Bewegungsfördernde Interventionen

Aus PflegeWiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Bewegungsfördernde Interventionen sind Programme, die vor allem für die Rehabilitation und Bewohner von Pflegeheimen entwickelt wurden, um deren Mobilität und Selbstständigkeit zu erhalten, wiederzugewinnen und zu fördern. Anders als einzelne Bewegungsübungen bestehen diese Programme aus einer Abfolge aufeinander abgestimmter Übungseinheiten, die die verschiedenen Sinne anregen, noch vorhandene Fähigkeiten stärken und verlorengegangene gegebenenfalls wieder aktivieren können.

Die Stiftung Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) hat 2013 nach einer Analyse 19 dieser Konzepte als wirksam und umsetzbar eingestuft.

Voraussetzungen für bewegungsfördernde Interventionen[Bearbeiten]

Die meisten dieser Programme sind als Übungseinheiten für unterschiedliche Bewohnergruppen angelegt, je nach vorhandener Mobilität und kognitiven Fähigkeiten. So sollten die Teilnehmer für einige Programme steh- und gehfähig sein sowie Gegenstände greifen, auffangen, festhalten und weiterreichen können.

Durchgeführt werden die Übungen von Mitarbeitern der Altenhilfe (z.B. Pflegekräfte, Ergotherapeuten, Physiotherapeuten). Für manche Programme ist eine spezielle Schulung der Anleiter nötig. Empfohlen wird die Anleitung durch zwei Fachpersonen ab einer Gruppengröße von zehn Personen, möglichst von einer zusätzlichen Hilfskraft unterstützt.

In einigen Programmen werden bestimmte Hilfsmittel oder Kleingeräte (z.B. elastische Bänder, Matten, Gewichtsmanschetten, Hanteln) benötigt, in anderen wird überwiegend mit Alltagsgegenständen gearbeitet (z.B. Büroklammern, Becher, Kerzen).

Der zeitliche Umfang pro Übungseinheit reicht von 15 bis 120 Minuten am Tag, zwei- bis sechsmal wöchentlich.

Beispiele bewegungsfördernder Interventionen[Bearbeiten]

Programme für Menschen mit Demenz-Erkrankung[Bearbeiten]

  • Hochintensives bewegungsförderndes Gruppentraining für demenzerkrankte ältere Menschen
  • Kraft- und Funktionstraining bei älteren Menschen mit dementieller Erkrankung, unter anderem mit Übungen zur Kräftigung von Muskeln, die für Alltagshandlungen und Gleichgewichtskontrolle bedeutsam sind, wie Kniebeugen, Zehenstand und Hüftbeugung.
  • MAKS - motorisches, alltagspraktisches, kognitives Aktivierungstraining (enthält zum Beispiel Übungen wie Zielwerfen, Becherstapeln, Fingergymnastik, Fotopuzzle, Zählübungen, Imbiss zubereiten, das Weiterreichen eines Tennisballs auf einem Frisbee)
  • Physisches Balancetraining für Demenzerkrankte

Programme für Menschen ohne selbstständige (Auf-)Steh- und Gehfähigkeit[Bearbeiten]

  • Armtraining für gehbehinderte, gebrechliche Personen: aktive Arm- und Schultermobilisation durch horizontale und vertikale Armdehnungen sowie Armbeugebewegungen, anschließend statische Dehnungsübungen des Nackens, der Arme und der Schulter
  • Fit für 100: alltagsnahes Training großer Muskelgruppen (Gehen, Bücken, Aufstehen, Hinsetzen, Tragen von Gegenständen, Anziehen von Kleidungsstücken), Koordinations,- Gleichgewichts- und Kraftübungen (leichte Kniebeugen, Auf- und Absetzen von Fersen, Nachahmen von Flügelschlägen).
  • HIFE - High Intensity Functional Exercise Program
  • MiA - Mobil im Alter

Programme für Menschen mit selbstständiger (Auf-)Steh- und Gehfähigkeit[Bearbeiten]

  • Aktiv in jedem Alter - Ulmer Modell
  • Bewegt im hohen Alter: Programm zur psychomotorischen Aktivierung in Altenpflegeeinrichtungen
  • Bewegte Alten- und Pflegeheime
  • Gruppentraining zur Förderung physischer Funktionen
  • Kombiniertes Krafttraining und Training funktionaler Fähigkeiten
  • Nintendo-Wii®-Bowling
  • PATRAS - Paderborner Trainingsprogramm für Senioren
  • SimA®-P - Selbständigkeit im höheren Lebensalter für Pflegeheimbewohner
  • Sprunggelenkskräftigung und Gehtraining
  • STEP - Simplified Tai-Chi Exercise Program
  • WEBB - Weight Bearing Exercise for better Balance

Weblinks[Bearbeiten]