Depression

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Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Definition

Als Depression (lat. depressio-„niederdrücken“) bezeichnet man eine psychische Störung, die als wichtigstes Merkmal eine seelische Niedergeschlagenheit und Freudelosigkeit aufweist, den Menschen aber insgesamt in seiner psychischen und körperlichen Gesamtheit betrifft. Die meisten Formen der Depression bringen ein erhöhtes Suizidrisiko mit sich. Nach dem Grad der Ausprägung und Dauer lässt sich eine Depression deutlich von einer depressiver Verstimmung, einer vorübergehenden affektiven Störung oder allgemeinen Niedergeschlagenheit abgrenzen.

Depression sollte von der umgangssprachlichen Bezeichnung eines vorübergehenden Zustands psychischer Niedergeschlagenheit unterschieden werden. Diese inflationäre Verwendung erschwert die Wahrnehmung der Krankheit als massiver und lebensbedrohlicher Gefährdung der daran Leidenden.

Warum es zu Depressionen kommen kann, ist noch nicht vollständig geklärt. Man kann aber von einer Multikausalität ausgehen, wie etwa genetische Faktoren oder auch Erlebnisse in der Vergangenheit oder Gegenwart. Andere Faktoren, wie Medikamente und Ernährung haben ebenfalls Einfluss auf den Stoffwechsel der Neurotransmitter. Antidepressive Medikamente entfalten ihre Wirkung, indem sie die Spiegel von Serotonin und/oder Noradrenalin im Gehirn erhöhen. Zusammengefasst können Depressionen psychische Ursachen haben (z.B. Stress), physische Ursachen (z.B. als Begleiterscheinung einer anderen Krankheit) oder genetische Ursachen.



[Bearbeiten] Codierung

In der Psychiatrie zählt die Depression zu den affektiven Störungen. Im akutellen international verwendeten Klassifikationssystem (ICD 10) lautet die Krankheitsbezeichnung depressive Episode oder rezidivierende (wiederkehrende) depressive Störung. Die Diagnose wird allein nach Symptomen und Verlauf gestellt.

ICD-10: F32 bis F33 aus der Gruppe der Psychischen und Verhaltensstörungen ( = F00-F99)



[Bearbeiten] Erscheinungsformen der Depression

[Bearbeiten] Agitierte Depression

Bei dieser Form einer Depression ist ein motorischer Unruhezustand (Agitiertheit) zu beobachten, der sich in gesteigertem Bewegungsdrang, ständig wiederholendem Reden oder übertrieben dargestellten Beschwerden äußern kann.

[Bearbeiten] Bipolare affektive Depression

Früher als Manisch-depressive Erkrankung bezeichnet; hierbei wechseln sich Phasen deutlich gesteigerter Aktivität mit Zeiten von Antriebslosigkeit und Rückzug ab.

[Bearbeiten] Autonome Depression

[Bearbeiten] Somatogene Depression

Die Ursachen für somatogene Depressionen sind körperlich (organisch, hormonell) bedingt, beispielsweise durch strukturelle Hirnschädigung (Trauma, Tumor, Apoplex) oder Stoffwechselstörungen (endokrines System, Nebenwirkungen von Drogen oder Medikamenten).Vermutet wird auch ein Anlagefaktor. Vermeintliche Aussichtslosigkeit, Verzweiflung, reduzierter Antrieb mit oder ohne Wahn können zu einer Suizidgefährdung führen. Bekanntes Beispiel ist die Wochenbett-Depression (postpartale Depression).

[Bearbeiten] Larvierte Depression

Hinter körperlichen Beschwerden kann sich eine Depression verbergen (s. a. psychosomatisch).

[Bearbeiten] Saisonabhängige Depression (SAD, Saisonal Affective Disorder)

Auch Winterdepression, da sie durch Lichtmangel vor allem in der dunkleren Jahreszeit vorkommt.

[Bearbeiten] Pharmakogene Depression

Einige Medikamente lösen als unerwünschte Wirkung (Nebenwirkung) eine Depression aus, welche sich meist wieder zurückentwickelt, sobald das entsprechende Arzneimittel abgesetzt ist.

[Bearbeiten] Altersdepression

Wenn eine Depression erstmalig bei Hochbetagten auftritt, handelt es sich um eine Alters- oder Spätdepression (früher als senile Depression bezeichnet). Laut Statistik tritt diese Art der Depression bei den 70 bis 74- Jährigen zu 14% auf, bei den über 80- Jährigen zu 42%- in beiden Altersgruppen sind Frauen doppelt so oft betroffen wie Männer.

[Bearbeiten] Anaklitische Depression

Die anaklitische Depression (Anaklise- abhängig sein von einer anderen Person) ist eine Sonderform und kommt bei Babys und Kindern vor, wenn diese vernachlässigt werden. Diese Erkrankung ist durch Symptome wie häufiges Weinen und Jammern, beziehungsweise Schreien und Klammern gekennzeichnet. Die anaklitische Depression kann zu psychischen Hospitalismus übergehen.

[Bearbeiten] Entstehung

Wie viele andere psychische Störungen werden auch Depressionen vermutlich endogen (aus sich selbst heraus, ohne dass die Ursache wissenschaftlich bekannt wäre) ausgelöst. Es gibt aber auch Formen mit einem exogenen (durch feststellbare äußere Ursachen) Auslöser.

Diskutiert wird, ob es als Folge biochemischer Übertragungsstörungen im Noradrenalin- und Serotoninhaushalt zur Depression kommt. Noradrenalin und Serotonin sind Botenstoffe, die maßgeblich für die Stimmungslage sind - bei Störungen kommt es also zu den Symptomen der Antriebsminderung, Niedergeschlagenheit etc. (s. u.).


[Bearbeiten] Möglicherweise exogene Auslöser

Mit dem Wort Auslöser wird ein Unterschied zum Begriff Ursache betont. Als Auslöser werden immer wieder einschneidende Ereignisse im persönlichen Umfeld betrachtet:



[Bearbeiten] Symptome

Im Gegensatz zu alltäglichen Stimmungsschwankungen handelt es sich bei der Depression um eine ernste Erkrankung. Wenn ein Mensch das Gefühl hat, an einer Depression zu leiden, sollte er den Arzt aufsuchen. Anhand eines Kriterienkatalogs lassen sich depressive Erkrankungen in den meisten Fällen sicher von normalen Befindlichkeitsstörungen abgrenzen. Folgende Punkte deuten auf eine Depression hin:


[Bearbeiten] Antriebslosigkeit

Betroffene fühlen sich tagsüber häufig erschöpft und schwunglos, sie klagen über mangelnde Energie, manchen fällt es sogar schwer, alltägliche Verrichtungen wie Anziehen oder Waschen auszuführen. Andere wiederum fühlen sich rastlos, sind innerlich gespannt, nervös und ängstlich. Die Stimmung hellt sich auch durch erfreuliche Ereignisse nicht auf („Affektstarre“). Tätigkeiten, die früher von den Betroffenen gerne und häufig durchgeführt wurden, rufen nur mehr mangelndes Interesse und wenig Freude hervor.

[Bearbeiten] Appetit, Schlaf und Schmerz

Schlafstörungen (Einschlaf- und Durchschlafstörungen) können frühe Zeichen einer Depression sein, besonders wenn sie durch ein Erwachen in den frühen Morgenstunden gekennzeichnet sind, auf das Grübeln folgt („Gedankenkreisen“); ebenso tageszeitliche Stimmungsschwankungen, vor allem wenn sich eine Stimmungsaufhellung am Abend bemerkbar macht. Der Appetit ist bei den Betroffenen häufig vermindert, was zu Gewichtsverlusten führen kann. Auch die sexuelle Energie ist oftmals eingeschränkt. Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen können ebenfalls auf eine Depression hindeuten, vor allem dann, wenn die Störungen nur zeitweise auftreten. Bei manchen Betroffenen stehen körperliche Beschwerden im Vordergrund. Neben den bereits erwähnten Schlafstörungen können Beschwerden des Magen-Darm-Trakts (Obstipation, Völlegefühl), des Herzens (Tachykardie, Arrhythmien), Kopf-, Nacken- und Rückenschmerzen oder ein Engegefühl in der Brust auftreten.

[Bearbeiten] Keine Ruhe vor sich selbst

Depressionen können auch zu ängstlicher Anspannung und Unruhe führen. Die Furcht vor dem „Stehenbleiben“, oder dem Erleben von Leere und Traurigkeit, aber auch Zukunftsängste lösen dann bei den Erkrankten hektische Betriebsamkeit aus, die selten als befriedigend empfunden wird. Die innere Anspannung kann schließlich in Angst- und Panikattacken münden; die Betroffenen erleben eine quälende innere Unruhe und fühlen sich getrieben.

Es ist ganz natürlich, sich in verschiedenen Situationen des Alltags niedergeschlagen zu fühlen. Die Grenze zwischen normaler Niedergeschlagenheit und der eigentlichen Depression ist dabei fließend. Bei einer Depression muss allerdings kein äußerer auslösender Grund vorhanden sein (endogene Ursachen). Die Krankheit ist oft sowohl für den Kranken als auch für Angehörige und Freunde unerklärlich. Sie kann in vielen Fällen nicht als Reaktion auf eine erkennbare Krise gedeutet werden.


[Bearbeiten] Die wichtigsten Symptome zusammengefasst sind


Verbreitete Werkzeuge zur Diagnose von Depressionen sind die Hamilton-Depressionsskala (HAMD), das Beck-Depressionsinventar (BDI) und das Inventar depressiver Symptome (IDS). Bis jetzt gibt es noch keinen sicheren biologischen Test, der enthüllen kann, ob jemand an einer Depression leidet. In einigen Fällen werden Blutproben untersucht und computertomographische Untersuchungen gemacht, um andere Ursachen für die depressiven Symptome auszuschließen (z.B. Hypoglykämie, Vitamin B12- Mangel, Demenz, endokrine Störungen). Häufig wird auch eine Familienanamnese gemacht- vor allem wenn es sich um Depressionen bei Kindern handelt-, um nach Bindungs-und Beziehungsstörungen zu suchen. Ein spezifisches Testverfahren für Depressionen im Kindes- und Jugendalter sind das Depressions-Inventar für Kinder und Jugendliche (DIKJ) von J. Stiensmeier-Pelster, M. Schürmann und K. Duda und der Depressions-Test für Kinder(DTK) von P. Rossmann.



[Bearbeiten] Verlauf

Der Verlauf ist oft (aber nicht unbedingt) phasenhaft:


[Bearbeiten] Behandlungsmethoden

Es gibt verschiedene Möglichkeiten der Psychotherapie, um eine Depression zu behandeln.


[Bearbeiten] Psychotherapie

[Bearbeiten] Antidepressiva


Ob zusätzlich zu einer Psychotherapie Antidepressiva zum Einsatz kommen, wird individuell entschieden. Manchmal sprechen Patienten nicht auf ambulante Therapie und Psychopharmaka an, der Leidensdruck wird zu hoch und sie können suizidgefährdet sein. In solchen Fällen ist es notwendig, in einer psychiatrischen Klinik behandeln zu werden. Diese Behandlung erfolgt meist mit Medikamenten und Psychotherapie. Eine vorbeugende Gabe von Medikamenten kann bei einzelnen Fällen notwendig sein.

[Bearbeiten] Weitere Möglichkeiten der Behandlung



[Bearbeiten] Umgang mit Depressiven

[Bearbeiten] Voraussetzungen

[Bearbeiten] Richtlinien, Mitwirkung des Pflegepersonals an der Therapie



[Bearbeiten] Prognose

Die Chancen, die jeweiligen depressiven Phasen erfolgreich zu behandeln, sind relativ gut. Die Therapie kann vor allem die Dauer und den Ausprägungsgrad der einzelnen Depressionsphasen verringern. Die meisten Patienten erleben im Laufe ihres Lebens nur eine oder sehr wenige depressive Episoden. Bei einigen Depressionsarten sind Rückfälle jedoch relativ häufig – hier kann eine vorbeugende Behandlung erforderlich sein.

[Bearbeiten] Depressionen lassen sich heilen

Viele Depressive quält die Tatsache, dass sich ihre Krankheit im Unterschied etwa zu einem Knochenbruch nicht "beweisen" lässt. Das ist für depressive Patienten schlimm, weil sie dadurch einem viel größeren Leidensdruck ausgesetzt sind als Patienten mit den meisten anderen Erkrankungen. Viele Depressive, vor allem wenn sie an schweren Depressionen leiden, hegen Suizid-Gedanken und sind deshalb gefährdet. Fast immer ist Hilfe möglich, denn Depressionen lassen sich heilen. Betroffene oder Angehörige sollten nicht abwarten, bis der Leidensdruck zu groß wird, sondern schon bei den ersten Anzeichen der Krankheit professionelle Hilfe aufsuchen (Arzt, Psychologe, Psychotherapeut).


[Bearbeiten] Pflege bei Depressionen

Der pflegerische Umgang mit Depressiven erfordert sehr viel Geduld und Einfühlungsvermögen, sie brauchen das Gefühl der Begleitung auf dem Weg zur Besserung, das „zur Verfügung stehen“ im richtigen Moment. Da diese Patienten meist sehr sensibel, verletzlich und konfliktschwach erlebt werden, brauchen sie den goldenen Mittelweg zwischen Aktivierung und Überforderung.



[Bearbeiten] Glossar zu speziellen Ausdrücken

Die Diagnostik und Behandlung von Depression hat sich gewandelt. Zum Teil werden aber auch heute noch Ausdrücke verwendet, die nicht den aktuellen Wissensstand (auch über die ungeklärten Aspekte der Depression) berücksichtigen. Diese Ausdrücke werden hier knapp erklärt.


[Bearbeiten] Weblinks


Wikipedia-logo.png vgl. Wikipedia: "Depression"



http://www.kompetenznetz-depression.de/
http://www.netdoktor.at/krankheiten/fakta/depression.htm
http://www.psychotherapiepraxis.at/artikel/depression/depression-therapie.phtml
http://www.depression.at/?&authenticationid=&iWasAlreadyHere=true http://www.dieonlinepsychologen.de/tag/kognitive-verhaltenstherapie.html

[Bearbeiten] Literatur


[Bearbeiten] Siehe auch


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