Benutzer:KleineBraveSchwester/Geschichte
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(IP bezieht sich auf Thiemes Gesundheits-und Kinderkrankenpflege Herausgegeben von Mechthild Hoehl und Petra Kullick, 2008 3.Auflage)
ISBN: 31 311 069 3X
Evtl. Rezension von Tanja Kempe: http://209.85.129.132/search?q=cache:gvA_6a340GkJ:www.kinderkrankenpflege-netz.de/aktuell/kinderkrankenpflege-geschichte.pdf+http://www.kinderkrankenpflege-netz.de/aktuell/kinderkrankenpflege-geschichte.pdf&hl=de&ct=clnk&cd=1&gl=de&lr=lang_de&client=opera
Abschnitt Berufsbild der Kinderkrankenschwester im Wandel der Zeit
3.1 Die eigenständige Grundausbildung zur Kinderkrankenschwester von den Anfängen bis zur Gegenwart
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Einleitung
Die Geschichte der … oder die historische Entwicklung der Kinderkrankenpflege beschreibt Vorgänge im Zusammenhang mit dem Beruf Kindergesundheits- und Kinderkrankenpflege, die durch Forschungsergebnisse (z. B. der Geschichtswissenschaft oder der Medizingeschichte) belegt sind.
Als selbstständiger Beruf ist die Kinderkrankenpflege erst mit Ende des 19. bzw. Beginn de 20.Jahrhunderts entstanden. Bei der Hospitalidee, zu dem auch das Findel- und Waisenhauswesen gehörte, standen weniger die heilkundlichen Interessen im Vordergrund als die Milderung von sozialer, physischer und psychischer Not der Armen und Hilfsbedürftigen. Es geht dabei also um eine Institution zur Versorgung für verwaiste, unerwünschte, behinderte oder über längere Zeit kranke Kinder.
[Bearbeiten] Frühes Mittelalter
- 787 u. Z.: Das angeblich erste nachweisbare Findelhaus wird von Erzbischof Dattheus in Mailand gegründet. Die Mütter können dort durch eine Drehlade unerwünschte Kinder ablegen, ohne selbst erkannt zu werden.
[Bearbeiten] 18.Jahrhundert
- Am Ende des 18.Jahrhunderts wird in der Medizin nach Ursachen für die hohe Kindersterblichkeit und nach geeigneten Maßnahmen zu deren Bekämpfung gesucht. Die kranken Kinder "lagen in den Sälen zwischen den Erwachsenen, bis zu 8 Kinder in einem Bett und fielen zu über 90% ansteckenden Krankheiten zum Opfer" (nach Geiger, 1986)
[Bearbeiten] 19. und 20. Jahrhundert
- In Paris entsteht aus einem früheren Waisenhaus 1802 das "Hopital des enfants malades",das erste Kinderkrankenhaus der Welt.
- In Deutschland wird 1830 die erste Kinderabteilung an der Berliner Charité eröffnet. Diese Entwicklung,kranke Kinder in speziellen Kinderabteilungen und Kinderkrankenhäusern medizinisch zu behandeln und zu pflegen,geht es nur sehr langsam voran.
- Viele Krankenhäuser weigern sich,Kinder unter einem Jahr aufzunehmen.Der Grund hierfür liegt in der hohen Säuglingssterblichkeit.
- 1837: In Wien eröffnet Ludwig Wilhelm Mauthner eine Kinderabteilung in der städt. Klinik. Als einer der ersten bildet er "Kinderwärterinnen" zur Pflege kranker Kinder aus.
- Etwa zur gleichen Zeit erhalten in Deutschland die Diakonissen in Kaiserswerth auch Unterricht in der Pflege kranker Kinder.
- Die ersten "Säuglingspflegerinnen" werden 1897 in Dresden, von dem Kinderarzt Arthur Schloßmann, im ersten deutschen Säuglingsheim für kranke Kinder,ausgebildet. Dieses geschah sowohl theoretisch als auch praktisch und endete mit einer Abschlussprüfung.
- 1917 werden Säuglingspflegeschulen erstmals staatlich anerkannt. In ihnen werden junge Frauen durch eine einjährige Ausbildung mit 200 Stunden Theorie und einer staatlichen Prüfung zur "Säuglingspflegerin" in Preußen ausgebildet.
[Bearbeiten] Nach dem ersten Weltkrieg
- Der Kinderheilkunde wird als eigenständige Disziplin der Medizin immer mehr Beachtung geschenkt.
- Im Krankenhaus wird die Hygiene entscheidend verbessert,z.B. durch Händedesinfektion und die Einrichtung von Milchküchen,um die Säuglingsnahrung hygienisch herzustellen.Diese Maßnahmen mildern die Säuglingssterblichkeit im Krankenhaus.
- Zur "Aufzucht von Frühgeborenen",wie man die Frühgeborenenpflege zu dieser Zeit nennt, stehen bereits Inkubatoren zur Verfügung. Ausserhalb des Krankenhauses sind Fürsorgeschwestern in der Familie präventiv tätig. Hierzu gehört v.a. die Aufklärung der Mütter im Bereich Hygiene und Säuglingspflege.
- Die Reichsanstalt zur Bekämpfung der Säuglingssterblichkeit wird von ausgebildeten Säuglingsschwestern unterstützt.
- 1923: die Ausbildung zur "Säuglings- und Kleinkinderschwester" dauert mit 200 Stunden Theorieanteil zwei Jahre
- 1927: Frau Oberin Zerwer und Frau Oberin Albrecht gründen den "Reichsverband für Säuglings-und Kleinkinderschwestern", der 1934 durch die Nationalsozialisten aufgelöst wird.
- Ein Gesetz zur Neuordnung der Krankenpflege u. a. mit der Berufsbezeichnung "Säuglings- und Kinderschwestern" tritt 1938 in Kraft.
- Die gesellschaftliche Stellung der Säuglings- und Kinderschwestern ist in dieser Zeit sehr hoch. Einerseits fördert sie durch die schon eben erwähnten präventiven Maßnahmen die Volksgesundheit, andererseits wird sie zur Ausführung der Anweisungen durch das Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchs herangezogen. Dieses verlangt z. B. die Tötung von Kindern (Euthanasie), die behindert oder unheilbar krank sind.
[Bearbeiten] Nach dem zweiten Weltkrieg
- Die Kinderkrankenschwester arbeitet hauptsächlich im Krankenhaus,weniger im ambulanten Bereich. Bei strengen Besuchszeitenregelungen übernimmt die Kinderkrankenschwester über weite Strecken des Tages und der Woche die Rolle der Mutter.
- Die Berufsbezeichnung "Kinderkrankenschwester"wird erstmals 1957 durch ein Krankenpflegegesetz gesetzlich geschützt.Die Ausbildung dauert zwei Jahre mit 400 Stunden Theorie und einem Anerkennungsjahr von 50 Stunden Theorie.
- Das neue Krankenpflegegesetz von 1965 erhöht die theoretische Ausbildung auf 1200 Stunden und die Ausbildungsdauer auf insgesamt drei Jahre.
- 1968 wird das Aktionskomitee "Kind im Krankenhaus"(AKIK) von einer Elternselbsthilfegruppe in Frankfurt(Main) gegründet.
- 1977 beginnt die häusliche Kinderkrankenpflege
- Der Arbeitskreis für Kinderkrankenschwestern (AKK) wird 1980 gegründet und ist mittlerweile vom "Berufsverband für Kinderkrankenschwestern und Kinderkrankenpfleger"(BKK) umbenannt in den "Berufsverband Kinderkrankenpflege Deutschland" (BeKD e.V.)
- 1982 erscheint die Fachzeitschrift "Kinderkrankenschwester"des Verlags Schmidt Römhild in Lübeck für alle Bereiche der stationären und ambulanten Kinderkrankenpflege.
- Das Krankenpflegegesetz wird 1985 erneut modifiziert. Hier erscheint auch zum ersten Mal die männliche Berufsbezeichnung "Kinderkrankenpfleger".
- 1991 wird die Kinderkrankenpflegeausbildung der ehemaligen DDR durch das gültige Krankenpflegegesetz der BRD neu geregelt.
- Das erste deutsche Kinderhospiz wird 1998 in Olpe eröffnet. Inzwischen sind bundesweit weitere Kinderhospize entstanden bzw.in der Planung.
- Ein novelliertes Krankenpflegegesetz tritt in Deutschland ab dem 1.1.2004 in Kraft und ändert die Berufsbezeichnung in Gesundheits- und Kinderkrankepflegerin bzw. Gesundheits-und Kinderkrankenpfleger. Mit einer integrativen Grundausbildung sollen die jeweiligen eigenständigen Schwerpunkte der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege bzw. Krankenpflege erhalten bleiben.
[Bearbeiten] Literatur
- Albrecht, Jens: Zur Entwicklung der Hochschulausbildung der Lehrenden in der Pflege. In: Pflegepädagogik, Bd. 4/1996, S. 24-30
- Brodehl: http://www.kinderheilkunde.org/info/kinderkrankenpflege.htm, Akademie für Kinderheilkunde und Jugendmedizin (Hrsg.). Aug. 2000. 04.01.01
- Bischoff, Claudia: Ziele wissenschaftlicher Lehrerausbildung in der Pflegelehrerausbildung und Pflegewissenschaft. In: Schaeffer/Moers/Rosenbrock (Hrsg.): Public Health und Pflege: zwei neue gesundheitswissenschaftliche Disziplinen. Berlin: Rainer Bohm Verlag, 1994
- Elendt, Erika: Das kranke Kind und seine Pflegerin: Zur Geschichte der Kinderkrankenpflege in Jena. Jena: Universitätsverlag Jena GmbH, 1992
- Gehrke, Ulrika: Die Pflege kranker Kinder im 19. Und frühen 20. Jahrhundert. In: Holoch/Gehrke/Knigge-Demal/Zoller (Hrsg.): Lehrbuch der Kinderkrankenpflege: Die Förderung und Unterstützung selbstpflegebezogenen Handelns im Kindes- und Jugendalter. Bern; Göttingen; Toronto; Seattle: Huber, 1999. S. 4-6
- Gehrke, Ulrika: Geschichtliche Entwicklung des Berufes Kinderkrankenschwester/-pfleger. In: Kinderkrankenschwester 18.Jg. (1999) Nr.1, S. 27-29
- Hochscheid, Doris: Professionelle Pflege. In: Hoehl/Kullick (Hrsg.): Kinderkrankenpflege und Gesundheitsförderung. New York: Georg Thieme Verlag, 1998. S. 6-7
- Hochscheid, Doris: Pflegeprozeß. In: Hoehl/Kullick (Hrsg.): Kinderkrankenpflege und Gesundheitsförderung. New York: Georg Thieme Verlag, 1998. S. 13- 20
- Holoch/Gehrke/Knigge-Demal/Zoller (Hrsg.): Lehrbuch der Kinderkrankenpflege: Die Förderung und Unterstützung selbstpflegebezogenen Handelns im Kindes- und Jugendalter. Bern; Göttingen; Toronto; Seattle: Huber, 1999
- Lehnert, Sandra; Olbrich, Mechthild; Watermann, Hildegard; Wilming, Martina: Handlungsfelder in der Kinderkrankenpflege. In: Holoch/Gehrke/Knigge-Demal/Zoller (Hrsg.): Lehrbuch Kinderkrankenpflege : Die Förderung und Unterstützung selbstpflegebezogenen Handelns im Kindes- und Jugendalter. Bern; Göttingen; Toronto; Seattle: Huber, 1999. S. 19-22 o. V.: http://www.aerztezeitung.de/docs/2000/11/24/212a0603.asp. 04.01.01
- Schaeffer/Moers/Rosenbrock (Hrsg.): Public Health und Pflege: zwei neue gesundheitswissenschaftliche Disziplinen. Berlin: Rainer Bohm Verlag, 1994
- Schell, Irmtrud: Geschichte der Kinderpflege und der Kinderkrankenpflege. Sonderdruck aus: Die Diakonieschwester. Juli/August 1965
- Schröck, Ruth: Aufbruch und Umbruch in einem Jahrzehnt Deutscher Pflegeforschung, Öffentlicher Vortrag, 08.12.1993 Robert Bosch Stiftung: Pflegewissenschaft: Grundlegung für Lehre Forschung und Praxis, Denkschrift. Gerlingen: Bleicher Verlag, 1996Page 24
- Robert Bosch Stiftung: Pflege braucht Eliten. Gerlingen: Bleicher Verlag, 1992
- Wegmann, Hedwig: Die professionelle Pflege des kranken Kindes. München; Wien; Baltimore: Urban & Schwarzenberg, 1997 *