Diskussion:Flucht-Akademisierung

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[Bearbeiten] Kritik an dem Begriff

Ich halte die Wortschöpfung Flucht-Akademisierung sprachlich für verunglückt; sie scheint zudem weder gebräuchlich zu sein, noch scheint ein relevantes Phänomen beschrieben zu werden.

Gebräuchlichkeit des Begriffs
Google findet (wenn die sich ähnelnden Beiträge weggelassen werden) gerade einmal sechs Suchergebnisse beim Suchwort in der Variante mit Bindestrich und nur vier in der Schreibweise ohne Bindestrich, wovon jeweils zwei auf Pflegewiki verweisen. Weitaus häufiger kommen die Wortkombinationen Akademisierung der Pflege bzw. Akademisierung der Gesundheitsberufe (im Sinne der Verwissenschaftlichung der Pflege) vor.

Relevanz
Ganz offensichtlich soll mit dem Schlagwort Flucht-Akademisierung ein (angebliches?) Phänomen beschrieben werden, dass Pflegekräfte vor belastenden Arbeitsbedingungen und schlechter Bezahlung der Pflegetätigkeit in akademische Berufe fliehen, also in Berufe, die ein Fachhochschul- oder Universitätsstudium erfordern.

In wieweit es sich um ein tatsächliches bzw. praktisch relevantes Phänomen handelt und inwieweit der Pflegealltag tatsächlich das Hauptmotiv derjenigen Pflegekräfte ist, die ein Studium beginnen, wird nicht dargelegt und schon gar nicht belegt. Allein der Berufsabschluss in einem Pflegeberuf eröffnet in der Regel noch nicht den Zugang zu einer akademischen Ausbildung, obwohl es Ausnahmen geben mag. Von Bedeutung ist auch die Frage, ob Angehörige von Pflegeberufen im Vergleich zu anderen Berufen häufiger zu einen akademischen Beruf wechseln.

Wenn es sich um eine relevante Erscheinung handelte, sollte treffender von einer Flucht in akademische Berufe gesprochen werden, oder vielleicht bildhafter: Flucht vom Pflegebett an den Schreibtisch.

Sprachliche Qualität
Da es in erster Linie doch wohl um die Flucht und nicht um die Akademisierung geht, müsste es eigentlich Akademisierungs-Flucht heißen. Der Begriff krankt aber auch daran, dass schon das Wort Akademisierung nicht sehr gebräuchlich ist. Im Duden (23. Auflage 2004) findet sich kein Eintrag zu dem Wort Akademisierung, noch nicht einmal das der Substantivierung zu Grunde liegende Verb akademisieren ist zu finden.

In Pflegewiki selbst wird Akademisierung als die Hochschulqualifizierung bei (gemeint ist: von) Pflegelehrenden erläutert. Der Pschyrembel definiert: Besetzung von Stellen auf der Leitungs- und Ausbildungsebene ausschließlich mit akademisch ausgebildeten Personen.

Inhalt
Im Übrigen: Ist es nicht besser, Führungspersonal zu haben, das selbst gepflegt hat, als dass Personen in Führungspositionen kommen, die nach dem Abitur Pflegewissenschaften studiert haben und dann als Berufsanfänger sofort eine leitende Stellung einnehmen?

Dass Pflege auch schöne Seiten hat und weder durch Familiengründung noch durch Studium verlassen werden muss (berufspolitisches Ziel), mag zutreffen, kann aber dem Begriff Flucht-Akademisierung nicht entnommen werden.

Ich plädiere dafür, den Artikel jedenfalls unter diesem Lemma wieder zu löschen.--Arpinium 20:14, 1. Jan 2009 (CET)

[Bearbeiten] Herkunft

Natürlich ist der Begriff nicht eingeführt. Er wird vorwiegend von Medizinern gebraucht, die die Abwanderung guter Pflegekräfte aus der Praxis täglich erleben und nach einer plausiblen Erklärung dafür suchen. Er ist also ganz einfach umgangssprachlich (und schon gar nicht grundlos) entstanden. Daher sollte der Artikel nicht gelöscht werden. Im Übrigen: Es ist immer besser, wenn Führungskräfte aus der Praxis nach einem Studium Führungspositionen übernehmen. Sie sind dann auch am Arbeitsplatz eher akzeptiert, als nur die „Theoretiker“. Das gilt aber nicht nur für die Pflegenden.--Kurt Wanka 11:13, 14. Jan. 2009 (UTC)

Na ja, auf der Flucht sind einige schon länger. Also der Begriff hängt ja eindeutig mit dem Begriff der Berufsflucht zusammen. Solange, wie es hierzu noch keinen Artikel gibt, habe ich gerade zwei Quellenangaben dazu hier untergebracht. Ich denke, dass ihr beide dann damit leben könnt. Weil Flucht-Akademisierung begrifflich eine Unterform der Berufsflucht darstellt. Eine andere bekannte Form ist die Flucht in die Familie. Sicher auch kein politisch erwünschter Ausdruck aber seit Jahren eine bittere Realität. Wobei es Arbeitgeber geben soll (sehr vorsichtig ausgedrückt), denen der Berufsausstieg der erfahrenen Kollegin lieber ist, als sie in Teilzeit weiterzubeschäftigen. Also: wer mag, schreibt über Berufsflucht. MfG - n3 12:10, 14. Jan. 2009 (UTC) -

[Bearbeiten] Berufsflucht

Was könnte dazu angeführt werden? Ist der Nachweis der kürzeren Verweildauer im Beruf Pflege wirklich erbracht?

NEXT-Studie -- Dave 17:05, 14. Jan. 2009 (UTC)

Der Verband Leitender Pflegefachkräfte (VLP) behauptet auf seiner Website, dass sich im Pflegeberuf eine sehr hohe Berufsflucht aus folgenden Punkten zusammensetzt: fehlende Anerkennung, schlechte Bezahlung, zu anstrengend Arbeit bei zu wenig Zeit für Patienten, zu vielen Überstunden, ds häufige Miterleben von Sterben, unmotivierte Kollegen, schlechte Arbeitsbedingungen und den ungünstigen Arbeitszeiten (Schichtdienst).

MfG - n3, 14. Jan. 2009 - Ga

National gesehen sicher richtig. Einen anderen Einblick gibt Mary-Ann in "Heilberufe Blog". Sie ging nach London und vergleicht ihren Arbeitsalltag mit dem in Deutschland. --Kurt Wanka 12:28, 15. Jan. 2009 (UTC)
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