chronischer Niereninsuffizienz) oral oder rektal gegeben. Bei der rektalen Applikation als Einlauf werden 30 g Resonium A® in 150-250 ml Flüssigkeit (Wasser oder 10%ige wässrige Glukoselösung oder 1%ige wässrige Methylzelluloselösung) körperwarm gegeben. (Praxistipp: da Resonium A® sehr schwer wasserlöslich ist, sollte die Lösung während des Einlaufs zwichendurch im Irrigator aufgerührt werden, da ansonsten Klumpen das Darmrohr verstopfen.) Der Patient soll das Klysma möglichst lange halten. Die optimale Verweildauer ist 4-10 Stunden. Ist dies nicht möglich, sollte das Klysma mit der gleichen Menge Substanz entsprechend häufig wiederholt werden. Um den Ionenaustauscher zu entfernen, sollte anschliessend eine rektale Darmspülung bzw. ein hoher Einlauf mit ca. 2 Liter körperwarmen Leitungswasser vorgenommen werden.

Die orale Verabreichung hat den Vorteil der besseren Effektivität, während die rektale Verabreichung den Vorteil des schnelleren Wirkungseintritts aufweist. Bei sehr hohen Kalium-Spiegeln kann im Notfall die orale (15 g Resonium A®) gleichzeitig mit der rektalen Applikation (30 g Resonium A®) durchgeführt werden. Die Behandlungsdauer richtet sich nach dem täglich bestimmten Serum-Kalium-Spiegel. Sobald der Serum-Kalium-Wert ca. 5 mmol/l erreicht oder unterschreitet, ist das Präparat abzusetzen.

Medikamentöses Klistier[Bearbeiten]

Früher wurde zur schnellen Darmentleerung ein Klistier mit einem Mischungsverhältnis von zwei Teile Seifenwasser zu einem Teil Glyzerin und einer Menge von insgesamt etwa 100 ml verwendet. Noch schneller wirkte ein kleines Klistier mit 10 ml Glyzerin und Wasser zu gleichen Teilen gemischt. Dieses Klistier wurde vor allem Säuglingen und Kleinkindern gegeben, wenn sie Probleme mit dem Stuhlgang hatten. Heute werden fast nur noch Fertigklistiere verwendet.

Aber nicht nur zum Abführen werden die Klistiere verwendet, sondern sie kommen auch z.B. bei entzündlicher Colitis ulcerosa zum Einsatz. Wie schon bei den abführenden Klistieren beschrieben, werden auch hier fast ausschließlich Fertigprodukte verwendet.

Fiebersenkender Einlauf[Bearbeiten]

Außer zu darmentleerenden Maßnahmen kann ein Einlauf auch zu fiebersenkenden Zwecken eingesetzt werden. Diese Technik wurde früher häufig besonders bei Kindern verwendet, ist aber heute etwas aus der Mode gekommen. Der Einlauf hat eine sehr gute Wirkung bei hohem Fieber (Fiebersenkung ca. 1 Grad), dazu wird lauwarmes Wasser (ca. 30 Grad) und evtl. einer Prise Salz, bei Säuglingen bis 100 ml, bei Kleinkindern bis 250 ml und bei größeren Kindern bis 500 ml gegeben.

Dieser Einlauf kann bis zu vier mal täglich gegeben werden. Fast alle Kinder sträuben sich das erste Mal dagegen, sind aber häufig von der Wirkung überrascht und machen im Wiederholungsfall oft keine Schwierigkeiten. Bei hohem Fieber ist der Einlauf wohl wirksamer als der Wadenwickel, er wird von vielen Kindern dann auch meist bevorzugt. Für Erwachsene ist diese Form der Fiebersenkung auch geeignet, nur greifen die meisten doch lieber zu Medikamenten.

Diagnostischer Einlauf[Bearbeiten]

Ein Einlauf kann auch zu diagnostischen Zwecken notwendig sein, z.B. um den Dickdarm radiologisch darstellen zu können. Für den Colon-Kontrasteinlauf wird ein Kontrastmittel (dünner Bariumsulfatbrei) verwendet. Dieser gelangt beim liegenden Patienten über den After in den Darm, um den ganzen Dickdarm zu benetzen. Vor der eigentlichen Doppelkontrastdarstellung wird möglichst viel Kontrastmittel wieder aus dem Dickdarm entleert. Danach wird eine Spritze (Buscopan® oder Glucagon®) verabreicht, damit sich der Darm entspannt und keine Schmerzen bereitet, wenn er durch vorsichtiges Einblasen von Luft (Luftinsufflation) gedehnt wird. Der gesamte Dickdarm erscheint danach durchsichtig und komplett entfaltet auf dem Röntgenbild (Doppelkontrast). In bestimmten Fällen (Akutuntersuchungen) wird statt des Bariumsulfat ein wasserlösliches Kontrastmittel (z.B. Gastrografin®) verwendet.

Ebenfalls eine radiologische Untersuchung, bei der ein Einlauf gegeben wird, ist die Defäkographie, die zur Darstellung des Ausscheidungsvorganges dient. Damit können sowohl funktionelle als auch organische Störungen erfaßt werden. In diesem Fall wird das Kontrastmittel als Brei, der etwas die Konsistens des normalen Stuhles hat, mit einer speziellen Klistierspritze verabreicht.

Weiter werden bestimmte Einläufe auch zur Diagnostik bei Stuhlinkontinenz eingesetzt. Dabei sitzt der Patient auf einem speziellen Untersuchungsstuhl, der nach unten hin offen ist. Beim ersten Versuch wird über ein dünnes Darmrohr(Charr. 6-10), der Enddarm mit körperwarmer Flüssigkeit gefüllt. Gemessen wird die Menge, die eingefüllt werden kann, bis Flüssigkeit spontan wieder durch den Schließmuskel austritt. Neben der Aufnahmekapazität des Enddarmes kann somit eine Beurteilung der Schließmuskelfunktion erfolgen. Diese Untersuchung wird auch als "Leckversuch" bezeichnet. Als weiterer Test für die Schließmuskelfunktion wird der sogenannte Klysma- und der Breihalteversuch durchgeführt. Dabei wird der Enddarm mit 500 ml Flüssigkeit oder mit einer breiartigen Substanz gefüllt. Der Patient wird anschließend aufgefordert, diesen Einlauf über mindestens 15 Minuten anzuhalten, umherzugehen und dann eine normale Defäkation auszuführen. Dabei wird die Zeit gemessen, über die die Substanzen gehalten werden können bis sie spontan austreten. Dabei können natürlich festere Substanzen länger und einfacher gehalten werden als flüssige Substanzen.

Arten der Einläufe[Bearbeiten]

Abhängig von der Anforderung an die Darmentleerung kommen unterschiedliche Arten von Einläufen zum Einsatz. Die häufigste Form ist dabei das Klistier, das bei akuter Verstopfung oder vor diagnostischen Eingriffen im Enddarmbereich eine schnelle Defäkation zur Folge hat. Dagegen wird z.B. eine orthograde Darmspülung nur vor Darmspiegelungen oder Operationen im Bauchraum gemacht. Im einzelnen sind folgende Arten von Einläufen bekannt:


Verwendete Geräte[Bearbeiten]

Je nach Art des Einlaufs kommen auch unterschiedliche Gerätschaften zum Einsatz. Werden nur geringe Mengen an Flüssigkeit in den Enddarm appliziert, dann kommen Klistiere zur Anwendung. Sollen dagegen größere Mengen an Spülflüssigkeit verabreicht werden, so wird ein Irrigator oder Spülbeutel genommen. Je nach Anforderung kommen unterschiedliche Darmrohre zum Einsatz. Bei Personen ohne Schließmuskelschwäche (Stuhlinkontinenz) werden normale Darmrohre benützt, die wie Katheter aufgebaut sind, nur mit einem größeren Durchmesser. Bei Patienten mit Schließmuskelschwäche wird das Ballondarmrohr verwendet, um den After von innen her abzudichten, damit die Spülflüssigkeit nicht unkontrolliert wieder abfließen kann. Auch beim Colon-Kontrasteinlauf wird häufig ein Ballondarmrohr verwendet. Um den Arbeitsaufwand gering zu halten, sollte Einwegmaterial verwendet werden.

Verwendetes Zubehör[Bearbeiten]

Um einen Einlauf durchführen zu können, werden außer dem Irrigator/Beutel und dem Darmrohr noch weitere Dinge benötigt. Aus hygienischen Gründen und zum Eingenschutz sollten Einmalhandschuhe und eine Einmalschürze getragen werden. Zum Schutz des Bettes oder der Liege wird eine saugfähige Unterlage wie z.B. Molinea plus D® in ausreichender Größe verwendet. Um das Darmrohr leichter in den Anus einführen zu können, wird ein Gleitmittel wie z.B. Vaseline oder Endosgel® benötigt. Bei schmerzhaften Verletzungen am Darmausgang wie z.B. eine Analfissur, kann es sinnvoll sein, ein Gleitmittel mit einer lokalanästhetischen Wirkung (z.B. Instillagel®) zu verwenden. Vor endoskopischen Eingriffen darf keine Vaseline als Gleitmittel verwendet werden, da diese die Optik des Instrumentes verschmieren und somit die Untersuchung beeinträchtigen könnte. Das weitere benötigte Material richtet sich nach der Art des Einlaufes. Bei inkontinenten Patienten kann es sinnvoll sein, Inkontinenzslips (Windeln) bereit zu halten. Generell sollte möglichst Einwegmaterial verwendet werden, um den Arbeitsaufwand (Sterilisation usw.) so gering wie möglich zu halten.

Siehe auch:[Bearbeiten]

References[Bearbeiten]