Demographie

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Demographie ( vom griechischen demos = Volk und graphein = (be-) schreiben, neuere Schreibweise: Demografie) ist die Beschreibung von Veränderungen innerhalb der Bevölkerungszusammensetzung. Sie ist eine wissenschaftliche Disziplin der Soziologie und der Mathematik, deren Gegenstand die Beschreibung, Analyse, auch grafische Darstellung und Prognose der Entwicklung der Bevölkerungsstruktur ist.

Im engeren Sinn ist es die Beschreibung von Zuständen und Veränderungen der Bevölkerungszahl und Bevölkerungszusammensetzung mit Hilfe von statistischen Methoden; z.B. der Mittelwerte in Bezug auf die Geburtenhäufigkeit und das Sterbealter, Geburtenüberschuss bzw. Sterbehäufigkeit bei bestimmten Rahmenbedingungen (z.B. die Krankheitshäufigkeit oder auch Morbidität innerhalb der Bevölkerung).

Dabei geht es auch um die Suche nach Erklärungen für die gefundenen Resultate bzw. für festgestellte Veränderungen der Bevölkerungsstruktur im Lauf der Zeit; z. B. im Rahmen der medizinischen Epidemiologie.

Demographische Themen[Bearbeiten]

Verschiedene Themengebiete spielen in der Demographie eine tragende Rolle und werden u.a. in Form von Statistiken erfasst und ausgewertet. Die daraus resultierenden Ergebnisse sind beispielsweise auch Grundlage für politische Entscheidungen.

  • Anzahl der Geburten
  • Bedingungen für hohe Geburtenraten (auch: Welche Familienkonstellationen begünstigen viele Geburten? Abhängigkeit von Einkommen, Bildung, etc.)
  • Anzahl der Schüler (auch Vorausschau), das Schulwesen
  • Einwanderung
  • Wanderungsbewegungen innerhalb eines Landes (z. B. aus den neuen Bundesländern nach Bayern etc.)
  • Erwerbsleben (Ausbildung, Beschäftigung, Arbeitslosigkeit)
  • Familie
  • Einkommen (Reichtum, Armut)
  • Lebenserwartung, Lebensqualität
  • Krankheit (Neufälle in einem Jahr, Häufigkeit insgesamt), Tod, Sozialversicherungen

Einzelne Begriffe[Bearbeiten]

  • Als Alterslastquotient wird dabei das Zahlenverhältnis junger Beitragszahlender zu älteren Leistungsnutzern der Sozialversicherungs-Kassen genannt. Das meint die Zahl, wieviel Ältere (xx Personen im Rentenalter) 100 Personen im erwerbstätigen Alter gegenüber stehen.
  • Infolge der demographischen Entwicklung wird der Altersquotient von 25 Prozent im Jahre 1995 auf 54 Prozent im Jahre 2040 stark ansteigen. (Dieser Bevölkerungsrahmen liegt leicht über dem der BMA-Berechnungen aufgrund etwas höherer Zuwanderungen - 130 000 bei Prognose statt 100 000 laut BMA durchschnittlich pro Jahr).
  • Vorausberechnungszeitraum, Prognosehorizont: ausgehend von erfassten tatsächlichen Zahlen der Vergangenheit und Gegenwart zwischen 10 und 200 Jahren. Eng verbunden mit statistischen Forschungsmethoden.
  • Als Bild ist die häufig zu sehende Bevölkerungspyramide die grafische Darstellung der Alterszusammensetzung der gesamten Bevölkerung. Dabei werden pro Geburtjahrgang je eine Linie für Männer und Frauen nach links und rechts und dann pro Jahrgang übereinander gezeichnet. Es ergibt sich dadurch eine baumähnliche Figur mit typischen Einschnürungen in den Kriegsjahrgängen (einmal bei den getöteten Soldaten andrerseits bei den Geburtsausfällen).
  • Zwei weitere typische Voraussagen (Prognosen) im Jahr 1998 seien hier zitiert: nach Angabe des Prognos-Instituts steigt die Bevölkerung der BRD von 81,8 Mio. im Jahre 1995 auf 82,7 Mio. im Jahre 2010, um dann auf 72 Mio. im Jahre 2040 abzusinken.
  • Der Pillenknick beendete den Babyboom der Nachkriegszeit (gemeint ist der Geburtenrückgang aufgrund der neuentwickelten hormonellen Verhütungsmöglichkeiten mittels Kontrazeptiva wie die so genannte "Antibabypille"). Es gab eine Reduzierung der durchschnittlichen Zahl von Kindern einer Frau (von über 2,5 auf unter 1,3 im Jahr 2007; in diesem Zusammenhang wird die theoretisch erforderliche Reproduktionsquote von 2,3 Kindern genannt, um eine konstante Bevölkerungszahl zu erhalten)
  • Bis zum Jahr 2030 wird die Zahl älterer Menschen über 60 Jahre auf etwa 26,4 Millionen gestiegen sein (Alten- oder Altersquotient von 36 Prozent). Ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung wird sich von rund 20% auf rund 36% erhöhen. Jeder Zweite wird über 50 Jahre, jeder Dritte über 60 Jahre alt sein. Insbesondere der Anteil von Hochbetagten an der Gesamtbevölkerung dürfte dabei proportional erheblich zunehmen. In rund 30 Jahren wird die Zahl der Älteren die der Jüngeren (unter 20) um mehr als das Doppelte übersteigen.
  • Zuwanderung und Abwanderung in/aus einem Land sind mit den Mitteln der Bevölkerungsstatistik schwer zu schätzen. Die Schwankungen erfolgen oft sehr kurzfristig und sind nicht biologisch oder klimatisch sondern politisch beeinflusst. Ein gezielte Zuwanderungspolitik könnte die prognostizierten Entwicklungen jedoch stark beeinflussen.


Eine Bevölkerungsprognose für 2025[Bearbeiten]

Die Zahlen von 2008 - eine Bevölkerungsprognose für 2025: Ein immer höheres Durchschnittsalter, weniger Schülerinnen/-er, mehr Greise (die Statistik meint die über 80jährigen). Deutschland wird immer älter. 2006 war noch jeder zweite Bundesbürger jünger als 42 Jahre. 2025 wird die Hälfte der Bevölkerung älter als 47 Jahre sein, in einigen Regionen sogar älter als 53 Jahre. Der Durchschnitt verschiebt sich also um über fünf Jahre nach oben. Das bedeutet zum Teil wachsende und zum Teil schrumpfende Städte und Landkreise: eine neue Studie der Bertelsmann Stiftung zeigt die wahrscheinlichen Auswirkungen des demographischen Wandels für alle Gemeinden über 5.000 Einwohnern.


Demographie-Prognose von 2009[Bearbeiten]

In seiner neuen Bevölkerungsvorausberechnung hat das Statische Bundesamt im November 2009 darauf hingewiesen, dass im Jahr 2060 jeder dritte Bundesbürger älter als 65 sein wird. Das ist nach den früheren Berechnungen nichts Neues. Aber der Teilbereich der Älteren über 80 Jahre wird sich bis 2060 von derzeit sieben Prozent auf 14 Prozent verdoppeln. Und natürlich werden die meisten dieser Älteren weitgehend gesund und selbständig leben. Dennoch bedeuten diese Zahlen auch, dass es wahrscheinlich mehr pflegebedürftige Personen geben wird als heute, insbesondere in dieser sehr alten Bevölkerungsgruppe. Und das bei einem leichten Rückgang der Einwohnerzahl in Deutschland insgesamt (statt 80 Mio. vielleicht künftig 65 bis 70 Millionen). Die Zahl der Menschen im erwerbsfähigen Alter nimmt ab. Genaue Prognosen dafür sind allerdings für so lange Zeit nicht möglich. Von derzeit rund 50 Millionen Menschen im erwerbsfähigen Alter zwischen 20 bis 64 Jahren werden es 2060 etwa 27 bis 34 Prozent weniger sein (es wird also evtl. zwischen 33 - 36,5 Mio geben). Diese Zahlen geben die mögliche Zahl der Beitragszahler in den Versicherungen wider. Die Versicherungen (GKV und GRV) haben jedoch auch heute bereits verschiedene Einnahmequellen.

Nach einer anderen Studie können (GEK, Rothgang) können Männer, die heute 60 Jahre alt sind, statistisch noch mit 20,7 Lebensjahren rechnen. 60-Jährige Frauen können sogar noch auf fast 25 Lebensjahre hoffen. Bei Männern und Frauen wird es statistisch für einen Teil eine relativ kurze Zeit hoher Pflegebedürftigkeit geben . Eine realistische Vorhersage für so lange Zeit, wie sich dieser Faktor in Zukunft weiterentwickelt (plus oder minus X,x Jahre), ist zur Zeit nicht möglich.

Siehe auch[Bearbeiten]

  • Demographische Entwicklung, Demographische Falle (bedeutet etwas anderes in internationaler oder nationaler Sichtweise).
  • Die Enquete-Kommission Demographischer Wandel des Deutschen Bundestages wurde seit 1991 mehrfach eingerichtet. Dies ist ein Untersuchungsausschuss mit klar begrenztem Auftrag, der mit Politikern und Forschern besetzt ist. In einer Bundestags–Drucksache (z. B. 12/7876 der Berichte bis 1994) wird zusammenfassend an die Öffentlichkeit, die Bundesregierung und das Parlament berichtet.


Literatur[Bearbeiten]

  • Wichtiges Buch zu den deutschen Zahlen ist das jeweilige
    • Statistische Jahrbuch 20xx. Herausgeben vom Statistischen Bundesamt. Ausführliche Informationen zu vielen Themen in 26 Kapiteln. via Url: www.destatis.de . Seit Veröffentlichung des Statistischen Jahrbuches 2006 steht die Publikation vollständig und kostenlos als Download im Internet zur Verfügung.
    • Statistisches Bundesamt : Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 2009. Metzler-Poeschel. 753 Seiten. ISBN
    • Statistisches Jahrbuch 2009 (kostenfreier Download als PDF-Dokumente)
  • Zur Demografischen Lage (z. B. für 2009) siehe jeweils auch den aktuellsten Bericht des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (Teil des Stat. Bundesamtes).

Zudem werden Statistische Wochenberichte pubiliziert, die wöchentlich als kostenloser Download zu Verfügung stehen.

Weblinks[Bearbeiten]

international: