Duschen

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Definition[Bearbeiten]

Duschen bezeichnet i. d. R. die Körperreinigung stehend unter fließendem Wasser aus einer Brause oder einem Wasserschlauch, im Gegensatz zum Voll- bzw. Teilbad in einer wassergefüllten Wanne/Becken oder dem Waschen mit Waschlappen.

Duschen ist wahrscheinlich inzwischen die beliebteste Form der Körperreinigung in Mitteleuropa. In den meisten Bädern gibt es eine Duschkabine oder eine Duscharmatur an der Badewanne. Die Beliebtheit ist vermutlich in der Effizienz der Prozedur begründet: Es verbraucht weniger Wasser und geht schneller als ein Vollbad, es ist gründlicher als das Waschen am Waschbecken.

Duschen als pflegerische Maßnahme[Bearbeiten]

Vorbereitung[Bearbeiten]

  • Bedarf feststellen (allg. Häufigkeit, konkreter Anlass, Kontraindikationen ausschließen), Patient/Bewohner informieren
  • persönliche Hygiene: Hände waschen, Schutzkleidung
  • Materialien vorbereiten: Handtücher, Waschlappen, Pflegemittel (Seife, Shampoo, Creme), frische Kleidung, bei Bedarf Inkontinenzartikel, Utensilien zur Behandlungspflege (Salben, Verbände), sonstige Hilfsmittel, Fön
  • Raum vorbereiten: Raumtemperatur, Rutschschutz, u. U. Sitzgelegenheit bereitstellen (Duschstuhl, Hocker fürs Umkleiden und Abtrocknen), Duschwanne reinigen und desinfizieren
  • Kollegen informieren

Durchführung[Bearbeiten]

  • Patient/Bew. ins Bad bringen, evtl. zuvor Toilettengang, Vitalzeichen kontrollieren
  • Patient/Bew. entkleiden, Wasserfluss und -temperatur einstellen, ihn/sie unter die Dusche stellen bzw. setzen
  • von oben nach unten einseifen, aber Kopf-/Haarwäsche zuletzt, Augen und Atemwege vor Spritzwasser schützen
  • Seife abspülen, Wasser abstellen
  • Patient/Bew. abtrocknen, bei Bedarf Hautcreme/sonstiges und Behandlungspflege, ankleiden
  • Haare trocknen und frisieren - föhnen nicht auf nassem Boden!
  • Patient/Bew. ins Zimmer bringen

Nachbereitung[Bearbeiten]

  • Duschwanne reinigen und desinfizieren, Raum lüften
  • Schmutzwäsche entsorgen
  • Schutzkleidung ablegen, Hände waschen und desinfizieren
  • Dokumentation

Besonderheiten[Bearbeiten]

  • Alles unter Berücksichtigung persönlicher Vorlieben und Ressourcen, nichts abnehmen was der Patient/Bew. selbst durchführen kann
  • In Altbauten kann es sinnvoll sein, das Warmwasser bereits bei der Raumvorbereitung laufen zu lassen, um den entkleideten Patient/Bew. nicht unnötig warten zu lassen
  • Wegen der bestehenden Rutschgefahr hat es sich bewährt, Handtücher, bzw. Badewannenvorlage auf den Boden zu legen und den Patienten/ Bewohner zu bitten "Duschschlappen" (umgangssprachlich) zu tragen.
  • Während der Dusche kann der Hautzustand des Patienten/ Bewohners beurteilt werden.

Therapeutische Aspekte[Bearbeiten]

  • Duschen wirkt durch die taktilen Reize des tropfenden, fließenden und sprühenden Wassers belebender als ein Vollbad (s. a. belebende Teil- oder Ganzkörperwaschung, basale Stimulation)
  • Wechselduschen mit warmem und kaltem Wasser regen den Kreislauf an.
  • Viele ältere Menschen sind das Duschen nicht gewohnt und bevorzugen das Waschen am Waschbecken bzw. gelegentlich ein Vollbad (das "Bad am Samstagabend", s. a. Biographiearbeit)