Becken

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Das Becken:
1. Lendenwirbel; 2. Darmbein; 3. Kreuzbein; 4. Steißbein; 5. Schambein; 6. Sitzbein; 7. Oberschenkelhals

Über das Becken (Pelvis) stehen die unteren Extremitäten mit dem Rumpfskelett in Verbindung. Es wird auch Beckenring oder Beckengürtel genannt, weil die drei betreiligten Knochen ringförmig zusammengeschlossen sind. Das Becken, auch das Hüftbein oder kürzer die Hüfte genannt (wenn das Gelenk mit dem Oberschenkel gemeint ist), setzt sich auf beiden Seiten der Wirbelsäule aus drei Knochen zusammen, dem Darmbein, dem Schambein und dem Sitzbein. Sie sind beim Neugeborenen zunächst bindegewebig, später durch Knorpelgewebe flexibel miteinander verbunden. Sie verknöchern erst zum Ende des Knochenwachstums im zweiten Lebensjahrzehnt.

Das Kreuzbein ist ein Teil der Wirbelsäule (lateinisch Os sacrum) und bildet die Rückwand des knöchernen Beckens. Es liegt rückwärtig zwischen den beiden Hüftbeinen (Ossa coxae), deren Ausläufer in einem Bogen nach vorne führen und dort mittels einer etwa 1 cm breiten knorpeligen Verbindung, der Symphyse (Schambeinfuge), zusammengefügt sind.

Die beiden Sakroiliakalgelenke (Kreuzbein-und Darmbeingelenke) zwischen Kreuz- und Hüftbein sind durch einen festen Bandapparat gesichert und nahezu unbeweglich. In diesem Bereich befinden sich keine Bandscheiben.

Hüftbeine (Os coxae)[Bearbeiten]

Die Hüftbeine bestehen aus jeweils drei miteinander verbundenen Knochen:

Das Darmbein hat 4 charakteristische Knochenvorsprünge:

  1. die dorsalen Knochenvorsprünge heissen Spina iliaca posterior inferior (unterer hinterer Darmbeinstachel)
  2. und Spina iliaca posterior superior (oberer hinterer Darmbeinstachel),
  3. der am weitesten vorspringende und als einziger leicht durch die Haut tastbare Vorsprung wird Spina iliaca anterior superior (vorderer oberer Darmbeinstachel) genannt.
  4. Darunter liegt die Spina iliaca anterior inferior (vorderer unterer Darmbeinstachel).

Spina iliaca anterior superior und der Darmbeinkamm sind wichtige Orientierungspunkte zur ventroglutealen Injektion.

Großes und kleines Becken[Bearbeiten]

Die obere Öffnung des "Beckentrichters", der Beckeneingang, wird von den großen Darmbeinschaufeln gebildet. Den hierdurch entstehenden, nach innen vorspringenden Rand nennt man Linea terminalis. Der Bereich oberhalb dieser Linea terminalis wird als großes Becken bezeichnet. Dieser engere Bereich des "Trichters" heißt kleines Becken.

Weibliches und männliches Becken[Bearbeiten]

Das weibliche Becken ist flacher und leichter als das männliche. Der weibliche Beckeneingang, die von der Linea terminalis und dem Promotorium markierten Grenze zwischen großem und kleinem Becken, ist größer und rundlich oval, das männliche dagegen herzförmig.

Als geschlechtsspezifischer Unterschied unmittelbar ins Auge springend ist die Größe des Symphysenwinkels Angulus subpubicus, also die Stelle, wo die beiden unteren Schambeinäste in der Symphyse zusammentreffen:

  • Beim Mann ist dieser Winkel aufgrund der vertikalen Hochstellung des Beckens kleiner als 90°,
  • bei der Frau ist dieser Winkel größer als 90°.

Weiterhin ist der Abstand der Sitzbeinhöcker (Tubera ischiadica) bei der Frau deutlich weiter als beim Mann. Dies muss z. B. bei der Auswahl von Fahrradsätteln unbedingt berücksichtigt werden! Frauen brauchen querovale Sättel, die die Sitzbeinhöcker an der richtigen Position lagern!

Siehe auch[Bearbeiten]