Cuff

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Ein Cuff (englisch cuff = Manschette) ist ein aufblasbarer Ballon aus Gummi oder Kunststoff, der das untere Ende einer Trachealkanüle ummantelt und dadurch den Raum zwischen Tubus und Trachealwand abdichtet. Durch den Cuff wird das Eindringen von Sekreten (Speichel, Blut) oder Erbrochenem aus dem Mund-Rachenraum in die unteren Atemwege des Patienten vermieden (Aspirationsschutz). Bei beatmeten Patienten verhindert der Cuff, dass die zugeführte Luft seitlich entweicht.

Aufgrund des im Cuff aufgebauten Drucks kann es bei längerer Intubation im Bereich der Trachea zu ischämischen Druckgeschwüren und Wandnekrosen kommen. Daher werden bei langzeitintubierten Patienten Niederdruck-Cuffs mit Füllungsdrücken zwischen 15 und 20 mmHg verwendet, die diese Komplikationen weitgehend ausschließen.[1]

Pflege[Bearbeiten]

Da der Cuffdruck meistens schon nach kurzer Zeit nachlässt, wird der Druck mindestens einmal pro Schicht mit Hilfe eines Manometers gemessen. Gegebenenfalls muss dabei nachgeblockt werden. Bei speziellen Cuffdruckmessern ist der ideale Druckbereich grün unterlegt.

Wird die Trachealkanüle gewechselt, muss der Cuff vor dem Einsetzen auf ein eventuelles Leck hin kontrolliert werden.
Vor dem Einlegen einer wiederverwendbaren Trachealkanüle mit Cuff in Reinigungslösung wird der Cuff aufgepumpt. Zur anschließenden Aufbewahrung wird etwas Luft aus dem Cuff abgelassen, um das Beschädigungrisiko zu senken.

Sekretansammlungen oberhalb des Cuffs müssen regelmäßig abgesaugt werden, vor allem vor Entblockung des Cuffs (subglottische Absaugung). Verborkungen können vorher mit Spüllösung (NaCl 0,9%) aufgeweicht werden.

Vor einem Schlucktraining wird der Cuff in der Regel entblockt: Der Schluckreflex verhindert während des physiologischen Schluckaktes die Atmung, aber bei einer geblockten Trachealkanüle funktioniert dieser Reflex nicht oder nicht ausreichend, so dass die Aspirationsgefahr erhöht ist.

Bilder[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • K. Berlinghof, J.D. Rollnik: Trachealkanülenmanagement. In: Die Neurologisch-Neurochirurgische Frührehabilitation. Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2013, S. 189 ISBN 978-3-642-24886-3

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. Berlinghof, Rollnik 2013, S. 189