Der PflegeWikinger: Umfrage

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[Bearbeiten] Umfrage: Brauchen wir das Abitur als Voraussetzung für eine Ausbildung in der Krankenpflege?

Ein vorausgehendes Abitur sollte nur für die Ausbildung (bisher Weiterbildung) als Fach-Krankenschwester / Fach-Krankenpfleger vorgesehen werden.
Für die allgemeine Berufsausbildung als Gesundheits- und Krankenpfleger/in genügt die Realschule, wie auch für das Berufbild Altenpfleger/in.
  • Dieses überarbeitete System könnte dann so aussehen:
1.Realschule:
Gesundheits- und Krankenpfleger/in , Ausbildungsdauer drei Jahre. / Altenpfleger/in , Ausbildungsdauer ebenfalls 3 Jahre. Mehr zum Beruf Altenpfleger: [1]
2.Abitur:
Fachkrankenschwester/Fachkrankenpfleger (Fachweiterbildung), Ausbildungsdauer 4 Jahre als Zusammenfassung von 3Jahren Pflegeausbildung und gleich anschließender spezielle Fachweiterbildung. Damit entfällt die Wartezeit von zwei Jahren nach dem Abschluss als Gesundheits-und Krankenpflegerin. Der Nutzen: Klinikbetreiber bekommen Fachpflegekräfte früher auf dem Markt und müssen nicht selber weiterbilden. (K)
Wenn man das Abitur als Zugangsvoraussetzung für die Krankenpflegeausbildung forderte, wäre es folgerichtig, die Ausbildung mindestens als Fachhochschulstudium durchzuführen. Dann müsste natürlich auch das Gehalt entsprechend höher ausfallen. Ob die Politik das finanzieren würde, ist äußerst fraglich. Das ganze läuft deshalb auf eine in größerem Maße arbeitsteilige Pflege hinaus: Die einen - besser bezahlten - sind für die Pflegequalität verantwortlich, die anderen -schlechter bezahlten - für's "Füttern und Scheiße räumen".
Das Abitur als Zugangsvoraussetzung für die fachliche Spezialisierung vorauszusetzen, halte ich für nicht gut. Wichtiger ist, die "Grundqualifikation Pflege" zu verbessern, die Spezialisierung schließt typischerweise erst an die Grundqualifikation an. Außerdem berücksichtigt dieser Vorschlag zu wenig, dass Berufserfahrung, die nicht nur eine Wartezeit ist, eine enorm qualifizierende Wirkung hat. Krankenpflegern (ohne Abitur) würde eine wichtige Aufstiegsmöglichkeit versperrt werden. Im Übrigen machen in Deutschland Abitur nicht die Besten, sondern Kinder aus bestimmten sozialen Schichten. --MartinNeunzig 11:40, 5. Jan. 2012 (CET)
"Die Sprecher der drei deutschen Pflegeforschungsverbünde sehen in den geplanten EU-Mindeststandards bei den Pflegeberufen als eine Qualitäts-Chance und fordern einen Pflegebildungs-Gipfel in Deutschland. Deshalb setzen sich die Sprecher der drei Pflegeforschungsverbünde (...) dafür ein, dass die Bundespolitik nicht gegen die EU-Standards kämpft, um sie zu unterbieten." [2] (K)

Die Diskussion ist zumindest für Deutschland völlig überflüssig. Der Mangel an Pflegefachkräften wird zukünftig derartig gravierend werden, dass man sich solche Einschränkungen nicht leisten kann. Auch davon abgesehen würde es viel zu sehr selektieren und gute Bewerber abhalten. Eine Realschulbildung, zumindest wie sie früher mal gedacht war, sollte völlig ausreichen, um auf die vorgesehene Tätigkeit - bis hin zum Fachpfleger - vorzubereiten. Die klassische Pflege ist eine praktische Tätigkeit. Natürlich ist sehr viel Administration, Beratung, Qualitätssicherung usw. dazu gekommen. Der ursprüngliche Gedanke der Realschule war, auf anspruchsvolle Tätigkeiten mit Praxisbezug oder auf mittlere Verwaltungslaufbahnen vorzubereiten. Es ist ein absolut bescheuerter Trend, jeden Bereich auf Teufel komm raus akademisieren zu wollen. Irgendwann haben wir dann promovierte Taxifahrer. Überhaupt wird heute nur noch gelabert, an jeder Ecke Besprechungen, Sitzungen, Zirkel. Produziert wird dabei all zu häufig nicht mehr als heiße Luft. In der richtigen Pflege fehlt das Personal, aber Geld für Planstellen für irgendwelche Beauftragte für irgendwas ist trotzdem vorhanden. Die trinken dann viel Kaffee und produzieren noch mehr heiße Luft und riesige Papierberge, die man dann getrost lochen und abheften kann.

Für das System der dualen Berufsausbildung wurde Deutschland einst beneidet. Es hat hoch qualifizierte Fachkräfte hervorgebracht. Irgendein Schmalspur-Bachelor nach ausländischem System - toll der hat studiert, aber ist er deswegen tatsächlich besser? Pflege benötigt in manchen Bereichen auch Akademiker. Aber den Grundzugang sollte man nicht künstlich begrenzen und dann auch das weitere System durchlässig lassen. Die Ausbildung selbst sollte auf jeden Fall immer weiter verbessert werden. Und bezahlt endlich mal vernünftige Löhne, dann werden sich auch die besten der besten angezogen fühlen. --Würfel 11:17, 6. Jan. 2012 (CET)


Als Verfechter einer professionellen Pflege mit Herz und Verstand finde ich die Pläne der EU nicht völlig abwegig, wenn eine zwölfjährige Schulbildung vor der Ausbildung zur GuKP vorausgesetzt wird. Das muss nicht mit dem Abitur gleichgesetzt werden. Aber inzwischen gibt es vergleichsweise immer mehr Abiturienten, müssen die alle unbedingt studieren? Ich selbst habe mich seinerzeit gegen ein Studium entschieden, was von dritter Seite oft in Frage gestellt wurde (und wird). Die ehemaligen Mitschüler und Lehrer haben von Pflege oft nur die weitverbreiteten, ziemlich eindimensionalen Vorstellungen (wie oben von Martin Neunzig angedeutet) und können sich für einen Abiturienten ein zufriedenstellendes Berufsleben ohne akademische Würden kaum vorstellen. Umgekehrt fallen mir aber in der allgemeinen Diskussion auch Äußerungen auf, die Abiturienten bestimmte soziale Kompetenzen (eben das "Herz") oder Praxistauglichkeit absprechen.

In meinem jetzigen Einsatzgebiet werden verschiedenste Kompetenzen benötigt, die sich - wenn überhaupt - nur z.T. in Zeugnisnoten erfassen lassen. Andererseits müssen wir relativ selbständig agieren, dazu ist erhebliches Hintergrundwissen und eine gewisse Kritikfähigkeit notwendig, was leider nicht jeder mitbringt und auch nicht unbedingt gewillt ist, sich das anzueignen. Ich wünsche mir Pflegeprofis, die ihren unterschiedlichen Fähigkeiten gemäß eingesetzt werden, und keine schlichte Aufteilung in "bessere" und "niedere" Arbeiten bzw. "richtige" Pflege. Ich selbst arbeite an Planungen und anderem Theoriekram und am Bett und bin mir beispielsweise für Putzarbeiten in der Fäkale auch nicht zu schade. Aber ich weiß von diversen Nicht-Abiturienten, die in der Hierarchie aufgestiegen sind, dass die sich "ihre Finger nicht mehr schmutzig machen" möchten, oft mit dem Hinweis, dass sie dafür "zu teuer" seien, womit sie gar nicht unrecht haben. Daher wäre ich sehr dafür, die "einfacheren" Tätigkeiten höher zu bezahlen, denn diese werden immer mehr benötigt.

Die Mischung ist das, was wir m. E. brauchen. Wer körperlich nicht mehr so fit ist, kann seinen Schwerpunkt dann mehr in die Theorieabteilung verlegen, aber wer fit ist, wird in der Praxis gebraucht. Da sind heute die Anreize falsch gesetzt, wie viele verlassen schon direkt nach dem Examen die praktische Pflege zugunsten eines Studiums? Schüler beklagen schon, dass ihnen studierte Pflegepädagogen etwas beibringen wollen, von dem diese Akademiker selber nur geringe bis gar keine Ahnung haben. Ein praktischer Beruf sollte von erfahrenen Praktikern gelehrt werden, die wissen, wovon sie sprechen, und auch Dinge vermitteln können, die in keinem Lehrbuch zu finden sind.

Ich kann da Würfel nur zustimmen, dass Pflegenachwuchs kommen würde, wenn die vielfältigen Nachteile dieses Berufes (auch) durch finanzielle "Zuwendung" ausgeglichen würden. Daneben würde ich eine realistischere Darstellung des Berufes seitens der Medien begrüßen; dort arbeiten zwar auch viele "Studierte", aber auch die neigen zum großen Teil dazu, nur die altbekannten Klischees wiederzukäuen. Aber auch Pflegende ohne Abitur oder Studium sollten sich Akademikern gegenüber nicht von Vorurteilen leiten lassen. --Birgit 19:35, 10. Jan. 2012 (CET)


Innerhalb jeder arbeitsplatzabhängigen Qualifikation kommt es, für am Patientenbett tätige Pflegekräfte zuerst auf deren Praxistauglichkeit an. Dabei geht es allgemein um Fachkompetenz, Menschlichkeit, Einsatzbereitschaft, Zuwendung und ein sensibles Feingefühl innerhalb professionellen Handelns. Pflege auf "Füttern und Scheiße räumen" zu reduzieren, bedient ein altes Klischee. Pflege braucht also unterschiedliche Qualifikationen. Diese beginnen bei der Berufsausbildung und enden im Bedarfsfall an der Fachhochschule. (IP: 90.134.27.181)

Du sagst es: Fachkompetenz. Vor aller professionellen Praxis kommt die Theorie. Sonst dürfte doch niemand etwas dagegen haben, dass die jährlich wiederkehrenden Vorschläge zur Schnell-Rekrutierung von Pflegekräften aus dem Arbeitslosenheer tatsächlich umgesetzt werden. Leider habe ich manchmal den Eindruck, dass Theoriewissen nicht nur von langjährigen Praktikern misstrauisch bis abfällig betrachtet wird. Das führt dann dazu, dass dieses Wissen nur ansatzweise umgesetzt wird und Neuerungen sich nur zäh oder gar nicht durchsetzen, weil "es immer schon so gemacht wurde". Pflegedokumentationen sind voll von unwichtigen Details, Relevantes wird dagegen nicht eingetragen. Da hapert es an der Fähigkeit, Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden. Vieles, was mit Lesen und Schreiben zu tun hat, ist für manche "Herzens-Praktiker" scheinbar keine "richtige" Pflege. Dabei ist Präzision nicht nur im Umgang mit Techniken wichtig, sondern auch beim Lesen und (Ab-)Schreiben. Das betrifft inzwischen aber auch weitere Berufsgruppen, wo manche Mitarbeiter nicht mehr genau hinschauen. Beispiel: Ich bestelle schriftlich(!) ein Rezept für Aqua dest. und bekomme NaCl geliefert, Tabletten statt Injektionslösung, etc. Das kostet unnötig Zeit und Geld, wenn nicht genau hingeschaut wird, bei Medikationsfehlern kann es sogar das Leben kosten. Diese Fähigkeiten müssen alle frühzeitig vermittelt werden, nicht erst in der Ausbildung. Übrigens: Nicht nur in der Schweiz ist seit der Einführung der neuen Zugangsvoraussetzungen für die Pflegeausbildung die Attraktivität des Berufes gestiegen.[1] --Birgit 17:27, 12. Jan. 2012 (CET)

Unsere Schwerkranken und Alten brauchen kompetente Pflegekräfte, die neben einer ausgezeichneten Ausbildung und qualifizierten Fortbildung, vor allen Dingen über Herzensbildung verfügen. Wer Pflege auf "Füttern und Scheiße räumen" reduziert, der disqualifiziert sich selbst und bedient althergebrachte Dummheiten. Natürlich gehören zur Grundpflege Tätigkeiten, die selbst von der einst so geliebten Ehefrau, dem einst so geliebten Ehemann und den verwöhnten Kindern nicht geleistet werden wollen. Über welch eine Größe müssen daher Pflegende verfügen, die dieses trotzdem mit Würde und Verständnis für Alte und Kranke, neben ihrer sonstigen Arbeit tun? Dieses Land sollte seine Pflegenden pflegen, denn: es wird alles noch viel schlimmer. (K)


Also ich melde mich auch mal zu Wort. Da ich mich ja trotz meines hohen Alters und trotz meines Abiturs für eine Pflegeausbildung entschieden habe und mich ja nun auch mitten darin befinde (naja eher am Ende, aber egal) fallen mir doch einige Sachen ganz massiv auf. Aufgrund der Nachwuchssorgen in der Gesundheits- und Krankenpflegeausbildung wird es nicht auf eine Verlängerung der geforderten Schulbildung hinauslaufen, genausowenig wie auf eine Heraufsetzung des Mindesteintrittsalters. Unsere Stationsleitungen bekamen vor kurzem die Mitteilung, dass demnächst vermehrt SchülerInnen auf die Stationen kommen werden, die erst sechszehn sind. Führt natürlich aufgrund des Jugendarbeitschutzgesetzes zu einigen "Unannehmlichkeiten" in der Dienstplangestaltung. Aber back to topic... Die Nachrichten in den Medien sind leider sehr missverständlich, bzw. falsch dargestellt. Dort wurde immer nur vom "Abitur" gesprochen. Alleine diese Tatsache ist schon m.E. nach unglücklich da bestimmt einige zukünftige GuK-Schüler sich abgeschreckt fühlen. Was m.E. nach viel wichtiger ist als die Kenntnisse von Integralrechnung sind Menschlichkeit und wie schon so oft erwähnt, das Herz. Auch wenn das in der Ausbildung nicht mehr als so besonders relevant integriert ist. Auf der anderen Seite graust es mich, wenn ich mir manchmal im Dienst die Doku der letzten Tage durchlese. Was da zusammengeschrieben wird ist z.T. einfach unfassbar. Obwohl ich denke dies wird auch ein Abitur nicht ändern, wenn ich mir die AbiturientInnen in unseren Kursen ansehe. Aber der Pflegenotstand tut seinen Teil dazu und man bekommt das Gefühl, die Gesundheits- und Krankenpflegeschulen ersteinmal alles einstellen, was sich bewirbt und dann im laufe der Probezeit aussiebt. Aber kann dies der richtige Weg sein? Wenn die Qualität der Pflege verbessert/erhöht werden soll, dann gilt dies aber auch gleichzeitig für die Qualität der zukünftigen Pflegefachkräfte. Eine abschliessende Pro oder Kontra Entscheidung kann ich nicht treffen. Beide Seiten tragen Inhalte für mich die ich nachvollziehen kann. --Lars☎Call me! 15:47, 24. Feb. 2012 (CET)

Es ist richtig, fehlende Qualifikationskriterien und wahlloses Auffüllen von unbesetzten Planstellen in der Pflege gefährden die Qualität der pflegerischen Arbeit. Es wird sinnlos Herumgeredet ohne einen Lösungsweg zu finden, das ist blamabel und das Kardinalsymptom einer handlungsunfähigen egomanischen und nur materiell orientierten Gesellschaft. (K)

Deutschland streitet um Ausbildung in Pflegeberufen

"In allen Ländern, die ihre Anforderungen an die Ausbildung angehoben haben, hat dies zu einer Steigerung der Attraktivität des Berufes geführt", so auch die stellvertretende Vorsitzende des Berufsverbandes der Pflegeberufe, Gertrud Stöcker. "Dies widerlegt das Argument, durch steigende Anforderungen an die Ausbildung werde der Nachwuchs ausbleiben. Je besser qualifiziert die Pflegefachpersonen sind, umso weniger Komplikationen bis zum Tod treten bei Patienten auf."[2]

Pflegebedürftige brauchen gute Fachkräfte mit Herz

"Dagegen hatte Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) den Plänen der EU-Kommission, für Krankenschwestern oder Hebammen eine Schulzeit von zwölf statt bislang zehn Jahren vorzuschreiben, eine Absage erteilt. Er sprach von einem falschen Signal. Auch Haupt- und Realschüler müssten die Möglichkeit haben, einen Pflegeberuf zu ergreifen. Dahinter steckt auch die Befürchtung, dass der drohende Fachkräftemangel in Pflegeberufen noch weiter verschärft wird." [3]

Wertschätzende Kooperation zischen Medizin und Pflge als Voraussetzung

Eine Enge wertschätzende Kooperation zwischen Pflegenden und Ärzten ist für eine sichere und qualifizierte Versorgung der Menschen unerlässlich. Hierzu bedarf es klarer beschriebener Kompetenzen. Autonomes Arbeiten von Pflegenden verlangt klare berufsrechtliche Regelungen, die Bereitschaft zur Übernahme von Eigenverantwortung mit allen Konsequenzen und definierte Qualifizierungswege im Rahmen der beruflichen Weiterqualifikation. Ärzte und Pflegende stehen in Zeiten der bekannten Fachkräftemangels in der Versorgung vor gewaltigen Herausforderungen, die im Gesundheitswesen von morgen nur gemeinsam zu lösen sind." [4]


Ärztefunktionär meint: "Die Pflege braucht keinen Bachelor und Master, sondern Menschen, die füttern, waschen und kämmen".

Mit dieses Worten zitierte die Ärzte Zeitung den Chef der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg (KVBB) Dr. Hans-Joachim Helming. Anja Kistler vom DBfK Nordost und Dr. Andrea Mischker, BIG direkt gesund, halten dagegen."Wer professionelle Pflege auf ‚füttern, waschen und kämmen’ reduziert, ist im Jahr 2012 nicht angekommen. ‚Gefüttert’ werden insbesondere Tiere – nicht Menschen, Personen und Persönlichkeiten, denen eine angemessene Unterstützung bei der Nahrungsaufnahme Leben sichert und das Leben damit lebenswert erhält. Vorausgesetzt das Speisenangebot wurde auf die Bedürfnisse des Patienten abgestimmt und das Pflegesetting ermöglicht fördernde Pflege, damit die existenzbedrohenden Risiken ‚Mangelernährung’ und ‚Aspiration’ verhindert werden können." mehr...[5]

Diese Einstellug ist typisch für (einen ) Ärztefunktionär, der schon lange keinen Tag mehr im Krankenhaus verbracht hat. Sollte man nicht so ernst nehmen: Es handelt sich um den "Schnee von gestern". Eine "Wertschätzende Kooperation zischen Medizin und Pflege" (s.o.) ist auch im 21. Jahrhundert noch nicht in jeder Bürostube angekommen. Emilano de Ruiz

[Bearbeiten] Umfrage: Gehaltssteigerungen für Ärzte und Delegation ärztlicher Tätigkeiten?

Beides passt eigentlich nicht zusammen. Im Sinne einer hohen Patientenorientierung sollten Ärzte und Schwestern das tun, was sie studiert/gelernt haben. Beide Berufsgruppen werden in D vergleichsweise schlecht bezahlt. In beiden Berufgruppen gibt es Auswanderer. Nur: Ärzte haben ihre Lobby und Pflegende nicht - das macht den Unterschied. Eine Neuverteilung der Aufgaben ist jedoch ökonomisch sinnvoll. Dabei darf es aber keine Verlierer und Gewinner geben.


Junge Ärzte verdienen nicht besonders viel, zumindest im Hinblick auf die jahrelange Ausbildung. Allerdings haben sie deutlich bessere Chancen auf eine Steigerung, werden Oberarzt, evtl. Chefarzt oder eröffnen eine eigene Praxis. Mein Zahnarzt ist kürzlich mit 56 Jahren in Rente gegangen und zwar nicht aus gesundheitlichen Gründen. Das Einkommen muss gereicht haben, um ordentlich etwas auf die Seite zu legen. Wie sieht es mit Steigerungsmöglichkeiten in der Pflege aus? Praxisanleiter 60,- Brutto mehr, Stationsleitung vielleicht 100,- oder 150,-? Dafür deutlich mehr Arbeit, Verantwortung, Stress. Weiß nicht wie es bei Abteilungsleitern und PDLs aussieht, reich werden die sicher auch nicht. Einige Tätigkeiten könnte man sicher delegieren. Warum soll die Pflegekraft nicht iv spritzen, wenn ein Medikament wie Furorese bei der Erstgabe gut vertragen wurde? Der Arzt macht es sich sonst eh einfach, verordnet das Medikament als Kurzinfusion und es bleibt dann doch an der Pflegekraft hängen. Direkt iv-spritzen wäre dann schneller und Ressourcen schonender, die Kosten für Infusionssystem und Trägerlösung fallen schon mal weg. Im Gegenzug müsste die Pflege aber auch entlastet werden. Im Moment ist sie ja für alles zuständig. Essen verteilen, Nachtschränke putzen, Blumenpflege und diverse Laufwege quer durchs Krankenhausgelände gehören sicher nicht zur Kernkompetenz. Die Aufzählung ist mehr als unvollständig, die Zuständigkeit umfasst einfach ALLES was irgendwie anfällt. Neue Tätigkeiten gerne, wenn grundsätzlich eine faire, neue Aufgabenverteilung erfolgt. Und bei mehr Verantwortung selbstverständlich auch mehr Gehalt - ist das nicht in jedem Beruf so? --Würfel 19:06, 23. Jan. 2012 (CET)


Genau diese Zuständigkeit für Alles ist das Problem. Arbeitgeber haben gelernt, dass man der Berufsgruppe der Pflegenden alles aufhalsen kann, es wird widerspruchslos erledigt. Wir nehmen die Patientenorientierung sehr ernst: Helfersyndrom hin, Helfersyndrom her. Wir sehen den Patienten im Mittelpunkt das ist gut so. Aber keiner muss sich versklaven lassen und die Arbeit anderer Berufsgruppen (zwangsläufig) erledigen. Es gibt Konzernkliniken in denen der Pflegedienst dem Ärztlichen Direktor unterstellt ist. Die so genannten „Pflegedienstleitungen“ sind Funktionalorgan des ÄD. Wenn die Symbiose stimmt, ist das ein gutes Verfahren. Was allerdings nicht passieren darf, aber in der Praxis vorkommt ist, dass die Pflegenden keine Zeit mehr für eine lege artis ausgeführte Pflege haben. Lagerungsschäden, pulmonale Komplikationen und Inaktivitätssyndrom sind dann nur einige der schwerwiegenden (eigentlich vermeidbaren) Folgen mangelhafter Pflege. „ Ich stimme Würfel voll zu, dass innerhalb der Gestaltung sinnvoller Arbeitsabläufe auch ärztliche Tätigkeiten schneller und daher praktikabler durch Fachpflegekräfte erledigt werden können. Innerhalb der Delegation ist das rechtlich möglich, bedarf aber des gegenseitigen Einvernehmens. (K)


"Nicht das eine Einkommenserhöhung der Ärzteschaft nicht zu gönnen wäre, aber ein solitäres Vorgehen einer Berufsgruppe - die im Übrigen für die Funktionalität eines Krankenhaus auf das Zusammenspiel der Berufsgruppen angewiesen ist – gefährdet unter den gesetzlich gedeckelten Budgets der Krankenhäuser massiv die tarifliche Situation der Pflegenden." [6]


Das Argument, die Delegation ärztlicher Tätigkeiten auf Pflegende werte die Tätigkeit der Pflegenden auf und deshalb sei eine bessere Vergütung der Pflegenden gerechtfertigt, führt in eine Sackgasse, weil es die Hierarchie zwischen ärztlicher Tätigkeit und pflegender Tätigkeit bekräftigt. Die derzeitige Vergütungsstruktur wird aber hauptsächlich gerade mit diesem hierarchischen Verhältnis begründet. Der Pflegebereich kann eine Aufwertung nur dadurch erlangen, dass er sich davon emanzipiert, ein medizinischer Hilfsberuf zu sein. --MartinNeunzig 11:23, 26. Feb. 2012 (CET)

Kann ich voll "unterschreiben", bloß die "Karre" ist verfahren, denn auch unsere Berufsverbände wollen die Aufgabenerweiterung innerhalb der europäischen Angleichung der Berufsbilder. Nationale Alleingänge bringen uns nicht weiter. Diese Entwicklung wird von den Klinik-Konzernen als Mittel zur Kostendämpfung eingesetzt, bisher erfolgreich. Auch Ärzte sind für die Delegation - betonen aber: "Die Delegation muss in der Verantwortung des Arztes liegen". weiter...[7] Der Deutsche Pflegerat stellt fest: "Ärztliches Monopol als Garant der Versorgungssicherheit überholt" mehr... dazu: [8] (K)

[Bearbeiten] Umfrage: Wären Sie bereit ärztliche Arbeitsaufgaben in Ihre Arbeit zu integrieren?

Ja, ich wäre dazu bereit, wenn ich nicht befürchten müsste, dass dann meine Patienten pflegerisch unterversorgt wären. Als erster Schritt sollte der bestehende Arbeitskräftemangel bei Pflegern und Medizinern behoben werden. Erst dann kann über eine Arbeitsteilung (im gegenseitigen Einvernehmen) und die Bezahlung der zusätzlichen Arbeitsleistung der Pflege, gesprochen werden. Umsonnst oder "fürn Appel undn Ei" gibt es nix!

"Die Pflege" ist nicht für die Lösung ärztlicher Probleme zuständig. Warum soll unsere Berufsgruppe der "Ausputzer" sein? Jeder sollte die Arbeit ausüben, für die sie/er aus/weitergebildet wurde und bezahlt wird. Die "Notnagelfunktion" der Pflege ist außerdem berufsrechtlich in keiner Weise abgesichert. Also Finger weg, bis die rechtlichen Grundlagen stabil sind!
In der Intensivpflege ist das schon lange gelebte Wirklichkeit. Warum soll es in der Krankenpflege und Altenpflege nicht auch möglich sein? Man könnte ganz einfach den "Appel" und das "Ei" miteinander teilen - oder?

Das ist zwar gelebte Wirklichkeit auf der IPS, aber auch hier weitgehend ohne rechtliche Grundlage...! Wir machen es trotzdem, weil es um die Patienten geht, aber unsere originäre Arbeit geht vor die Hunde... wie soll ich den beatmeten Patienten noch lagern, zwischen ABGA, Beatmungseinstellung, Kaliumperfusionseinstellung, sedierungsoptimierung, dazu noch Suggestivfragen (Wie wär es mit .... Dobutrex, Arterenol, wie ist das SvO2,brauchen wir hier eine PiCCo...)! Und das alles für maximal 4 Patienten in Früh/Spät/Nacht..., mittlerweile werden Mitarbeiter ja schon kaum noch eingearbeitet weil dazu das Personal fehlt...!--Dave 17:23, 27. Feb. 2012 (CET)

So ist es - und dazu noch fast überall. Es geht nicht mehr um die Qualität der Pflegeleistung, sondern um das Durchschleusen von "Patientenmassen" im Sinne der Kosteffizienz. Was wir jetzt erleben, wird großzügig staatlich gefördert, den es war die Politik, die die Markwirtschaft in die Krankenhäuser brachte. Die Folgen: Es treten vermehrt Pflegefehler auf, weil die Pflegenden mit ärztlichen Tätigkeiten zugeschüttet werden und ihre Arbeit nicht mehr nach Qulitätskriterien erledigen können. Der Begriff "Kundenorientierung" ist eine Tarnkappe. Trotzdem bleibt die Frage Kundenorientierung – Was will sie? interessant. Ein Kardinalfehler in diesem System ist, dass die Pflegenden dem Ärztlichen Dienst unterstellt wurden und die Pflegedienstleitungen nur noch als Funktionalorgan tätig werden können. Damit ist aber auch eideutig die Schuldfrage geklärt. Bleibt die Frage: Können Ärzte Pflege leiten?. Die Antwort: Können sie nicht, denn sie haben Pflege nicht gelernt! Warum es aber in der Intensivpflege eben doch geht, beschreibt der Artikel:Teamwork in der Intensivmedizin. (K)

[Bearbeiten] Umfrage/Diskussion: Wie Wikipedia PflegeWiki sieht

Texte auf Universitätsniveau wird man in PflegeWiki nicht unbedingt und vor allem auch nicht durchgängig finden. PflegeWiki ist ein Portal für die Krankenpflege und wird unter dem Motto "von Praktikern - für Praktiker" geführt.

Auf der Grundlage der Tatsache, dass sich nur sehr wenige Pflegende an diesem Projekt beteiligen, haben wir unser Informationsangebot um zwei Redaktionelle Angebote ( PflegeWiki-Blog und Der PflegeWikinger - online Nachrichten in PflegeWiki ) erweitert. Es ist uns trotzdem nicht gelungen mehrere kompetente User zu gewinnen. Wer gute Artikel hat, stellt diese eher Fachzeitschriften zur Verfügung und erhält ein entsprechendes Honorar, das ist nachvollziehbar. Allein die Aussage, dass in letzter Zeit gute Artikel in PflegeWiki gefunden wurden, tröstet mich allerdings nicht.

Betrachtenswert ist in diesem Zusammenhang die Berufsgruppe der Pflegenden: Man arbeitet im Dreischichtsystem, an Wochenenden und Feiertagen. Das schlaucht, denn die Regenerationsphasen sind nur kurz, das Arbeitspensum ist zu hoch und die Anforderungen an das Arbeitsspektrum (Übernahme delegierbarer ärztlicher Tätigkeiten) hat sich drastisch erweitert. Das alles reduziert den Zeitfonds für die Familie und die eigene Regeneration. Soll heißen: Pflegende haben keine Zeit sich in der Freizeit noch in einem Wiki zu betätigen.

Umso wichtiger ist es, dass wir, auch wenn wir nur wenige sind, diesen Pflegekräften in PflegeWiki Übersichtsinformationen anbieten. Und: wir freuen uns über Jeden der uns innerhalb unseres Anliegens zur Seite steht. Kurt Wanka

Die Diskussion dort ist schon über ein Jahr alt. Leider ist der Benutzer, der dort seine Mitarbeit hier ankündigte, kaum in Erscheinung getreten. Die in der Disk. aufgeführten Beispiele für die "mindere Qualität" sind inzwischen zumindest teilweise verbessert worden. Aber das Pflegeportal der WP steht auch nicht viel besser da als das PW. Manche Artikel schneiden hier im Vergleich sogar besser ab, auch weil sie verständlicher sind und einen Praxisbezug haben, der in der WP in dieser Form gar nicht gewünscht ist.
Ein Grundproblem auch der Wikipedia ist, dass zu wenig Frauen mitmachen. PflegeWiki "leidet" deshalb noch deutlich mehr, da die meisten Pflegenden nun mal weiblich sind. Dazu kommt, das praktisch Pflegende kaum bis gar nicht Gelegenheit haben, von ihrem Arbeitsplatz aus "mitzumachen", wie es (vermutlich) bei einigen Wikipedianern der Fall ist, die an einem Büroarbeitsplatz Leerlaufzeiten mit Editieren von Artikeln überbrücken. Daneben ist mein (ganz persönlicher) Eindruck , dass immer noch viele Frauen wenig Ahnung vom "Computerwesen" haben und das auch nicht unbedingt ändern wollen. Auch Schreiben mögen viele nicht (das sieht man beim Dokumentieren), und wenn, dann lieber in Foren und sozialen Netzwerken. Die Freizeitgestaltung bei vielen beschränkt sich auf passives Konsumieren wie Fernsehen oder "Shoppen".
Wie Kurt denke auch ich, dass Familie bei vielen an erster Stelle steht, besonders Frauen fühlen sich da stark verpflichtet und m.E. wird es von Frauen immer noch mehr erwartet als von Männern. Da bleibt dann den Frauen kaum noch Zeit für Produktives, und wenn, dann ist das meist auch wieder etwas Nützliches (Gartenarbeit, Kuchenbacken, Handarbeiten, etc.), während Männer mehr "spielen" dürfen. Die Koordinatorin des Pflegeportals der WP hat jetzt auch Nachwuchs und damit plötzlich deutlich weniger Ressourcen für die Mitarbeit dort; und dass ich jetzt hier in PW schreibe, obwohl die Fenster (und nicht nur die) dringend geputzt werden müssten, ist eigentlich völlig inakzeptabel… --Birgit 11:54, 2. Feb. 2012 (CET)
Und darauf sind wir Männer die "spielen" dürfen stolz, auch darauf, dass wir dich in unserer Mitte haben. Ich würde dir glatt beim Fensterputzen helfen. Schneeschippen kann ich auch. Gleiches gilt für Mela. Auch MNs kritische Begleitung halte ich für unverzichtbar. Nicht unerwähnt bleiben unsere ("spielenden") Jungs, die sich in der Kategorie Intensivpflege tummeln. Es kommt eben immer darauf an, wie man miteinander umgeht. In diesem Sinne auf eine weitere gute Zusammenarbeit Eure ("drei von der Zankstelle") Dave, Würfel und Kurt.
Soeben auf der Disk."Pflegewiki" in Wikipedia Stellung bezogen, s.d.(K)



[Bearbeiten] Quellen

  1. DÄ Jg. 109, Heft 1-2, 01 2012, S. 14
  2. http://www.3sat.de/page/?source=/nano/medizin/160044/index.html
  3. http://www.3sat.de/page/?source=/nano/medizin/160044/index.html
  4. Westerfellhaus auf Kongress Pflege am27.Januar 2012
  5. http://www.heilberufe-online.de/pflegeaktuell/meldungen/120211.php
  6. Westerfellhaus (DPR) auf dem Kongress Pflege, 27. Januar 2012
  7. http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/49259
  8. http://www.deutscher-pflegerat.de/dpr.nsf/0/BBF61F87C081810BC12579AA003AE037
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