Colostoma

Aus PflegeWiki

Wechseln zu: Navigation, Suche

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Colostoma allgemein

Je nach verwendetem Darmabschnitt sprechen Mediziner von einem Coecostoma (Ausleitung vom Blinddarm, Caecum), Colostoma (Ausleitung vom Colon sigmoideum) oder Transversostoma (Ausleitung vom Colon transversum). Umgangssprachlich werden jedoch das Coeco-, Colo- und Transversostoma häufig unter dem Begriff Colostoma zusammengefasst, da das Wort Colon den gesamten Grimmdarm bezeichnet.

[Bearbeiten] Endständiges Colostoma

Nach vollständiger oder umfangreicher Entfernung des Dickdarms (totale/subtotale Kolektomie), nach Entfernung des Mastdarms (Rektum) und/oder des Afters (Anus) wird in der Bauchdecke eine künstliche Öffnung geschaffen, der gesunde Restdarm nach außen geführt und dort mit der Bauchdecke vernäht. Endständig bedeutet hier nicht zwangsläufig, dass ein Stoma dauerhaft angelegt wurde, sondern bezieht sich vielmehr auf die Art und Weise wie mit den beiden Darmenden nach der OP verfahren wird. Bei einem entständigen Stoma wird die zuführende, orale Schlinge in der Bauchwand eingenäht. So entsteht nur eine einzige sichtbare Öffnung. Der abführende, distale Darmsenkel wird in seiner Öffnung komplett verschlossen. Ein endständiges Stoma ist im häufig auf Dauer angelegt und wird im Regelfall nicht zurückverlegt, doch ist dies bei Anlage eines Stomas mittels Hartmann-OP durchaus möglich.

[Bearbeiten] Doppelläufiges Colostoma

Die Bauchwand wird eröffnet und der erhaltene, funktionsfähige Bereich des Darms aus der Bauchdecke in Form einer Schlinge herausgezogen. Um das Zurückgleiten des Darms in den Bauchraum zu verhindern, wird häufig ein so genannter Reiter z.B. in Form eines flachen Kunststoffstabes unter die Schlinge geschoben. Anschließend wird der Darm von oben eingeschnitten und nach außen umgestülpt, so dass zwei sichtbare Darmöffnungen entstehen. Der stuhlfördernde Darmabschnitt (aus Richtung Magen kommend) wird als zuführende Schlinge oder oraler Schenkel, der abführende Teil (in Richtung Anus verlaufend) als abführende Schlinge oder aboraler Schenkel bezeichnet. Ein doppelläufiges Stoma wird dann angelegt, wenn eine Rückverlegung (Verbindung mit dem Rektum oder Pouchanlage) geplant ist. Grund ist zumeist die Entlastung eines Darmteiles, damit Darmnähte besser abheilen können.

[Bearbeiten] Permanentes Colostoma

Dauerhaft, nicht rückverlegbar angelegtes Stoma.

[Bearbeiten] Temporäres Colostoma

Vorübergehendes, nicht dauerhaft angelegtes Stoma.

[Bearbeiten] Colostomie nach Hartmann

Bei der Colostomie nach Hartmann wird ebenfalls das Sigma ausgeleitet. Jedoch kann bei dieser Anlage der Schließmuskel erhalten bleiben und das Colostoma nach gewisser Zeit zurückverlegt werden.


Das Colostoma soll leicht über Hautniveau (ca 1,5-3cm), d.h. als prominentes Stoma angelegt werden, um eine problemlose Versorgung mit einem Stomaversorgungssystem sicherzustellen und das Unterwandern der Hautschutzplatte mit Stuhl zu verhindern. Es befindet sich in der Regel zwischen Bauchnabel und Schambeinstachel im linken Unterbauch.

[Bearbeiten] Stomaversorgung eines Colostomas

Beim Colostoma erfolgt der erste Stuhlgang meist nach 2 bis 3 Tagen. Die Art und Weise im Umgang mit dem Beutelsystem hängt stark von demselben ab. In der Regel werden geschlossene Versorgungen gewählt, da es sich um breiige bis feste Ausscheidungen handelt. Man unterscheidet folgende Versorgungssysteme für das Colostoma:

[Bearbeiten] Einteilige Systeme

Bei einteiligen Systemen sind Hautschutzplatte und Stomabeutel fest miteinander verbunden und nicht zu trennen. Auf einen Rastring o.a. kann deshalb verzichtet werden, was die Versorgung flexibler /anschmiegsamer macht. Einteilige Versorgungen werden komplett gewechselt, sobald der Darm gefördert hat, jedoch spätestens aller 24 Stunden.

[Bearbeiten] Zweiteilige Systeme

Bei zweiteiligen Systemen sind Hautschutzplatte und Stomabeutel seperat und werden mittels Rastringen, Klebefläche o.a. miteinander verbunden. Hier wird der Beutel seperat gewechselt, sobald der Darm gefördert hat oder nach 24 Stunden erneuert. Die Hautschutzplatte verbleibt bis zu (maximal) 3 Tage auf der Haut.

[Bearbeiten] Stomakappe

Eine Stomakappe ist eine kleine runde Versorgung je nach Hersteller mit einem Fassungsvolumen von ca. 50ml. Grundvoraussetzung zur Nutzung einer solch kleinen Versorgung ist eine vorangegangene Irrigation, einer Darmspühlung zur Stuhlentleerung über das Stoma.

[Bearbeiten] Irrigation des Colostomas

Träger eines Colostomas haben die Möglichkeit der Durchspülung (Stoma-Irrigation). Ziel der Irrigation ist es, den Darm durch regelmäßige Spülungen zu entleeren und zu reinigen. Dafür wird körperwarmes Wasser über einen in Schulterhöhe positionierten Behälter mit angeschlossenem Schlauch und Konus über das Colostoma in den Darm langsam eingeführt. Nach dieser Anwendung mit anschließender Stuhlentleerung sind Colostoma-Träger über einen längeren Zeitraum (24-48 Stunden) ausscheidungsfrei und können sich mit einer kleinen Stomakappe versorgen. Die Irrigation wird nach dieser Zeit wiederholt.

[Bearbeiten] Typisch für Colostomien

Typisch für Colostomien sind:


siehe auch:

[Bearbeiten] Einzelnachweise

[1] [2]

  1. Ratgeber Darmkrebs und Stoma Detailbeschreibung Stomaarten, Stomaversorgung, Versorgungswechsel, Irrigation
  2. Wikipedia Enterostoma

[Bearbeiten] Weblinks

Ratgeber-Darmkrebs.de Informationsportal für Stomaträger und Interessierte mit vielen Tipps zur Stomapflege auch bei Säuglingen

Wikipedia Informatinen zum Enterostoma allgemein

Persönliche Werkzeuge
Namensräume
Varianten
Aktionen
Navigation
Werkzeuge