Diskussion:Einbeziehung von Pflegenden und Angehörigen bei Therapieverzicht
Aus PflegeWiki
[Bearbeiten] Begriffsdefinition oder -vermischung?
Im Artikel heißt es jetzt
- Was ist Sterbehilfe?
- Wikipedia definiert ..... Daher ist der Begriff „Euthanasie“ für die praktizierte Sterbehilfe im heutigen Deutschland nicht mehr richtig und sollte so auch nicht mehr verwendet werden.
- Die Formen der Sterbehilfe
- 1. Sterbebeistand und Sterbebegleitung in Sinne der Palliative- Care als Teil der Palliativmedizin.
- 2. Passive Sterbehilfe durch die Unterlassung lebensverlängernder Maßnahmen bei todkranken Patienten.
- 3. Indirekte Sterbehilfe durch die Gabe von Schmerzmitteln unter Inkaufnahme einer eventuellen Lebensverkürzung.
- 4. Aktive Sterbehilfe ist die Tötung unheilbarer Kranker als gezielte Maßnahme
Dagegen möchte ich betonen: Wikipedia* versucht eigentlich nicht eine eigene Definition zu entwickeln -im Gegensatz zu diesem Artikel hier- und benutzt das deutsche Wort Sterbehilfe und das aus dem griech. stammende Wort Euthanasie gleichbedeutend (also als "von der betreffenden Person gewünschte Beihilfe zur Selbsttötung". Vergleiche dazu den 1:1 hierher kopierten Artikel Sterbehilfe). Ich kann nicht erkennen, warum dieser Artikel hier versucht, da etwas anders darzustellen. Es wird im Artikel nicht begründet. [dazu siehe * Antwort…]
Durch die Aufzählung der Formen der Sterbehilfe werden ganz unterschiedliche Ziele und Beteiligte in einen Topf gerührt. Auch das übrigens ohne Bezugnahme auf aktuelle Literatur, sei sie (pflege-)wissenschaftlich oder in der Tagespresse. Denn bei 1. und 2. geht es nicht um das Ziel einer Verkürzung der Lebenszeit. Bei 2. wird die Unterlassung pfegerischer Handlungen genannt, ohne dass der Wille der betroff. Person berücksichtigt wird - nur durch die Überschrift -hilfe kann der unterstellt werden. Bei 3. ist nicht erkennbar, warum die Schmerzmittel gegeben werden. Dabei könnte es sich um Versuche der Fremdtötung handeln. 4. berücksichtigt den Wunsch oder die Ablehnung der betroffenen Person gar nicht.
Diese Vermischung der Ziele in einer schwierigen ethischen Frage erschwert die Diskussion. Ich schlage vor, sich auf einen Aspekt zu konzentrieren und die anderen Aspekte in anderen Artikeln zu behandeln. (In meinen Augen könnte das die Willensbildung sterbenskranker Personen über ihre Lebensziele sein. Und deren Kommunikation mit Pflegenden und Ärzten und evtl. Richtern.)
Eine willkürliche Uminterpretation des Worts Sterbehilfe zu Palliativpflege ist im Jahr 2008 meines Erachtens einfach verkehrt. Aktuell gibt es in D eine Diskussion um die juristische Verbindlichkeit von Behandlungsverzichtserklärungen (in der Verpackung von Pat.verfügungen) aber nicht um die Tötung durch Dritte (z.B. Ärzte, Angehörige, profess. Pflegende, ...). Der PflegeWiki-Artikel Euthanasie ist da sehr viel eindeutiger. Das Nebeneinander dieser Artikel sollte entweder eine bewusste Entscheidung für "Vielfalt" sein und dann als solche auch aufgedeckt werden. Oder wir können uns bemühen, zur Klärung der verschiedenen Positionen im Kopf jeder/-es Lesenden beizutragen. Das fände ich angesichts der Debatte in der Presse und den anderen Medien richtig.
Die Assistenz bei der Selbsttötung war und wird immer wieder mal Thema sein (z. B. durch die St.Hilfe-Vereine oder Unternehmer wie R. Ku. in HH) - ist aber gesellschaftlich zur Zeit nicht im Fokus. Sehe ich das ganz verkehrt? Frdl. Grüße - n3 10:45, 20. Jul 2008 (CEST) -
- [ * ]Antwort von Kurt Wanka : Der früher gebräuchliche Begriff Euthanasie wird aufgrund seines Bedeutungswandels durch die so genannte Rassenhygiene und die Patientenmorde im nationalsozialistischen Deutschland heute im deutschen Sprachgebrauch im Unterschied zu anderen Ländern nicht mehr im gleichen Wortsinn (synonym) gebraucht. (siehe Sterbehilfe) K.W.
- (diese Antwort von Kurt Wanka steht im Gegensatz zu dem Artikel "Sterbehilfe" sowohl hier als auch in der WP. Denn dort steht bereits im 1. Satz ausdrücklich "Sterbehilfe = Euthanasie". Entsprechend ist der WP-Artikel auch mit vielen anderssprachigen Ausgaben der WP verlinkt. Dies spiegelt auch den Sprachgebrauch in vielen dt. Zeitungsartikeln der Gegenwart wider.) - n3 14:07, 20. Jul 2008 (CEST) -
- Lieber Kurt, wenn du das so, wie jetzt von dir geschrieben, verstanden wissen willst, ist es im Artikel aber nicht klar zum Ausdruck gebracht. Bei Sterbehilfe schwingt bei vielen Benutzern des Wortes die Sterbehilfe auch bei Personen mit, die das nicht selbst ausdrücklich gewünscht haben/gar nicht mehr wünschen konnten. Ich glaube, dass wir diesen verbreiteten Sprachgebrauch erst mal als gegeben akzeptieren und dann berücksichtigen müssen. Frdl. grüßt n3
- Antwort: In diesem Artikel soll unter Sterbehilfe die passive Sterbehilfe (Verzicht auf lebensverlängernde Maßnahmen, künstliche Beatmung usw.) und die indirekte Sterbehilfe (medikamentöse, mit einer unbeabsichtigten Beschleunigung des Sterbens einhergehende Schmerzlinderung) verstanden werden, die vom Patienten ausdrücklich gewünscht wird. Die Beihilfe zum Suizid (zum Beispiel durch die Beschaffung eines tödlichen Giftes) und aktive Sterbehilfe als Tötung auf Verlangen werden in diesem Artikel nicht besprochen.
- Jenseits jeder juristischen Diskussion findet Sterbebegleitung (begleiten: mit jemanden mitgehen) im Krankenhaus innerhalb jeder Sterbesituation statt, sie ist somit auch unverzichtbarer Bestandteil der passiven Sterbehilfe.
- Der Artikel wurde entsprechend geändert.--Kurt Wanka 14:23, 20. Jul 2008 (CEST)
- Ja, Kurt, ich habe die Änderungen gesehen. Beim erneuten Lesen kam ich auf folgenden Vorschlag. Vielleicht findet das deine Zustimmung. Eigentlich schreibst du ja gar nicht zu: Sterbehilfe aktueller denn je sondern eher über: … Einbeziehung von Pflegenden und Angehörigen bei Therapieverzicht. Siehst du das selbst auch so? Denn warum Sterbehilfe heute irgendwie aktueller als früher sein soll, wird im Artikel gar nicht beschrieben. Außerdem setzt du dich ja fast gar nicht mit der Unterscheidung der verschiedenen Vorstellungen auseinander, was Sterbehilfe ist oder sein kann/soll (Das Wissen dazu setzt du voraus). Das läuft m. E. auf die Verschiebung zu einer andereren Artikel-Überschrift hinaus. Was meinst du?
- Ach und auf die Beine-Studie wollte ich dich noch ansprechen. Dort geht es um die Auffassung von "jungen" und berufserfahren Pfl. und Ärzten zur Sterbehilfe. - Frdl. grüßt n3, 14:36
- Ich bin mit der neuen Artikel-Überschrift Einbeziehung von Pflegenden und Angehörigen bei Therapieverzicht einverstanden und bedanke mich sehr für die Unterstützung.--Kurt Wanka 10:58, 21. Jul 2008 (CEST)