Case Management

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Als Antwort auf die Veränderungen im bundesdeutschen Gesundheitssystem wird im Gesundheitssektor vermehrt der Einsatz des Konzepts Case Management diskutiert. Diese Form der Fallführung wurde in Ländern mit ähnlichen Herausforderungen im Gesundheitswesen, wie z.B. den USA, schon früh diskutiert. In Deutschland findet es hingegen erst seit Anfang der 90iger Jahre im Zuge der Reformdiskussion Beachtung.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Definitionen

Case Management hat zum Ziel, im individuellen Fall prozesshaft die zeitlichen und räumlichen Dimensionen des Versorgungsgeschehens zu erfassen, mit den unterschiedlichen Akteuren gemeinsame Ziele festzulegen und über eine bestimmte Zeitspanne oder den gesamten Betreuungsverlauf hinweg die Koordination der Versorgung eines Patienten sicherzustellen (Lit.: Wirnitzer 2002)

Case Management ist eine auf den Einzelfall ausgerichtete diskrete, d.h. von unterschiedlichen Personen und in diversen Settings anwendbare Methode zur Realisierung von Patientenorientierung und Patientenpartizipation sowie Ergebnisorientierung in komplexen und hochgradig arbeitsteiligen Sozial- und Gesundheitssystemen (Lit.: Ewers/Schaeffer 2000)

[Bearbeiten] Notwendigkeit

Pflegebedürftigkeit und Krankheit:

kürzere Verweildauern und Wirtschaftlichkeit:

  • höherer Kostendruck z.B. durch den Einsatz von DRGs
  • Gefahr von Schnittstellenproblemen, Diskontinuität in der Versorgung und Versorgungsabbrüchen steigt

Schnittstellen, Diskontinuität, Versorgungsbrüche:

  • mangelnde Vernetzung zwischen den einzelnen Disziplinen und Sektoren

Patientenorientierung:

  • mangelnde psychosoziale Betreuung und Beratung der Patienten

[Bearbeiten] Umsetzung

Der Case Manager fungiert als Mittler zwischen allen am Versorgungsprozess beteiligten Disziplinen. Er ist ferner zentraler Ansprechpartner für den Patienten. Der Patient ist in alle Planungen involviert.

Alle Leistungen werden basierend auf einer individuellen Bedarfserhebung vom Case Manager:

  • geplant
  • implementiert
  • koordiniert
  • überwacht
  • evaluiert


[Bearbeiten] Literatur

  • Ewers, M.; Schaeffer, D. (2000): Case Management in Theorie und Praxis. Verlag Hans Huber, Bern
  • Gratias, R. (2004): Case Management - Den Patienten zielgerichtet durch den Leistungsprozess führen. Die Schwester/Der Pfleger 43:4:288-292
  • Höhmann, U. (2002): Spezifische Vernetzungserfordernisse für chronisch kranke, langzeitpflegebedürftige hochaltrige Menschen. Expertise für den vierten Altenbericht der Bundesregierung. In: Deutsches Zentrum für Altersfragen (Hrsg.) Hochaltrigkeit und Demenz als Herausforderung an die Gesundheits- und Pflegeversorgung Band III, Vincentz Verlag, Hannover, S. 289 - 428
  • Wirnitzer, B. (2002) Von der koordinierten Entlassung zum Case-Management - Pflege in integrierten Versorgungsformen. Pflege Aktuell 6:332-335

[Bearbeiten] Internet


Siehe auch:

Persönliche Werkzeuge