Diskursives Interview

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Das diskursive Interview gehört zu der Kategorie der Leitfadeninterviews.

Für einen spezifischen Bereich – die Analyse von sozialen Deutungsmustern – hat Ullrich (1999) das diskursive Interview konzipiert.

Bestandteile[Bearbeiten]

  • Auswahlverfahren (ausreichend große Fallzahlen, Einbezug von möglichst vielen der zu erwartenden unterschiedlichen Deutungsmustern)
  • Spezifische Befragungstechnik (Begründungen der Handlungen, Situationsdefinitionen)
  • Auswertung (Kontrastierung von Fällen, Entwicklung einer Typologie von Deutungsmustern)

Leitfaden[Bearbeiten]

Bei der Konstruktion des Leitfadens unterscheidet Ulrich

  • technische Fragetypen: Informationsfragen, Hauptfragen, Fragen zum Gesprächseinstieg, Fragen zur Wiederaufnahme von Themen
  • inhaltliche Fragetypen: Wissensfragen, Erzählaufforderung, Aufforderung zur Stellungnahme, Begründungsaufforderungen, Suggestivfragen, Konfrontationen und Polarisierungen

Das Verfahren schließt an das teilstandardisierte Interviews (Scheele/Groeben 1988) an (Konfrontationsfragen). Aber auch explizite Nachfragetechniken des problemzentrierten Interviews (Witzel 1985) werden aufgegriffen.

Ullrich (1999) legt durch seine Vorschläge mehr Gewicht auf die Strukturierung der Interviewsituation als auf die Offenheit für die subjektive Sichtweise der befragten Person (Flick 2002).

Siehe auch[Bearbeiten]