Deutsche Gesellschaft für Pflegewissenschaft e.V.

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Die Deutsche Gesellschaft für Pflegewissenschaft e.V., früher DV Pflegewissenschaft, ist die wissenschaftliche Fachgesellschaft der beruflichen Pflege in Deutschland. Sie wurde im Jahr 1989 gegründet und hat ihren Sitz in Osnabrück. Die Geschäftsstelle befindet sich in Duisburg.

Geschichtliche Entwicklung[Bearbeiten]

Gründung[Bearbeiten]

Als der Deutscher Verein (DV) Pflegewissenschaft 1989 gegründet wurde, gab es in der damaligen Bundesrepublik Deutschland keinen pflegespezifischen Regelstudiengang, es existierte noch kein Pflegeforschungsinstitut, lediglich erste Forschungsprojekte hatten begonnen, teilweise gegen allerlei Widerstände und mit den einfachsten Mitteln - aber es war die erste Professorin für "Krankenpflege und Sozialwissenschaft" in der BRD berufen worden, Prof. Dr. Ruth Schröck.

Vor diesem Hintergrund gründete die "Ständige Konferenz der Weiterbildungsinstute für leitende und lehrende Pflegepersonen" einen Verband, um der sich entwickelnden Pflegewissenschaft einen kräftigen Stoß zu geben. Er sollte die Weiterentwicklung in jeder nur denkbaren Art und Weise unterstützen. Aus diesem Grunde nannte er sich: "Deutscher Verein zur Förderung von Pflegewissenschaft und -forschung" (DV Pflegewissenschaft).

Es war seit vielen Jahren das erste Mal, dass sich Vertreterinnen ganz unterschiedlicher Organisationen, von Berufsverbänden, Schwesternschaften, Gewerkschaften, kirchlichen und privaten Trägern mit einem gemeinsamen Ziel zusammengefunden hatten, nämlich die Pflegewissenschaft und Pflegeforschung dauerhaft zu fördern. Dieser verbandsübergreifende, plurale Charakter kennzeichnet noch heute den Verein.

Entwicklung[Bearbeiten]

In den darauffolgenden 10 Jahren entwickelte sich dann nahezu explosionsartig eine Wissenschaftsstruktur mit einer Vielzahl von Studiengängen, deren Kernfach die Pflegewissenschaft ist. Heute (2014) gibt es eine Vielzahl pflegeorientierter Studiengänge, wobei die Minderzahl an Universitäten angesiedelt ist und wiederum die Minderzahl primär die Entwicklung der Pflegewissenschaft zum Inhalt hat. Die Akademisierung der Bildung bringt allerdings noch nicht automatisch die Entwicklung einer Wissenschaft mit sich, zudem in den ersten Jahren die meisten Wissenschaftlerinnen in erster Linie mit dem Aufbau der Studiengänge befasst waren. Einige Anfänge eines "body of knowledge" der Pflegewissenschaft in Deutschland werden jetzt sichtbar, ein eigenständiger Diskurs hat begonnen.

Parallel zu der Akademisierung hat sich das Selbstverständnis des DV Pflegewissenschaft etwas verlagert. Die Notwendigkeit, eine fachwissenschaftliche Gesellschaft zu haben, in der die Wissenschaft diskutiert und damit weiter entwickelt werden kann, wurde zunehmend anerkannt. Gerade bei der Unterschiedlichkeit der Pflegebildungsstrukturen, den verschiedenen Lehr- und Forschungsschwerpunkten ist das Bedürfnis nach einem Austausch gestiegen. Dabei besteht keinesfalls die Vorstellung, die Vielfältigkeit zu reduzieren oder eine wie auch immer geartete Einheitlichkeit herzustellen, denn Wissenschaft entwickelt sich nur im Diskurs mit verschiedenen Ansätzen und vielfältigen methodischen Zugängen.

Namensänderung[Bearbeiten]

Der DV Pflegewissenschaft sollte der Ort des wissenschaftlichen Diskurses sein und hieß dementsprechend seit Juni 2000 nur noch: "Deutscher Verein für Pflegewissenschaft". Seit November 2005 lautet der Name: "Deutsche Gesellschaft für Pflegewissenschaft e.V.", um zu verdeutlichen, dass der Verein als wissenschaftliche Fachgesellschaft aktiv ist.

Ziele der DG Pflegewissenschaft e.V.[Bearbeiten]

Laut der zuletzt im Jahr 2011 geänderten Satzung hat die DG Pflegewissenschaft das Ziel "die Pflegewissenschaft und -forschung zu fördern, dazu insbesondere den wissenschaftlich relevanten Diskurs in der Disziplin zu unterstützen und dabei den wissenschaftstheoretischen und methodologischen Pluralismus zu gewährleisten sowie die Ergebnisse dem Berufsfeld Pflege und Gesundheit als auch der weiteren Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen." [1]

Die DG Pflegewissenschaft ist selbstlos tätig und verfolgt keine wirtschaftlichen Ziele.


Aktivitäten und Organe der DG Pflegewissenschaft e.V.[Bearbeiten]

Sektionen[Bearbeiten]

Die fachlich-wissenschaftliche Arbeit der DG Pflegewissenschaft erfolgt in ihren Sektionen. Die Sektionen stehen allen aktiven Mitgliedern offen. Sie werden nach entsprechender Antragstellung durch die Mitgliederversammlung eingerichtet und arbeiten anschließend selbstbestimmt. Sektionen erarbeiten unter anderem Publikationen, koordinieren eigene Projekte und führen wissenschaftliche Veranstaltungen durch.

Die Sektionen gliedern sich nach Satzung der DG Pflegewissenschaft in fünf thematische Schwerpunkte. Derzeit bestehen folgende Sektionen:

  • Schwerpunkt "Klinische Pflege"
    • Onkologische Pflegeforschung
    • Pflege des kritisch kranken Menschen
    • BIS – Beratung, Information, Schulung
    • Pflegephänomene
  • Schwerpunkt "Lehre und Bildung"
    • Hochschullehre Pflegewissenschaft
    • Bildung
  • Schwerpunkt "Organisation und Recht"
  • Schwerpunkt "Pflege und Gesellschaft"
    • Historische Pflegeforschung
    • Entwicklung und Folgen von Technik und Informatik in der Pflege
    • Dissemination und Implementierung
  • Schwerpunkt "Theorie und Methodologie"
    • Forschungsmethoden

Ethikkommission[Bearbeiten]

Die DG Pflegewissenschaft unterhält eine eigene Ethikkommission, der pflegewissenschaftliche Forschungsprojekte für ein ethisches Clearing vorgelegt werden können. Vorsitzende der Ethikkommission ist derzeit Prof. Dr. Sabine Bartholomeyczik.

Pflege & Gesellschaft[Bearbeiten]

Das Organ der DG Pflegewissenschaft ist die wissenschaftliche Zeitschrift Pflege & Gesellschaft. Die Zeitschrift ist peer-reviewed, erscheint erscheint viermal jährlich bei Beltz Juventa und ist für alle Mitglieder kostenlos. Nicht-Mitglieder können sie für 44,00 € (ermäßigt 36,- €) abonnieren. Zurückliegende Ausgaben sind im Archiv auf der Internetseite der DG Pflegewissenschaft kostenfrei einsehbar.

Veranstaltungen der DG Pflegewissenschaft e.V.[Bearbeiten]

Die DG Pflegewissenschaft veranstaltet regelmäßig pflegewissenschaftliche Veranstaltungen, um den pflegewissenschaftlichen Diskurs zu fördern. Sie stehen grundsätzlich sowohl Mitgliedern als auch Nicht-Mitgliedern der DG Pflegewissenschaft offen.

DGP Fachtag[Bearbeiten]

DGP Fachtage werden einmal jährlich abgehalten. Sie finden an wechselnden Hochschulen in Deutschland statt. Jeder Fachtag wird jeweils von einer Sektion ausgerichtet, die das Programm bestimmt. Thematisch stehen aktuelle Entwicklungen und Ergebnisse aus einem pflegewissenschaftlichen Themengebiet im Mittelpunkt. In der Regel findet die jährliche ordentliche Mitgliederversammlung der DG Pflegewissenschaft e.V. im Anschluss an den Fachtag statt.

DGP Hochschultag[Bearbeiten]

Beim ebenfalls jährlich stattfindende DGP Hochschultag steht die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses im Mittelpunkt. Dort können gemeinsame Projekte von Studierenden und Lehrenden vorgestellt werden, z.B. Lehr- / Lernprojekte, Abschlussarbeiten oder Forschungsprojekte. Die besten vorgestellten wissenschaftlichen Poster werden prämiert. Der DGP Hochschultag findet jeweils an einem wechselnden Hochschulstandort statt.

3-Länderkonferenz Pflege und Pflegewissenschaft[Bearbeiten]

Die DG Pflegewissenschaft e.V. ist Mitveranstalterin der 3-Länderkonferenz Pflege und Pflegewissenschaft. Die 3-Länderkonferenz findet alle 3 Jahre als Koooperation der Berufsverbände und der wissenschaftlichen Fachgesellschaften Deutschlands, Österreichs und der Schweiz statt.[2]

Vorstand der DG Pflegewissenschaft e.V.[Bearbeiten]

Der Vorstand vertritt die DG Pflegewissenschaft nach außen und führt die Geschäfte der Fachgesellschaft. Vorstandsvorsitzende Prof. Dr. Renate Stemmer (Kath. Hochschule Mainz) Weitere Mitglieder des Vorstands Prof. Dr. Manfred Hülsken-Giesler (PTH Vallendar) Heinrich Recken, BA (Hamburger Fern-Hochschule) JProf. Dr. rer. medic. Erika Sirsch (PTH Vallendar) Prof. Dr. Karin Wolf-Ostermann (Universität Bremen

Mitgliedschaft[Bearbeiten]

Bei der Deutschen Gesellschaft für Pflegewissenschaft gibt es drei Formen der Mitgliedschaft:

Aktive Mitgliedschaft[Bearbeiten]

Einzelpersonen steht die Möglichkeit einer aktiven Mitgliedschaft offen. Diese Mitgliedschaft, die nicht übertragbar ist, kann jede Person erwerben, die pflegewissenschaftlich arbeitet oder allgemein einem pflegerischen Beruf angehört und an der Weiterentwicklung der Pflegewissenschaft interessiert ist. Das gilt ebenso für alle Personen, die sich in einer Pflegeausbildung oder einem Pflegestudium befinden. Der Mitgliedsbeitrag beträgt derzeit (2016) 110 €/Jahr. Für Auszubildende, StudentInnen oder TeilnehmerInnen einer Weiterbildung wird der Beitrag bei Vorlage einer entsprechenden Bescheinigung auf 50 €/Jahr ermäßigt.

Fördernde Mitgliedschaft[Bearbeiten]

Neben der aktiven Mitgliedschaft besteht die Möglichkeit der fördernden Mitgliedschaft. Diese können juristische Personen wie Vereine, Gesellschaften, Verbände und auch Institutionen, aber auch Einzelpersonen beantragen. Der Mitgliedsbeitrag beträgt mindestens 110,- €. Da alle MitarbeiterInnen der fördernden Institution die Angebote der Deutschen Gesellschaft für Pflegewissenschaft nutzen können, wird jedoch ein angemessen höherer Beitrag erwartet.

Ehrenmitgliedschaft[Bearbeiten]

Auf Vorschlag des Vorstandes kann die Mitgliedersammlung Personen zu Ehrenmitgliedern ernennen, die sich um die Pflegewissenschaft und -forschung besonders verdient gemacht haben.

Quellen[Bearbeiten]

  1. Satzung der Deutschen Gesellschaft für Pflegewissenschaft e.V., http://www.dg-pflegewissenschaft.de/2011DGP/die-dgp/satzung
  2. http://de.amiando.com/3-laenderkonferenz-2013.html

siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]


Podcast verfügbar

Podcast verfügbar!
Zu diesem Thema können Sie sich die Podcast-Sendung "Sabine Bartholomeyczik (2006): "Über die DG-Pflegewissenschaft"" (mp3) anhören.