Diskussion:Berufsverbände
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[Bearbeiten] Berufsverbände oder ?
Schüchterner Hinweis: Wenn es hier um Berufsverbände geht, dann ist eine Organisation in der auch die Arbeitgeber vertreten sind, eigentlich nicht ganz richtig einsortiert. Der Deutscher Pflegerat ist Dachorganisation vieler Pflegeverbände, die etwas mit Pflege zu tun haben — soweit ok (ist aber eben nicht selbst Berufsverband, weil auch Arbeitgeberorganisationen dabei sind. Ein Berufsverband tritt für die Rechte seiner bei bestimmten Arbeitgebern beschäftigten Mitglieder ein - nicht zu deren Schmälerung.).
MfG -- n³, :-) --> ✉ 09:40, 20. Feb. 2011 (CET)
[Bearbeiten] BALK
Habe mutig die Bundesarbeitsgemeinschaft Leitender Pflegepersonen e.V. (abgekürzt BALK) aus der Liste rausgenommen. Sie bezeichnet sich selbst nicht als Berufsverband. Und entspricht nicht ganz der Definition. Bei aller Nähe zur Pflege. Sie besteht aus Personen oder Organisationen, die leitend in Einrichtungen des Gesundheits- und Sozialwesens tätig sind. Sie hat die Rechtsform eines Vereins. Mit der Kategoriserung hat das erstmal nichts zu tun. --n³, 09:52, 20. Feb. 2011 (CET)
Hallo N³,
die Begriffe Berufsverband und Gewerkschaft decken sich zwar teilweise, sind aber weder identisch, noch ist der eine Begriff ein Oberbegriff für den anderen. Berufsverbände und Gewerkschaften haben nämlich unterschiedliche Ansätze. Während ein Berufsverband berufsständische Interessen vertritt, setzt sich eine Gewerkschaft für die Interessen aller ihr angehörenden Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nicht in ihrer Rolle als Angehörige eines bestimmten Berufes sondern in ihrer Rolle als Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ein.
ver.di ist deshalb kein Berufsverband Pflege. Sie ist eine Einheitsgewerkschaft. Sie vertritt die wirtschaftlichen und ökologischen, die sozialen, beruflichen und kulturellen Interessen aller ihrer Mitglieder. Ihr gehören Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aus den unterschiedlichsten Berufen an, im Gesundheitswesen sind das nicht nur Gesundheits- und Krankenpflegerinnen und -pfleger, sondern auch Ärztinnen und Ärzte oder ungelernte Helferinnen und Helfer. Das schließt nicht aus, dass sich ver.di auch für berufspolitische Ziele der Berufe im Gesundheits- und Sozialwesen einsetzt. Dazu hat ver.di den gleichnamigen Fachbereich (Fb 03) gebildet. Die Fachbereiche bleiben aber den Zielen der Gesamtorganisation verpflichtet
Dies ist beim Marburger Bund anders: Der definiert gewerkschaftliche und berufsständische Interessen als nahezu identisch. Er versucht einen möglichst großen Teil des in der Pflege zu verteilenden Lohnerhöhungskuchens für die Ärztinnen und Ärzte zu sichern. Was für die Pflegekräfte übrig bleibt, ist ihm egal. Das ist unsolidarisch und mit ver.di-Prinzipien unvereinbar.
Eines der Grundprinzipien der Gewerkschaft ist die Gegnerfreiheit. Gegner der Gewerkschaft sind die Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber, deshalb dürfen der Gewerkschaft keine Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber angehören. Bei einem Berufsverband kann das anders sein. Das schließt nicht aus, dass ver.di punktuell auch Bündnisse mit Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern eingeht.
Solidarische Grüße von Benutzerin ver.di
- Hallo Benutzerin ver.di, der WP-Artikel-Berufsverband sagt: Ein Berufsverband ist eine privatrechtliche Körperschaft … und setzt dann ungefähr das fort, was einer der Autoren hier übernommen hat (gutenbergerisch). Er, der WP-Artikel, sagt dies allerdings zitatfrei und ohne Belege. Man müßte also mal nachsehen, was es aus der Geschichte oder den Sozialwissenschaften an Wissen dazu gibt. Interessanterweise sagt nämlich der "Grosse Meyer" zu "Berufsverband" ein wenig anderes: Interessensvertretung "im Unterschied zu den öffentlich-rechtl. berufsständischen Vereinigungen".(Bd. 2, S. 281, 7.A 1999) Und ich hatte hier ja die Gewerkschaft Verdi mit ihren Spartenvertretungen im Gesundheitswesen als ein Beispiel herangezogen (und Balk "ausgeschlossen"). Die "Pfleger- und Schwestern-Gewerkschaft" hat ja eine längere Geschichte. Und nicht nur die einer Einheitsgewerkschaft im DGB. Das mit der Einheitsgewerkschaft bezieht sich dabei ja vor allem auf die Beschäftigten in einem Betrieb, die seit der Nachkriegszeit nicht zu verschiedenen Gewerkschaften gehören sollten. Das schließt nicht aus, dass es innerhalb einer Gewerkschaft Organisationen für bestimmte Berufe gibt oder geben darf. Genau das ist in Verdi aber heute noch vielmals der Fall. Deshalb dort diese verschränkten Strukturen.
- Interessant wäre ja auch noch einzubeziehen, dass es verschiedene Berufsverbände in der Pflege gab und gibt, die auch Gewerkschaft sein wollten/wollen. Aber das ist dann eine längere Geschichte.
- Was lernen wir daraus? Nun das, was wir schon wissen: nicht jeder Berufsverband ist eine Gewerkschaft. Aber in einer Gewerkschaft kann es Berufsverbände geben. Und: für einen Beruf gibt es möglicherweise nicht nur einen Berufsverband. Alles andere ist ungewiss oder muss im Einzelfall genauer dargestellt werden, so am Beispiel BALK oder ver.di. So verstanden muss BALK aber doch wieder in die Liste hinein, wenn sie (die BALK-Leute) das überhaupt wollen. Das habe ich bezweifelt. Denn auf ihren Seiten finde ich keinen Hinweis in diese Richtung. Grüße zurück -- n³, 18:45, 20. Feb. 2011 (CET)