Diskussion:Pflege neu denken?

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Hier ist die Lesermeinung zur Fragestellung im Artikel gefragt!

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Aussage 1: Flexibilität

Nur noch ein Drittel der Tätigkeiten besteht aus der klassischen Pflege, zwei Drittel aus Organisation und Administration. Das hat „die Pflege“ geschultert. Frage / Diskussion: Welche Berufsgruppe im Krankenhaus ist noch so flexibel?

(…)Der politisch gewollte Spardruck hat zu Fehlanreizen und Fehlsteuerung in den Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen und zu einer verfehlten Personalplanung und –entwicklung insbesondere bei den Pflegeberufen geführt. Während die Zahl von Ärzten ständig ansteigt, sinkt in Krankenhäusern die Zahl der Pflegefachkräfte weiter und entwickelt sich in der ambulanten Pflege und stationären Altenhilfe ihre Zahl nicht analog zum steigenden Versorgungsbedarf. Verschlimmert wird dies durch einen Abbau an Ausbildungskapazitäten. Ein Indiz für fehlendes Problembewusstsein ist auch die zögerliche Annahme des Förderprogramms für Pflegestellen in den Krankenhäusern. Der GKV Spitzenverband rechnet für 2009 mit etwa 4.000 beantragten Stellen. GKV und BMG gehen davon aus, dass über die gesamte Laufzeit das Förderprogramm voll genutzt wird. Der DPR hält diese Einschätzung für zu optimistisch.(…) [Quelle:http://www.pflegen-online.de/nachrichten/aktuelles/politik-verschlaeft-pflegepersonalmangel.htm]

[Bearbeiten] Aussage 2: Kompetenzen

Schon immer verfügt die Gesundheits- und Krankenpflege über die Prozesskompetenz im Krankenhaus, denn Schwestern und Pfleger sind in der Praxis die Organisatoren der Arbeitsabläufe auf der Station, im OP, in der Anästhesie und nicht selten auch in den Funktionsbereichen. Frage/Diskussion: Wann werden diese Kompetenzen gebührend gewürdigt?

[Bearbeiten] Aussage 3: Fachkompetenz

Professionell Pflegende haben inzwischen Fachkompetenzen, die Ärzte nicht haben können, denn das Fach Gesundheits- und Krankenpflege ist nicht Bestandteil des Medizinstudiums. Frage/ Diskussion: Warum vertreten Pflegende nicht selbstbewusst diese Tatsache?

[Bearbeiten] Aussage 4: Studien

Häufig ist die Delegation nicht durchdacht. Es wird vergessen, dass bei der Pflege andere Tätigkeiten liegen bleiben. Dieses aktuelle Problem wird verharmlost: Internationale Studien zeigen eine eindeutige statistische Korrelation zwischen Ausbrüchen nosokomialer Infektionen und der Überlastung bzw. Knappheit von Pflegepersonal und dessen Qualifikation. Arbeitgeber die das „übersehen“ schaden den Patienten und dem eigenen Image. Frage/ Diskussion:In der Medizin werden Studien zu Leitlinien, warum negiert man das für die Pflege

[Bearbeiten] Aussage 5: Traditionen

Viele Pflegefachkräfte haben begriffen, dass sie sich nicht länger an Tätigkeiten „festhalten“ können, die von anderen Berufsgruppen (oft besser) erledigt werden (Servicedienste/ Hauswirtschaftspflege). Frage: Warum lassen wir zu, dass alte Traditionen diesen Prozess behindern?

Hast du mal eine Servicekraft dabei beobachtet, wie sie einer Person mit Schlucklähmung oder Demenz Essen gegeben hat? Deshalb, Bitte beschreibe präziser, wobei (externe ? ) Servicedienste von der Pflege sauber zu trennende Tätigkeiten ausüben können. Das Abräumen von Getränken bei "Fußgängern" ist sicher unproblematisch – aber nicht, wenn die z. B. auch zeitweise verwirrt oder dement sind. Und dann die nächste Frage dazu, wer leitet die Servicedienste an? Eine externe HWL? LG --n³,  :-)   --> ✉ 10:47, 28. Nov. 2009 (UTC)

Servicedienste sind in jedem Falle nicht eigenverantwortlich in der Pflege tätig. Und: keine Fachpflegekraft wird sie zum Füttern von Schwerkranken oder Dementen einsetzen, das ist eine reine Aufgabe der Pflege. Weitere Antworten findest du hier: [1] --Kurt 12:57, 28. Nov. 2009 (UTC)

Die Servicedienste bringen das Patientenessen an das Bett und übernehmen dann auch das Abräumen. Ob der Patient wirklich gegessen hat, bleibt ein Geheimnis. Ähnlich sieht es aus, wenn die täglichen Arzneimittel pro Patient eingeschweißt aus der Apotheke geliefert werden. Der Pflegedienst teilt diese den richtigen Patienten zu. Wie Alte und Kranke es schaffen, die Arzneimittel überhaupt aus der Folie herauszubekommen und ob sie diese zum richtigen Zeitpunkt und in der richtigen Reihenfolge einnehmen, bleib ebenfalls ungewiss. Beide geschilderten Situationen haben eine gemeinsame Ursache: Die fehlende Observation durch den Pflegedienst! Daraus folgt, was am Patientenbett geschieht liegt in der Verantwortung der Fachpflegekräfte. Servicedienste haben nur Assistenzaufgaben.

Erst in der letzten "Intensiv" wurde eine Studie beschrieben die schlüssig gezeigt hat, dass durch das Verteilen von Medikamenten, die an zentraler Stelle zusammengestellt wurde, eine deutlich höhere Rate an Medikamentenverwechslungen stattfand als ohne den Weg über den Apotheker. Dies liegt zum einen daran das ein weiteres Kettenglied Arzt <->Pflge<->Apotheker hinzukommt, als auch das der Apotheker den Patient nicht kennt... Wer würde denn seinem Patient der durch systolische Drücke von 80-90 imponiert noch Amlodipin verabreichen, ohne dies zu hinterfragen? Der Apotheker kennt die Blutdrücke des Patienten nicht...-- Dave 20:15, 20. Dez. 2009 (UTC)

In der Intensivmedizin/ Intensivpflege ist die zentrale Bereitstellung und Verteilung der Arzneimittel für stationäre Patienten durch die Klinikapotheke, grundsätzlich nicht vorgesehen, weil nicht praktikabel. Die Gründe hat Dave exakt beschrieben. Gute Erfahrungen gibt in der Chirurgie: Hier sind die Ärzte für die Unterstützung durch die Apotheke dankbar, denn Wechselwirkung werden gleich erkannt. In diesen Fällen bekommt der Chirurg einen Hinweis durch den Pharmazeuten. Da die Chirurgen von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang im OP stehen, ist diese Verfahrensweise sogar nützlich. Einige Kliniken schicken Patienten gleich innerhalb der Aufnahmeprozedur zur Arzneimittelanamnese. Die dort beschäftigte Apothekerin / der Apotheker stellt bei dieser Gelegenheit, die durch den Hausarzt verordneten Arzneimittel auf die im betreffenden Krankenhaus gelisteten Medikamente um. Die Gesundheitsreform macht so einen zusätzlichen Arbeitsaufwand (leider, leider) nötig. Die Internisten, vorwiegend die Kardiologen, lassen sich die Arzneimitteltherapie nicht aus den Händen nehmen. Und haben ihre guten Gründe dafür. --Kurt 11:28, 21. Dez. 2009 (UTC) Hier gibt es mehr zum Unit-Dose System + Externer Link: [2]

[Bearbeiten] Aussage 6: Ressourcen

Wir haben bestens ausgebildete Ärzte, engagiertes, motiviertes und auch gut ausgebildetes und kontinuierlich geschultes Pflegepersonal in Deutschland. Frage/ Diskussion: Wie geht man mit diesen Ressourcen um?

[Bearbeiten] Aussage 7: Anerkennung

Die Arztpraxen und Krankenhäuser sind auf dem neuesten Stand der Medizin und Technik und zudem knallhart betriebswirtschaftlich organisiert. Daran sind immer auch Pflegende betroffen und beteiligt. Frage/ Diskussion: Warum fordern wir eine diesbezügliche Anerkennung unserer Leistung nicht ein?

Weil wir dann hören: "Wenn Sie unzufrieden sind, müssen Sie sich einen anderen Arbeitsplatz suchen." Es ist immer Geld für die kontinuierliche Anhebung der Arztgehälter vorhanden, für Pflegende nicht. Dieser Umstand ist Ausdruck der fehlenden Wertschätzung pflegerischer Arbeit, besonders in Kliniken, die von großen Konzernen geführt werden und bevorzugt in den sogenannten "Neuen Bundesländern" (neu: nach 20 Jahren?).

Andrea Fischer, Beraterin für Gesundheitswirtschaft und -politik und ehemalige Bundesministerin für Gesundheit am 9. März 2011 in Berlin über die Kriterien einer zukunftsweisenden Pflegepolitik: Zitat: (...) Damit auch in Zukunft eine würdige Pflege durch ausreichend Personal sichergestellt ist, muss die bisher nachrangige Stellung des Pflegepersonals in Institutionen und bei Bezahlung und Ausbildung überwunden werden, es bedarf einer Aufwertung des Pflegeberufs, um die Attraktivität des Berufs zu gewährleisten. Die künftige Versorgung kann nur mit Hilfe von umfassenden Versorgungskonzepten unter Einbeziehung verschiedener Professionen gelingen, dafür bedarf es eines ganzheitlichen Blicks auf den Bedarf einer gealterten Gesellschaft, damit adäquate Versorgungsformen flächendeckend etablieren werden, in die auch Ehrenamtliche eingebunden und geschult werden. Für die Sicherung der Finanzierung der Pflegeversicherung muss Vorsorge getroffen werden.(...) Ende Zitat. Der ganze Vortrag: [3]

[Bearbeiten] Aussage 8: Teilhabe

Es wächst nach Diskussionen innerhalb der Berufsverbände der Ärzte, mit Pflegeverbänden und auch in der Pflege die Einsicht in die Notwendigkeit einer effizienten Zusammenarbeit, will man den steigenden Anforderungen in Diagnostik, Therapie und der professionellen Krankenpflege gerecht werden. Frage/ Diskussion: Warum lassen wir zu, dass die Pflegenden keinen Zugang zur Entscheidungsfindung haben (entmündigte „Pflegedienstleitungen“ ohne Teilhabe)?

Das so genannte "Therapeutische Team" (ver-)endet dann, wenn die Ärztin/der Arzt darin nicht die Führung bei der Festlegung der Therapie und ihres Therapieumfangs hat. Das ist auch durch die Finanzierung der Therapie allein aufgrund ärztl. Verordnung institutionell abgesichert. (Ich habe nie zugelassen, dass ich entmündigt werde. Man hat mich nämlich nur eingestellt, nachdem ich den Mund im Personalbüro abgegeben hatte. Das hat nichts mit dem guten persönlichen Verhältnis zwischen den Berufsgruppen zu tun.) --n³,  :-)   --> ✉ 10:32, 28. Nov. 2009 (UTC)

Der Bereich der Pflege wird immer wichtiger, deshalb ist es wichtig, dass entsprechender Sachverstand auch in den Klinikvorständen / Klinikleitungen vorhanden ist.--Kurt 17:52, 15. Nov. 2010 (CET)

[Bearbeiten] Aussage 9: Altenpflege

Es sei Absicht der neuen Regierung, die Pflegeausbildungen in einem Berufsgesetz zusammenzuführen. Diese Reform habe nach DBfK-Bundesgeschäftsführer Franz Wagner höchste Priorität. Frage/ Diskussion: Warum soll der Beruf Altenpflege zugunsten von mehr Personalnachwuchs in Krankenhäusern abgeschafft werden? Die Altenpflege ist ein stärker sozial und weniger medizinisch ausgerichteter und dringend erforderlicher Beruf.

Die Verbesserung von beiden Ausbildungen könnte über deren Ansiedlung auf Fachhochschul-Niveau und einer entsprechenden verbesserten Bezahlung laufen. Das wäre aber nicht so billig. Bei diesen Plänen soll ja nur an der Ausbildung gespart werden. --n³,  :-)   --> ✉ 10:28, 28. Nov. 2009 (UTC)
Professor Dorschner: „Wir brauchen nicht weitere neue Berufe im Gesundheitswesen, sondern eine grundsätzliche und ehrliche Diskussion über die Neuverteilung der anstehenden Aufgaben. Die Lösung ist dabei nicht in der Absenkung von Zugangsvoraussetzungen, sondern in einer Erhöhung der Attraktivität des Pflegeberufes zu suchen.“ Quelle: Herausforderungen für den Pflegealltag - Schwerpunktthemen auf dem 7. Thüringer Pflegetag

[Bearbeiten] Aussage 10: Arbeitsbedingungen

Neuer Weg in Hamburg mit der "Berufsordnung für Gesund… + Altenpfleger (Pflegefachkräfte-Berufsordnung)" zur Sicherung der Fortbildungsteilnahme. Frage/ Diskussion: Warum löst das die Probleme mit den schlechten Arbeitsbedingungen in Klinik, Sozialstation oder Heim?

Die Kontrolle von Fortbildungsteilnahme macht den Beruf nicht attraktiver. Die Verbesserung der Arbeitsbedingungen wäre z. B. über Mindest-Personal-Ausstattung für verschiedene Typen von Stationen im Tag- und im Nachtdienst schnell überprüfbar. --n³,  :-)   --> ✉ 10:28, 28. Nov. 2009 (UTC)

[Bearbeiten] Diskussion:Begriff "Pflege"

„Der Begriff Pflege für sich genommen wird ja eigentlich inflationär für alle möglichen Tätigkeiten benutzt und ist daher in seine Bedeutung sehr abgenutzt (Beispiel für die Abnutzung neben den Pflegeberufen: Tierpflege, Wagenpflege, Gartenpflege, Raumpflege usw). Dadurch werden einfach die wirkliche Bedeutung und die Inhalte der Pflegeberufe nicht mehr deutlich.“ [1]

[Bearbeiten] Quellen

  1. http://www.pflegekammer-nrw.de/Aktuelle%20Infos.htm
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