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Berufspolitisch von höchster Brisanz
Mindestlohn
Die Bundesregierung gibt ein Beispiel, wie sich ein Mindestlohn auch zum Nachteil der Arbeitnehmer auswirken kann, indem von dem Mindestlohn ein starker Druck ausgeht, bisher höhere Entlohnungen auf das Mindestniveau abzusenken. Nach aktuell gültiger Rechtslage im Pflegeversicherungsrecht müssen ambulante oder stationäre Versorgungseinrichtungen, die mit der Pflegekasse abrechnen wollen, an ihre Pflegekräfte mindestens die orstüblche Vergütung zahlen (siehe § 72 Abs. 3 Nr. 2 SGB XI). Dies will die Bundesregierung ändern. Nach einem Entwurf des FDP geführten Bundesgesundheitsministeriums für ein Gesetz zur Neuausrichtung der Pflegeversicherung, den das Bundeskabinett am 28. März 2012 gebilligt hat, soll zukünftig die Zahlung des Pflegemindestlohns ausreichen (siehe Artikel 1 Nr. 27 Buchstabe B des Gesetzentwurfs. Würde diese Regelung Gesetzeskraft erlangen, dürften sich die Refinanzierungsbedingungen der Pflegeeinrichtungen verschlechtern und sich daraus ein starker "Sachzwang" ergeben, niedrigere Löhne zu zahlen. (M)
Moderene Art der "Vertreibung" in Ostdeutschland
"Der Pflegeberuf ist ein Knochenjob. Und obwohl viele junge Erwachsene trotzdem in der Altenpflege arbeiten, fehlt es an qualifizierten Fachpflegekräften in ganz Ostdeutschland. Die Gründe: Schlechte Bezahlung, grundsätzlich 40-Stundenwoche und unbezahlte Mehrarbeit, zu viel unaussgebildetes Hilfspersonal, Erwartung, dass die Arbeit innerhalb flexibler Arbeitszeiten "auf Zuruf" realisiert wird und befristete Arbeitsverträge "am laufenden Band". Experten prognostizieren nicht nur für für Sachsen-Anhalt künftig einen drastischen Mangel an qualifiziertem Pflegepersonal. "Schuld sind der demografische Wandel mit immer mehr alten, pflegebedürftigen Menschen und die Abwanderung der Pflegekräfte zu den besser bezahlten Jobs in die alten Bundesländer, wie eine Umfrage der Nachrichtenagentur dpa ergab. Als Folge bleibt mehr Arbeit, Pflegende sind überarbeitet. Bereits heute gibt es zu wenig quqlifizierte Fachkräfte in der Altenpflege. Im März kamen nach Angaben der Agentur für Arbeit in Sachsen-Anhalt und Thüringen auf rund 300 Stellen nur 120 qualifizierte "Helfer"." [1] "Auch Pflege-Fachkräfte folgen den Regeln eines globalisierten Marktes. Sie gehen dorthin, wo menschenwürdige Arbeitsbedingungen und eine gute Bezahlung, die aufopferungsvolle Arbeit für die Gesellschaft honorieren. Wenn unsere Fach-Pflegekräfte in Thüringen, im Vergleich zu Bayern jährlich 6000 Euro weniger verdienen, sollte man über die Abwanderung nicht länger klagen, sondern handeln. Weiterhin ist zu bedenken, dass auf der Grundlage des Ärztemangels, zunehmend ärztliche Arbeitsleistungen über den Weg der Delegation auf den Pflegebereich übertragen werden. Hinzu kommt eine überbordende Pflegedokumentation. Dieses Vorgehen minimiert den ohnehin schon knappen Arbeitszeitfonds der Pflegenden und verschärft zusätzlich, die schon jetzt prekäre Situation. Das zu ändern, bedarf des politischen Willens. Wann wird man endlich begreifen, dass auf einem globalisierten Markt gerade die Fachpflegekräfte, wie in allen anderen Berufen auch, dem Ruf des Geldes folgen?" [2] (K)
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Lesenswert
Warnung vor dem Pflegekollaps
Das Soziale Netz Bayern warnt vor einem Pflegenotstand im Freistaat. Um den Kollaps abzuwenden, seien dringend finanzielle Verbesserungen für pflegende Angehörige und Fachkräfte sowie eine grundlegende Reform der Pflegeversicherung notwendig, erklärte der Verbund von 17 Sozialorganisationen am Freitag und richtete einen Forderungskatalog an die Staatsregierung. [3] Warum ausgerechnet nur Bayern? In allen anderen Bundesländern wird (besonders nach Privatisierungen der Krankenhäuser) wesentlich schlechter verdient?
Karriere-Workshop
Viel Andrang beim Karriere-Workshop: Rund 15 Prozent mehr Fachbesucher sowie zwölf Prozent mehr Aussteller in zwei ausgebuchten Messehallen: Diese Zahlen melden die Veranstalter direkt nach der Conhit: Über 5.000 Fachbesucher aus 46 Ländern besuchten die IT-Messe in Berlin. „Die Conhit hat eine Dimension erreicht, die beachtlich ist und nur noch durch neue Zielgruppen und verstärkte Internationalisierung zu steigern ist”, erklärte Paul Schmücker, Vizepräsident der GMDS. „Angebote wie der Karriere-Workshop, die Jobbörse oder das Get-Together zwischen Studierenden, Young Professionals und Ausstellern fanden großen Zuspruch. Ein Highlight war die Verleihung des Conhit-Nachwuchspreises für die beste praxisorientierte Abschlussarbeit." Die Conhit versteht sich als Branchentreff und richtet sich an Entscheider in den IT-Abteilungen, im Management, der Medizin und Pflege sowie Ärzte, Ärztenetze und MVZs, die sich über die aktuellen Entwicklungen von IT im Gesundheitswesen informieren, Kontakte in der Branche knüpfen und sich auf hohem Niveau weiterbilden wollen. [4]
Konzerne Helios und Rhön fusionieren
Die privaten Klinikkonzerne Helios und Rhön-Klinikum sollen zu einem Unternehmen zusammengeführt werden. Der Gesundheitskonzern Fresenius, zu dem auch Helios gehört, hat den Rhön-Aktionären ein öffentliches Übernahmeangebot für die Aktien der Gesellschaft in Höhe von 22,50 Euro je Aktie unterbreitet. Das sind rund 50 Prozent mehr, als die Aktie gestern wert war (XETRA-Schlusskurs: 14,71 Euro). Nach einer Börsen-Pflichtmitteilung hat Rhön-Gründer Eugen Münch, der gemeinsam mit seiner Frau 12,5 Prozent der Aktien hält, bereits angekündigt, das Angebot anzunehmen. Bei Rhön selbst heißt es, man werde das Übernahmeangebot erst noch genau prüfen. Diese Stellungnahme werde sich nicht nur auf die Angemessenheit des Preises beziehen, sondern auch auf die Frage, ob das Angebot auch das Unternehmensinteresse und damit insbesondere auch die berechtigten Interessen der Arbeitnehmer wahre.mehr....[5] Ein Übernahmeangebot hat die Aktien von Rhön-Klinikum nach oben katapultiert. Die Quartalszahlen des im MDax notierten Klinikbetreibers traten völlig in den Hintergrund.Ein Scheitern des Deals ist unwahrscheinlich Auch Analyst Tom Jones von Berenberg rechnet damit, dass die Übernahme zustande kommen wird. Es dürften aus seiner Sicht keine starken Wettbewerbsbedenken aufkommen, wegen denen der Deal scheitern könnte.[6] Die Mitarbeiter werden dann dann gleich mit "verkauft". Indessen verlängert das Land Hessen die Rückkehrfrist für Beschäftigte des Unikilinikums Gießen/Marburg (Rhön Kloinikum AG).[7] Abwarten: Einigen Konzernkliniken bei "Rhöns" geht es finanziell so gut, dass sie sich auf dem Gesundheitsmarkt selbständig machen könnten - ein bezaubender Gedanke? (K).
Pflege als zentrales Thema
Pflege zwischen Fürsorge und Fixierung
Das Forschungsprojekt ReduFix ambulant dokumentiert Hintergründe zu freiheitseinschränkenden Maßnahmen bei zuhause gepflegten Menschen. Der Hintergrund in den meisten Fällen: Angehörige, die sich aus Unwissenheit, Überforderung, Aggression, Scham und Fürsorge nicht besser zu helfen wissen. Es fehle an Beratung, pflegerischer und zeitlicher Entlastung und technischen Hilfen. [8] Freiheitsentziehende oder freiheitseinschränkende Maßnahmen sind zum Beispiel Bettgitter, Bettgurte und Beruhigungsmittel. Sie werden häufig nötig, um Patienten mit Demenz vor Stürzen oder Verletzungen zu schützen. [9] Daher fordert die Deutsche Alzheimer Gesellschaft: Demenzerkrankungen müssen weltweit ein Schwerpunkt der Gesundheitspolitik werden! [10] Eine Forderung die auch von professionell Pflegenden unterstützt wird, denn "Jede Gesellschaft muss sich daran messen lassen, wie sie mit ihren Alten, Schwachen und Kranken umgeht." Simone de Beouvior. (K)
Eckpunkte zur Weiterentwicklung der Pflegeberufe
Die Bund-Länder-Arbeitsgruppe „Weiterentwicklung der Pflegeberufe“ hat Eckpunkte zu wesentlichen Aspekten eines neuen Pflegeberufegesetzes entwickelt, die in die öffentliche Fachdiskussion eingebracht werden und die Grundlage für den weiteren politischen Entscheidungsprozess zur Vorbereitung eines Gesetzentwurfs bilden. Einigkeit besteht darin, dass Pflegende mit zunehmend komplexeren Pflegesituationen konfrontiert sind: Entsprechend steigt der Anspruch an die berufliche Bildung, die die generalistisch ausgerichtete Pflegeausbildung in den Vordergrund stellt. Der Bundesverband Pflegemanagement sieht diese Empfehlung als grundlegende Weichenstellung[11] [12]
Bündnis für gute Pflege
Pflege ist ein zentrales Thema unserer Gesellschaft. Es gibt in Deutschland derzeit rund 2,4 Millionen pflegebedürftige Menschen. Um sie zu versorgen, arbeiten schon heute mit fast einer Million Beschäftigten mehr Menschen in der Pflege als in der deutschen Automobilindustrie.[13]
- Gute Pflege ist ein Menschenrecht
Nachdem die Bundesregierung mit Ihrem "Jahr der Pflege" nur wenig bewegt hat, wurde jetzt ein Aktionsbündnis gegründet, um für eine umfassende Pflegereform zu streiten. Das Motto ist: Gute Pflege ist ein Menschenrecht.[14]
Gewerkschaften sowie Sozial-, Wohlfahrts- und Verbraucherverbände haben in Berlin die Gründung des „Bündnisses für gute Pflege“ bekannt gegeben. „Unser gemeinsames Ziel ist es, den Finger in die Wunde zu legen und auf den verhängnisvollen Stillstand in der Pflege hinzuweisen“, sagte der Präsident des Sozialverbandes Deutschland (SoVD), Adolf Bauer. Pflege sei ein Menschenrecht, und das „Bündnis für gute Pflege“ werde sich bis zur Bundestagswahl im kommenden Jahr mit geballter Kraft für dieses Recht einsetzen. mehr...[15]
Die Forderungen:
- Maßgeschneiderte Leistungen für Pflegebedürftige
- Unterstützung und Anerkennung für Angehörige
- Bessere Lohn- und Arbeitsbedingungen
- Gerechte Finanzierung
- Interner Link: Bündnis für gute Pflege
- Externer Link: http://www.buendnis-fuer-gute-pflege.de/die-kampagne/hintergrund/
Newsletters, Kongresse und mehr ...
Mitarbeiterführung und Personalentwicklung
Die Exklusiv-Workshops für Pflegedienstleitungen gehen in die dritte Runde.
- Am 11. Oktober 2012 geben Sandra Masemann und Barbara Messer einen Tag lang Einblicke in das „Einmaleins des Führens“.
"Führungskräfte stehen unter einem besonderen Druck – es gilt, die Mitarbeiter zu motivieren, gezielt einzusetzen, Teams zusammenzustellen, Vertrauen aufzubauen, ökonomische Ziele zu verfolgen und vieles mehr."
- Am 22.12.2012 spricht Karla Krämer zum Thema: „Raus aus der Fachkraftmisere – neue Steuerung umsetzen!“
"Personal ist ein Wettbewerbs- und damit Erfolgsfaktor für jede Einrichtung. Es gilt, den richtigen Steuerungsmix zwischen Beziehungspfl ege und Kompetenz zu realisieren. Die Pfl egepraxis der Zukunft braucht neben Händen vor allem Köpfe, die planen, systemisch denken und vernetzt handeln, im besten Falle mitunternehmerisch agieren."
Heilberufe PflegeKolleg Spezial
Das PflegeKolleg ist schon seit vielen Jahren das zertifizierte Fortbildungsangebot der Zeitschrift HEILBERUFE. Unterstützt wird die Redaktion ab 2012 von der HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim/Holzminden/Göttingen und der Werner-Schule vom Deutschen Roten Kreuz. In Kooperation werden neue Module erstellt. Die erfolgreiche Teilnahme an den Fernfortbildungen wird auch zukünftig mit einem Zertifikat bestätigt, das professionell Pflegenden Punkte im Rahmen der Registrierung beruflich Pflegender beim Deutschen Pflegerat (DPR) sichert. Weiterlesen...[16]
Pro und Kontra: Teamwork in Medizin und Pflege
Was bisher störte war der Standesdünkel der Ärzteschaft (in seiner ausgeprägtesten Form in der Universitätsmedizin) und auch die Teamunfähigkeit einiger Pflegekräfte. Diese Ära der Patriarchen auf den Chefetagen der Krankenhäuser geht nun aus verschiedenen Gründen zu Ende, weil einige sogar den Nachwuchs vergraulten. Das schadet dem Ruf eines Kranknhauses. Nun besinnt man sich, wenn vorerst auch nur zaghaft, auf einen wertschätzenden, kollegialen und transparenten Führungsstil..[17] Der Teamgedanke ist nicht neu, denn schon seit "ewigen Zeiten" spricht man darüber, auch im Gesundheitswesen. Teufelszeug nannten es die Einen - Jene aber, die beispielsweise in der Intensivmedizin und Intensivpflege echte Zusammenarbeit leben, sind (teilweise) begeistert.
Berechtigt ist und bleibt die Frage: Warum sollen schlecht bezahlte Pflegende, zusätzlich zu ihnerm schmalen Arbeitszeitfonds, auch noch ärztliche Tätigkeiten übernehmen? Das Problem kann man nur gemeinsam lösen. Dazu werden Vernuft und ein guter Wille auf beiden Seiten und vor allen Dingen Rechtssicherheit gebraucht. Vorschläge gibt es einige und viele guten Gedanken auch. So hat sich PflegeWiki schon immer den Fragen der Kosteneffizienz in der Intensivpflege, der Intensivtherapie und Intensivpflege als Gemeinschaftsaufgabe und dem Teamwork in der Intensivmedizin gewidmet. Weitere Meinungen siehe auch: Der PflegeWikinger: Umfrage Auch auf dem von Springer Medizin ausgerichteten Kongress Pflege 2012 wurde über eine sinvolle Arbeitsteilung gesprochen. [18] Trotzdem handeln Ärzte und Pflegekräfte in den Krankenhäusern häufig entgegen ihren persönlichen Überzeugungen, wie es eine Umfrage in Europa und Israel ergab. [19] Gute Anfänge gibt es natürlich auch:
- Das Projekt: http://www.pflege-krankenhaus.de/das-projekt/das-projekt.html
- Neue Arbeitsteilung: http://www.pflege-krankenhaus.de/neue-arbeitsteilung/modelle-im-ueberblick.html
- Familie und Freizeit: http://www.pflege-krankenhaus.de/familie-freizeit-und-beruf/modelle-im-ueberblick.html
- Lebensphasengerechtes Arbeiten: http://www.pflege-krankenhaus.de/lebensphasengerechtes-arbeiten/modelle-im-ueberblick.html Was helfen könnte:
- Umgehnder Abbau der überbordenden Bürokratie vorrangig in der Pflegedokumentation.
- Auslagerung von pflegerische Tätigkeiten, die keine dreijährige Ausbildung voraussetzen, an Stationsassistenzpersonal.
- Übernahme ausgewählter ärztlicher Tätigkeiten auf der Grundlage der Übertragungsrichtlinie. [20]
Intensivstation: Gut strukturiert ärztliche Aufgaben an die Pflege delegieren
In der Intensivstation werden mehr und mehr Aufgabenbereiche und Verantwortlichkeiten auf das Pflegepersonal übertragen. Allerdings wird die fortlaufende Steuerung der Beatmungstherapie an der Schnittstelle zwischen ärztlichem und pflegerischem Personal mit unterschiedlichsten Konzepten umgesetzt. "Das Spektrum reicht von der kompletten und nahezu eigenständigen Anpassung der Beatmungsparameter an die individuelle klinische Situation bzw. die gemessenen Blutgasanalysen durch Pflegende bishin zur Beschränkung auf die Eintragung der gemessenen Werte", berichtet Markus Kühn in Plexus (Pflegezeitschrift für Anästhesie und Intensivbehandlung). mehr...[21] Bleibt anzumerken, dass Fachpflegekräfte für Intensivpflege und Anästhesie das durchaus leisten können und in vielen privaten Kliniken schon lange auf der Grundlage des DGF-Fachkrankenpflegestandard innerhalb der Delegation realisieren. Die Umsetzung erfordert allerdings die personelle Aufstockung im Pflegedienst. Die Reduzierung der Anzahl der Ärzte (bzw. kein weiterer Stellenzuwachs im ärztlichen Dienst) wären die logische Folgen, wenn es denn um die Kosteneffizienz geht. So freiwerdende finanzielle Mittel aus dem Lohnfonds der Ärzte, müssen dann in die Fachkrankenpflege (siehe auch: Fachkrankenpflegekraft für Intensivpflege und Anästhesie) umverteilt werden. Das wäre ganz einfach nur gerecht. Keiner sollte in der Marktwirtschaft auf das Helfersyndrom der Pflegenden vertrauen, denn: auch Pflegekräfte folgen dem Ruf des Geldes! Geschäftsführungen können sich innerhalb von Hospitationen auf den Intensivstationen von dieser Notwendigkeit überzeugen lassen. (Innerhalb meiner aktiven Tätigkeit wurden alle Geschäftführungsassisten vom GF zu diesen Hospitationen "verdonnert" - mit dem besten Erfolg!) Gute Pflege ist ein Menschenrecht![22] mehr: Pflegeleistungen auf der Intensivstation, Teamwork in der Intensivmedizin, Der PflegeWikinger: Umfrage. (K)
Übertragung ärztlicher Tätigkeiten geregelt
Die aktuelle Situation
Es wäre „weltfremd“, wollte man nicht einräumen, dass schon jetzt (und schon lange) von erfahrenen und gut ausgebildeten Gesundheits- und Krankenpflegern/innen und Fachpflegekräften „ärztliche Tätigkeiten“, innerhalb einer „aus der (Personal)Not heraus geborenen Allianz zwischen Medizin und Pflege, auf dem Weg der Delegation übernommen werden. Tatsache ist auch, dass ohne diese „Stille Kompetenz der Pflegenden“ einige Krankenhäuser gar nicht mehr arbeitsfähig wären.
Das alles geschieht im Umfeld des ständig zunehmenden Kostendrucks, mit dem daraus entstehnden Personal- und Zeitmangel. Das Problem der überbordenden und die aktive Pflegezeit stehlenden Überbürokratisierung und nicht zuletzt: die schlechte Bezahlung der Pflegeleistung müssen zuerst korrigiert werden - aber es wird nur geredet...
An Pflege-Arbeitsplätzen gibt es (genau betrachtet) schon jetzt keine Resourccen für zusätzliche Arbeitsaufgaben aus dem Bereich der Medizin. Denn die Patientensicherheit ist das oberste Ziel in einem Krankenhaus, sie ist eng mit der Rechtssicherheit für Pflegende verbunden. [23]
Bis 2030 wird die Zahl pflegebedürftiger Personen, bei kontinuierlicher Zunahme der Demenz, auf 3,4 Millionen steigen. Diese Patienten brauchen ihre Betreuer (Schwestern und Pfleger) zunehmend als Partner, Manager, Animateure, Lotse, Steuermann und als Unterstützer innerhalb ihrer Grundbedürfnisse.
Der Pflegeberuf hat sich schon jetzt weiterentwickelt, was sich jedoch weder in Status noch in Werten ausdrückt.(...) Wer Teamwork nicht will gefährdet die qualitativ hochwertige und wirtschaftliche Patientenversorgung, die seit langem von ausgebildetem Pflegepersonal gerade in ländlichen Gebieten aufgefangen wird, geradezu zurückgefahren. Unvorstellbar, was wäre, wenn nicht die Wundmanagerin, die Diabetesfachkraft oder die Fachkrankenpflegende für Geriatrie so konsequent ihre Patienten in der alltäglichen Praxis versorgen würde.[24]
Pflegenotstand, Mängel in der Pflegeausbildung und Übernahme ärztlicher Tätigkeiten?
Nicht einmal jede zweite Stelle im Krankenhaus wird mit dem Wunschkandidaten besetzt. [25] Auch die zunehmende Kritik an der Qualität der betrieblichen Ausbildungspraxis macht deutlich, dass die chronische Unterbesetzung in vielen Einrichtungen eine ständige Patientengefährdung darstellt.[26] Ungeachtet dieser Tatsachen wird die "Richtlinie über die Festlegung ärztlicher Tätigkeiten zur Übertragung auf Berufsangehörige der Alten-und Krankenpflege zur selbständigen Ausübung von Heilkunde im Rahmen von Modellvorhaben nach § 63 Abs. 3c SGBV (Erstfassung)" verkündet. [27] Der Zeitpunkt ist falsch gewählt. Sinnvoll wäre es, vorrangig Entlastung in den Pflegealltag zu bringen: beispielsweise durch die "Fallmanagerin" / den "Fallmanager". Diese kümmern sich in enger Abstimmung mit dem Arzt und den aktiv Pflegenden um die Pflegequalität. Die Qualifikation der angedachten "Agnes zwei" wäre da nicht ausreichend. [28] Es ist dringend erforderlich, zusammen mit den praktisch tätigen Pflegekräften nach Lösungsansätzen zu suchen, die wirklich Probleme lösen. Wir haben schon viel zu viel Papiertiger, die die tägliche Arbeit am Krankenbett verkomplizieren. Es gilt, was geschrieben steht, die Realität wird ausgeblendet - leider! Interessant wäre, wie die Rechtsprechung diese Tatsache bewertet? Mehr zum Thema siehe auch :Der PflegeWikinger: Umfrage
Die Richtline
Nach dreijähriger Beratung hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) einstimmig eine Richtlinie verabschiedet, mit der in Modellprojekten künftig heilkundliche Tätigkeiten von speziell ausgebildeten Pflegekräften durchgeführt werden können (nicht müssen!).
Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) hat am 17. Februar 2012 dem Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) mitgeteilt, dass es die am 20.10.2011 verabschiedete Richtlinie für Modelle zur Übertragung von ärztlichen Tätigkeiten zur selbständigen Ausübung der Heilkunde nicht beanstandet. Damit tritt die Richtlinie in Kraft!
- "Die Richtlinie ermöglicht auf der Grundlage einer erweiterten Ausbildung nach Altenoder Krankenpflegegesetz die Versorgung von Patienten mit den Diagnosen Diabetes mellitus Typ I und II, Hypertonie, chronischen Wunden, Demenz sowie die Übertragung einer Reihe von Prozeduren. Das Tätigwerden einer Pflegefachperson in einem Modell erfordert eine ärztliche Diagnose und Indikationsstellung [29] und entsprechend qualifizierte Pflegekräfte.
- Richtlinie über die Festlegung ärztlicher Tätigkeiten zur Übertragung auf Berufsangehörige der Alten- und Krankenpflege zur selbständigen Ausübung von Heilkunde im Rahmen von Modellvorhaben nach § 63 Abs. 3c SGB V (Erstfassung). Weiterlesen...[30]
Altenpflege
- PflegeWiki: Kategorie Altenpflege: [5]
- 100 Tipps zum Umgang mit der elektronischen Pflegeprozessdokumentation in der Altenpflege: Von der Vorbereitung bis zur Implementierung - weiterlesen: [31]
Urinanalyse soll Stand der Arteriosklerose anzeigen
Urineiweiße, die eine Arteriosklerose bereits in ihren frühesten Anfängen verlässlich anzeigen und deren Verlauf abbilden sollen, haben Wissenschaftler um Constantin von zur Mühlen von der Abteilung Kardiologie und Angiologie I des Universitäts-Herzzentrums Freiburg - Bad Krozingen beschrieben. Ihre Untersuchungen sind in der Zeitschrift Molecular & Cellular Proteomics erschienen (doi:10.1074/mcp.M111.013847). Arterienverkalkung ist der Hauptmechanismus für Herzinfarkt und Schlaganfall. Ablagerungen in den Gefäßwänden führen zu Verengungen in den Blutgefäßen und stören den Blutkreislauf. Weiterlesen...[32]
Verdoppelung der Zahl von Demenzkranken bis 2030
Alzheimer und andere Demenz-Erkrankungen werden nach Überzeugung von Experten immer mehr zu einer Geißel der Menschheit. Allein bis 2030, also in den nächsten 18 Jahren, werde sich die Zahl der Erkrankten auf 66 Millionen beinahe verdoppeln, warnte die Weltgesundheitsorganisation (WHO). Bis 2050 müsse damit gerechnet werden, dass rund 115 Millionen Menschen unter dieser Hirnerkrankung leiden, deren häufigste Form Alzheimer ist. Das wären mehr als dreimal so viele wie heute. In vielen Ländern sei das öffentliche Interesse an der Behandlung der Krankheit und die Bereitschaft zur Hilfe für die Betroffenen immer noch sehr gering, beklagte Marc Wortmann, Direktor der Internationalen Organisation für Alzheimer-Forschung (ADI). Diese war maßgeblich an der Demenz-Studie beteiligt. "Wir müssen unsere Möglichkeiten verbessern, Demenz frühzeitig zu erkennen und die notwendige medizinische und soziale Fürsorge zu gewähren", sagte der stellvertretende WHO-Generaldirektor Oleg Chestnov. weiterlesen.... [33]
Intensivpflege
- Artikelübersicht zur Intensivpflege in PflegeWiki klick hier...[6]
- Zu Intensivpflegeportale klick hier: Der PflegeWikinger - online Nachrichten in PflegeWiki / 2
Intensivpflegekraft (IPK) - Neuland oder Qualitätsverlust?
Klinikverbund Südwest spricht von Neuland. Berufsverbände warnen.
Die Ausbildung zur IPK macht die SchülerInnen mit den vielfältigen Aufgabenbereichen im Intensivbereich, in den Funktionsabteilungen, im Aufwachraum und in der Anästhesie vertraut. Mit der Modellausbildung zur Intensivfachpflegekraft (beachte: nicht Intesivpflegefachkraft) betritt der Klinikverbund Südwest angeblich Neuland. Daher habe diese Ausbildung noch keine staatliche Anerkennung. Im Rahmen dieser grundständigen 3jährigen Pflege(assistenz)ausbildung erwirbt der Schüler jedoch nach ca. 1 Jahr Ausbildung den staatlichen Abschluss zum Gesundheits- und Krankenpflegehelfer. Die I-PK-Ausbildung ist, bewusst in enger Anlehnung an die Krankenpflegeausbildung (als weiterer Assistenzberuf für Intensivpflege ) gedacht. Ein hauptamtlicher Praxisanleiter, der an der Schule angestellt ist, soll die Schüler intensiv in der Praxis anleiten und betreuen. Weiterlesen - [34]
Dagegen warnt die DGF vor „Schnäppchenangeboten“ in der Intensivpflege. Die DGF zeigt sich tief besorgt um die zukünftige pflegerische Versorgung der Intensivpatienten. Das veröffentlichte Ausbildungsangebot des Klinikverbundes Südwest, bei dem Absolventen in einem grundständigen Lehrgang zur sogenannten Intensivfachkraft ausgebildet werden sollen, zeigt die Konzeptionslosigkeit mancher Klinikträger zum Fachkräftemangel auf den Intensivstationen. Anstatt sich Gedanken um die Verbesserung der Arbeitsbedingungen und Anerkennung der Pflegenden in ihrem Unternehmen zu machen, signalisieren sie hiermit den Fachpflegenden (siehe auch: Fachweiterbildung Anästhesie / Intensivpflege / und Fachkrankenpflegekraft für Intensivpflege und Anästhesie) ein verheerendes Zeichen im Hinblick auf Wertschätzung. Weiterlesen →[35]
Auch der Deutsche Pflegerat, Bundesarbeitsgemeinschaft des Pflege- und des Hebammenwesens (DPR), positioniert sich in seiner Resolution vom 02.03.2012 deutlich gegen das vom Klinikverbund Südwest derzeit beworbene "Modell einer Ausbildung zur Intensivpflegekraft" (IPK). Die Komplexität ganzheitlicher Versorgungsanforderungen im Intensivpflegebereich werde konterkariert und ad absurdum geführt, wenn im Rahmen einer dreijährigen "Ausbildung" der Versuch gestartet wird, diesen Anforderungen zu entsprechen, die ansonsten in bewährten aufeinander aufbauenden Abfolgen von Bildungselementen in Kombination von Aus- und Weiterbildung abgebildet würden. WeiterleseN - [36] Alle Beschäftigten in den Intensivbereichen arbeiten nach ethischen Regeln. Diese dind die Grundlage für moralisches Handeln in der Intensivpflege und stellen das Selbstverständnis der Intensivpflegenden dar. Darüberhinaus sollen diese ethischen Regeln ein Baustein auf dem Weg zur Professionalisierung sein.[37]
Auch bezüglich der hohen Hygieneanforderungen ist der Einsatz von Assistenzkräften in diesen Arbeitsbereichen zusätzlich zu überdenken, denn die Erkenntnis ist nicht neu, dass eine adäquate Hygiene- und Infektionsprophylaxe auf Intensivstationen die Beatmungsdauer und damit auch die Verweildauer der Patienten signifikant verkürzt. Eine gute Strategie, wenn sie denn lege artis gehandhabt wird. Dieses Vorgehen beinhaltet die kontinuierliche Überprüfung der eigenen Arbeitsweise unter zeitnaher Einbeziehung neuer Erkenntnisse. Das bedeutet, dass Intensivpflegekräfte kontinuierlich an Fortbildungsveranstaltungen teilnehmen müssen und dass sie für diesen Wissenserwerb auch von der Arbeit freigestellt werden. Neben der Qualifizierung zu Fachpflegekräften für Anästhesie und Intensivpflege sind die Arbeitsplatzbezogenen Fort- und Weiterbildungen probate Mittel. Teambesprechungen schulen das „bakteriologische Auge“, denn Krankheitskeime können nun mal nicht fliegen, sie werden verschleppt. Und genau das darf nicht passieren! Daher hat der Arbeitgeber für eine ausreichende und qualifikationsgerechte personelle Besetzung der Intensivpflegebereiche zu sorgen [38] Eine grundsätzliche Ablehnung des Modells kommt auch vom Bundesverband Lehrende Gesundheits- und Sozilabrufe. Der BLGS sieht in einer solchen Ausbildung den Schutz des Patienten gefährdet. [39] Diese Befürchtung können Fachpflegekräfte nur unterstützen. Im Grunde ist dieser Vorstoß eines einzelnen Bundeslandes (wie so oft) das Ergebnis fehlender Koordination. Der Volksmund nennt das "Gackern über ein ungelegtes Ei."
- Link zu Newsletter der DGF zum gleichen Thema klick hier: [7]
- Siehe auch: DGF-Fachkrankenpflegestandard, Pflegeleistungen auf der Intensivstation , Intensivtherapie und Intensivpflege als Gemeinschaftsaufgabe, Teamwork in der Intensivmedizin
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Quellen
- ↑ http://www.kma-online.de/nachrichten/pflege/id__27194___view.html
- ↑ Kurt Wanka, in Thüringer Allgemeine
- ↑ http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/50212
- ↑ 26.04.2012 18:30 Uhr von Jens Mau
- ↑ http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/49988
- ↑ http://www.kma-online.de/nachrichten/wirtschaft/id__27180___view.html?sid=c84ce0e33ccde3a41611ffdec722c5f0
- ↑ http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/50256
- ↑ http://www.pflegen-online.de/nachrichten/aktuelles/pflege-zwischen-fuersorge-und-fixierung.htm?PHPSESSID=835536cffa1b2bf0592fec2905432786
- ↑ http://www.pflegen-online.de/nachrichten/aktuelles/freiheitsentziehende-massnahmen-in-der-pflege-vermeiden-1.htm
- ↑ http://www.pflegen-online.de/nachrichten/aktuelles/demenzerkrankungen-muessen-weltweit-ein-schwerpunkt-der-gesundheitspolitik-werden.htm
- ↑ www.bundesgesundheitsministerium.de/pflege/ pflegekraefte/eckpunkte-pflegeberufegesetz.html
- ↑ http://www.pflegen-online.de/nachrichten/aktuelles/bundesverband-pflegemanagement-die-zeit-draengt.htm?PHPSESSID=a9e659fba8c5b9b38fd03c8878bea515
- ↑ http://www.arbeitgeberverband-pflege.de/index.php
- ↑ http://www.pflegestufe.info/rss/2012-i/2012-02-14.html
- ↑ http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/49124
- ↑ http://www.heilberufe-online.de/pflegeaktuell/meldungen/120223.php
- ↑ http://www.heilberufe-online.de/pflegeaktuell/meldungen/110908.php
- ↑ http://www.heilberufe.de/pflegeaktuell/meldungen/120127.php
- ↑ http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/48560/Umfrage_Intensivmediziner_handeln_haeufig_gegen_ihre_Ueberzeugungen.htm
- ↑ http://www.heilberufe-online.de/pflegeaktuell/meldungen/120121.php
- ↑ http://www.anaesthesie-intensivmedizin.com/ 13.04.2012
- ↑ http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/49124
- ↑ http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/49231
- ↑ http://www.pflegen-online.de/nachrichten/aktuelles/aerztevertreter-klammern-an-alten-strukturen.htm?PHPSESSID=d7cae5da91be4f821a39e7772c23fd8a
- ↑ http://www.kma-online.de/nachrichten/management/id__26643___view.html
- ↑ http://www.pflegen-online.de/nachrichten/aktuelles/pflegenotstand-wird-durch-maengel-in-der-pflegeausbildung-verschaerft.htm?
- ↑ http://www.g-ba.de/downloads/40-268-1881/2011-10-20_RL_%C2%A7-63_Abs-3c_Erstfassung_BMG.pdf
- ↑ http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/49379
- ↑ http://www.pflegen-online.de/nachrichten/aktuelles/bmg-stimmt-richtlinie-zu-modellen-zu.htm?PHPSESSID=13a340823f641ec94fd3869a30ff7ecc
- ↑ http://www.g-ba.de/informationen/beschluesse/1401/
- ↑ http://www.pflegen-online.de/nachrichten/aktuelles/100-tipps-zum-umgang-mit-der-elektronischen-pflegeprozessdokumentation-in-der-altenpflege-pol.htm
- ↑ http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/49823
- ↑ http://www.kma-online.de/nachrichten/namen___nachrichten/id__27042___view.html?sid=a88558e9fb03d17dd2e0010e1ccaa64b
- ↑ http://www.klinikverbund-suedwest.de/ausbildung-intensivpflege.0.html
- ↑ http://www.dgf-online.de/dgf-warnt-vor-schnappchenangeboten-in-der-intensivpflege/
- ↑ http://www.deutscher-pflegerat.de/dpr.nsf/0/7B73F4D00A87BFE2C12579B90048A12B
- ↑ http://www.dgf-online.de/ethik-kodex/
- ↑ http://www.kma-online.de/nachrichten/klinik news/id__26369___view.html?sid=5004ec3d87480be5ee3679b815e62fe6
- ↑ http://www.pflegen-online.de/nachrichten/aktuelles/ein-bildungspolitisches-no-go.htm
Redaktioneller Inhalt: "PflegeWikinger" von Kurt Wanka, Autor
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