Blutentnahme

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Blutentnahme-Röhrchen
Butterfly
kapilläre Blutentnahme an der Fingerkuppe

Definition[Bearbeiten]

Als Blutentnahme wird die Gewinnung von Blut unter aseptischen Bedingungen bezeichnet. Die Blutentnahme ist in der Regel eine ärztliche Tätigkeit, kann aber an Pflegepersonal delegiert werden. In intensivmedizinischen Bereichen wird diese Tätigkeit generell von Fachpflegekräften erledigt.

Kapillare Blutentnahme[Bearbeiten]

Entnahmestellen / Punktion der Kapillaren an:

Beachte:

  • Zur BZ-Bestimmung auf alkoholhaltige Desinfektionsmittel verzichten, da diese den Wert verfälschen können
  • auch bei dieser kleinen BE immer Handschuhe tragen, da gerade z.B. Marcumarpatienten stark bluten können
  • Finger und Ohrläppchen auch mal wechseln

Arterielle Blutentnahme[Bearbeiten]

Entnahmestellen:

Indikationen:

  • generell zur Überprüfung der Blutgase
  • Notfälle: bestehende Atemstörung?
  • Kontrolle der Effektivität der Beatmung

Wichtig:

  • immer steril arbeiten
  • immer spezielles BGA-Röhrchen benutzen! (optional auch ein Heparin-Röhrchen)
  • die betreffende Extremität immer leicht überstreckt lagern, da so die Arterie besser tastbar ist
  • nach der BE die Einstichstelle mind. 2min komprimieren und anschließend einen Druckverband anlegen
  • BGA sofort durchführen oder Röhrchen im Kühlschrank lagern!! Das Blut darf in dieser Zeit nicht mt luft in Berührung kommen, da die Werte sonst verfälscht werden.
venöse Blutentnahme in der Ellenbeuge

Vorgehensweise bei Blutentnahmen via arteriellen Zugang

  • Händedesinfektion und zum Eigenschutz Handschuhe anziehen
  • Alarme am Monitor pausieren
  • Tupfer unter den proxymalen 3 Wege Hahn legen
  • 5ml Spritze auf 3 Wege Hahn setzen
  • 3 Wege Hahn so drehen, dass nur der Weg zwischen Arterie und Spritze offen ist
  • 2-3 ml Blut entnehmen und verwerfen
  • Blutröhrchen füllen
  • 3 Wege Hahn schließen und arteriellen Zugang spülen
  • 3 Wege Hahn so drehen, dass der Weg zur Arterie verschlossen ist
  • Konus spülen
  • 3 Wege Hahn auf Ausgangsposition
  • Konus desinfizieren und verschließen
  • Händedesinfektion (evtl. Bett frisch beziehen)

Venöse Blutentnahme[Bearbeiten]

Entnahmestellen:

Wichtig:

  • Immer einen Finger zwischen Stauschlauch und Arm halten (Gefahr von Einquetschungen)
  • distal von laufenden Infusionen Blut abnehmen - evtl. Infusion stoppen und 30 Min. später abnehmen
  • Immer eine gut tastbare Vene punktieren (funktioniert meist besser als die gut sichtbaren)
  • die Haut über der Vene straffen, damit die Vene nicht "wegrollen" kann
  • die Kanüle/Butterfly mit dem Schliff nach oben einstechen - wenn Blut sichbar wird nicht weiter vorschieben
  • Folgende Reihenfolge beachten:
  1. Blutröhrchen vom Butterfly/Kanüle lösen
  2. Stauschlauch lösen
  3. Kanüle/Butterfly entfernen
  4. dann erst die Einstichstelle komprimieren!!! (sonst sehr schmerzhaft)
  • hygienisch Arbeiten
  • das Ansaugen von Luft vermeiden

Vorgehensweise bei Blutabnahme via periphervenösem Zugang:

  • Händedesinfektion und zum Eigenschutz Handschuhe anziehen
  • laufende Infusionen stoppen und abstöpseln
  • Blut mit Hilfe eines Stauschlauch stauen
  • vorsichtig testen ob der pvZ aspieralbel ist (falls nicht abbrechen)
  • 10ml Blut abnehmen und verwerfen
  • Blutröhrchen befüllen
  • Stauschlauch lösen
  • Infusion oder Mandrin einführen
  • Händedesinfektion

Vorgehensweise bei Blutabnehmen via ZVK

  • Blutentnahmen am distalen Schenkel des Zugangs (falls vorhanden)
  • laufende Infusionen stoppen (bei E´lyten evtl. 5 Min warten) (Nie bei Katecholaminen)
  • Händedesinfektion und zum Eigenschutz Handschuhe anziehen
  • 10ml Blut vom distalen Schenkel abnehmen und verwerfen
  • Blutröhrchen füllen
  • mit 10ml NaCl den ZVK spülen
  • den Konus mit Desinfektionsmittel säubern
  • Infusion oder Kompistopper wieder auf den Schnekel drehen
  • Händedesinfektion

Farbcodierung der Blutröhrchen[Bearbeiten]

Übersicht über Farbcodierungs-Normen[1]
Typ EN 14820
Serum ohne Zusatz z.B. HIV-Serologie Weiß
Serum mit Trennhilfe (Gel) Braun
EDTA-Blut – Blutbild Rot
EDTA-Unverträglichkeit Weiß
Zitratblut (1+9) – Gerinnung Grün
Zitratblut (1+4) – BSG Violett
Li-Heparinat-Blut, BGAPlasma Orange


Literatur[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. Institut für klinische Chemie der Uni Ulm: Präanalytik


  • Olaf Kirschnik: Pflegetechniken von A-Z, Thieme - Verlag, 2006