Burnout

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Der Begriff Burnout oder Burnoutsyndrom (vom engl. burn out: ausbrennen) bezeichnet einen besonderen Fall berufsbezogener chronischer Erschöpfung und wurde 1974 erstmalig von Herbert Freudenberger und Christina Maslach eingeführt. Synonym wird der Begriff Erschöpfungssyndrom gebraucht. Das zusammengesetzte Wort Burnout-Syndrom weist darauf hin, dass es mehrers Symptome dafür geben kann, die auch nicht unbedingt die selbe Ursache haben müssen.

Das Ergebnis einer längeren Entwicklung (über mehrere Jahre) ist möglicherweise die Unfähigkeit zur Berufsausübung.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Definition

1974 wurde der Begriff Burn-Out vom Psychoanalytiker Herbert Freudenberg erstmals erwähnt. Er beschrieb den Burn-Out als einen Zustand körperlicher, geistiger und emotionaler Erschöpfung. Es handele sich hierbei aber nicht um eine normale Arbeitsmüdigkeit, sondern um einen Zustand, der mit wechselnden Gefühlen der Erschöpfung und Anspannung verbunden ist. Es seien "übermäßige Anforderungen an die Energie, Stärke oder Ressourcen" einer Person. Übrigens bereits im Roman "Die Buddenbrocks" von Thomas Mann findet sich eine ausführliche Schilderung über Menschen, die sich für Ziele stark engagieren und an ihren hohen Erwartungen "ausbrennen" oder zerbrechen.

Das Burn-Out-Syndrom wurde inzwischen für mehr als 30 Berufe beschrieben, u.a. Alten- und KrankenpflegerInnen, Therapeuten, Lehrer und Arbeitslosen aus diesen Berufsfeldern. So auch Maslach und Jackson als Syndrom aus emotionaler Erschöpfung, Depersonalisation und reduzierter Leistungsfähigkeit, das insbesondere bei Personen auftreten kann, die mit Menschen arbeiten. Dabei würde die Arbeit jeweils nur von einer Seite übernommen, d.h. nur eine Seite gibt, die andere Seite nimmt nur. Dieser Umstand führe dazu, dass der Begriff des Burn-Out auch in der Altenpflege zu einem häufig verwendeten Schlagwort wurde. Schließlich verkörpert der Beruf diese Seite der Definition in sich.

[Bearbeiten] Symptome, Folgen

Es treten evtl. folgende unspezifische Symptome auf


Langfristige Folgen des Burn-Out sind unterschiedlich und nicht eindeutig auf eine Ursache zurückzuführen. Sie wirken sich evtl. körperlich, geistig und/oder emotional aus:

Es kann auch zu häufigen Arbeitsplatzwechseln kommen. Dadurch verbessert sich die Situation nur vorübergehend.

[Bearbeiten] Ursachen

Bei den Ursachen gibt es unterschiedliche Auffassungen. Folgende Aspekte werden jedoch immer wieder als mögliche Ursachen genannt:

Stress, auch mit den HeimbewohnerInnen, ist darin ein theoretisch oft nicht klar nachvollziehbares Erklärungsmodell.

Eigentlich ist die Pflege eine intensive, mit ständiger Konzentration auf die Person visavis verbundene Arbeit. Diese Konzentration wird durch die gegenwärtig herrschende Arbeitsorganisation in der Pflege häufig unterbrochen (klarer wäre das Wort Arbeitsdesorganisation).

Nach der ABBA-Studie gingen die höchsten Arbeitsbelastungen vom Zeitdruck aus. Die Zuständigkeit für zu viele, meist verwirrte und depressive Bewohner wurde als sehr belastend empfunden.

Durch die fehlende Anerkennung durch Bekanntenkreis, Familie und die Gesellschaft. Dem entsprechen (paradoxerweise) gleichzeitig überhöhte Ansprüche an sich selbst bzw. durch die Gesellschaft.

Zur Mehrbelastung durch die Hausarbeit, die ja auch bei Berufstätigkeit den Frauen "vorbehalten" bleibt, kommen Abgrenzungsprobleme duch die strukturelle Ähnlichkeit von Helferrolle und tradierter Frauenrolle in der Familie hinzu (Vgl. Soziologie der Pflege; Helfersyndrom ).

Bei all diesen Symptomen muß es sich nicht gleich um ein Burnout-Syndrom handeln, sie sollten aber als Warnzeichen beachtet werden.

[Bearbeiten] Entstehung, Phasenmodelle

Der Burn-Out entwickelt sich nicht schlagartig. Abel bzw. Burisch beschreibt die Entstehung über vier (idealtypische) Phasen. Es gibt andere Phasenmodelle mit großer Ähnlichkeit der enthaltenen Phasen (u. a. Barbo Bronsberg, A. Brodsky, C. Cerniss(3 Ph.), J. Edelwich, Lauderdale und Nina Vestland).

  1. Enthusiasmus und Idealismus
    • Am Anfang beginnt man seine Arbeit voller Idealismus und möchte anderen Menschen helfen. Überengagement - Man möchte das Beste geben, arbeitet gerne und viel, persönliche Bedürfnisse werden zurückgestellt.
    • Man überschätzt sich und seine Fähigkeiten und die sozialen Kontakte beschränken sich häufig auf den Umgang mit den Klienten. Fehlende professionelle Distanz.
    • Gerade im Pflegebereich sind die Menschen in dieser Phase voller Freude über ihren Beruf und freuen sich, anderen Menschen helfen zu können, sie stecken sich hohe Ziele und wollen etwas verändern.
  2. Stagnation
    • In der zweiten Phase weicht der anfängliche Idealismus einer etwas realistischeren Einstellung. Es kehrt langsam Routine ein.
    • Man stellt fest, dass man nicht alles verändern kann und dass sich die Klienten teilweise nicht verändern wollen. In der Folge beschränkt man sich darauf, die Klienten zu beaufsichtigen und ihnen Anweisungen zu geben. Patienten werden als "Fälle" bezeichnet.
    • Die Faszination an der Arbeit schwindet nach und nach, Selbstzweifel und körperliche Beschwerden treten auf. Es tritt das Gefühl auf, dass man nichts verändern kann. Aus Selbstschutz isoliert man sich und zieht sich zurück.
  3. Frustration
    • Bleibt man nicht bei einer gesunden, realistischen Einstellung zum eigenen Beruf, kann es zur Frustration kommen.
    • Man arbeitet auf die freien Tage hin oder flieht in die Krankschreibung. Die eigene Hilflosigkeit und der Umstand, nichts verändern zu können, werden immer bewusster. Soziale Kontakte nehmen stark ab oder werden immer schwieriger, Streit mit den Kollegen oder im Familien- und Freundeskreis nehmen zu.
    • Im Umgang mit den Klienten wird man teilnahmslos oder verspürt sogar eine Abneigung. Die eigene Haltung wird negativ, man sieht nur noch Schwierigkeiten und fühlt sich "machtlos".
  4. Apathie
    • In der letzten Phase des Burn-Out herrschen Gleichgültigkeit und Leere vor. Hilflosigkeit wird als persönliches Versagen interpretiert. Es kommt zu einer deutlichen Verminderung des Selbstwertgefühls. Die Distanz zu Klienten, Kollegen und evtl. zur eigenen Familie nimmt zu (Sprachlosigkeit).
    • In dieser Phase hilft evtl. noch professionelle therapeutische Hilfe, da es ansonsten zum Berufsausstieg, aber auch zu Depressionen und Verzweiflung führen kann.

[Bearbeiten] Vermeidung des Burn-Out

Entsprechend der verschiedenen Entstehungsmöglichkeiten des Burn-Out gibt es auch unterschiedliche Ansätze zur Vermeidung des schließlichen Burn-Out - der Intervention.

Drei entscheidende Veränderungen im Berufsalltag des Pflegepersonals und die damit verbunden Entlastungen werden immer wieder als wesentliche Chance diskutiert, den unklaren Begriff mit den eindeutig negativen Folgen für die ganze Berufsgruppe in Zukunft als Randphänomen betrachten zu können. Es sind:

Burnout ist nicht das Versagen einer Person sondern Ausdruck der Mängel der Arbeitsorganisation ( = Führungsversagen).

[Bearbeiten] siehe auch


[Bearbeiten] Literatur

[Bearbeiten] Weblinks


Wikipedia-logo.png vgl. Wikipedia: "Burnout"



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