Bisswunde

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Die Bisswunde ist eine mechanische Wunde, die durch die Einwirkung von Tier- oder Menschenzähnen entsteht und der Riss- und Stichwunde gleicht. Spitze Zähne lassen oft nur kleine Einstiche erkennen, unter denen sich aber größere Kavernen in der Tiefe verbergen können. Sind die Zähne weniger spitz (z.B. Mahlzähne von Pferden) und der Kaudruck des Kiefers entsprechend hoch, kann es zu schweren Quetschwunden mit zerfetzten Wundrändern kommen. Auch Knochenbrüche sind bei entsprechender Krafteinwirkung möglich.

Probleme[Bearbeiten]

Bisswunden sind Problemwunden da die Infektionsgefahr aufgrund der im Speichel enthaltenen zahlreichen Keime sehr hoch ist. Es besteht grundsätzlich die Gefahr der Kontamination auch tieferer Gewebeschichten, in denen sich die Keime schnell ausbreiten und vermehren können. Dabei sind Katzenbisse infektiöser als die Bisse von Hunden. Am meisten Keime sind jedoch im menschlichen Speichel enthalten, weswegen sich Menschenbisse sehr schnell infizieren.

Desweiteren können durch Menschenbisse auch Infektionen mit HIV oder Hepatitis B und C erfolgen, bei Tierbissen kann es zudem auch zu einer Tollwut-infektion kommen.

Versorgung[Bearbeiten]

Kleinere Bisswunden lässt man meist nach Desinfektion selbst abheilen und auch Bisswunden, die älter als 6 Stunden sind werden wegen der hohen Infektionsgefahr i.d.R. nicht genäht. Eine Ausnahme stellen Bisswunden im Gesicht dar, die auch nach über 6 Stunden aus kosmetischen Gründen nach Möglichkeit genäht werden. Bei frischen, tieferen Wunden wird häufig vor der Naht eine Wunddrainage eingelegt, um das Sekret ableiten zu können.

Sonderfälle[Bearbeiten]

Sonderfälle unter den Bisswunden stellen Schlangen- und Insektenbisse dar. Typisch für Schlangenbisse sind die zahlreichen (bei Giftschlangen nur zwei) feinen Einstichstellen. Die Versorgung der Bisswunde ist bei Giftschlangen jedoch von untergeordneter Bedeutung, im Vordergrund steht die Behandlung der Vergiftung mit entsprechenden Antiseren.

Literatur[Bearbeiten]