Augenpflege

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Die Augen werden schon beim täglichen Waschen (ohne Zusätze) gepflegt. Bei gesunden Augen ist es ausreichend das geschlossene Auge von außen nach innen zu waschen. Erst bei Problemen wie zu starker Tränenabsonderung und bei Entzündungen muss mehrmals täglich eine spezielle Pflege der Augen erfolgen; bei nicht ausreichender Tränenflüssigkeitsproduktion sowie ungenügendem oder fehlendem Lidschlag muss die Austrocknung des Augapfels verhindert werden.

Ziel[Bearbeiten]

  • Verhinderung der Austrocknung der Hornhaut (Austrocknung kann Ulcera hervorrufen)
  • Verhütung von Infektionen der Bindehaut

Vorbereiten des Materials[Bearbeiten]

Vorgehen[Bearbeiten]

Reinigen des Auges
  • Bewohner informieren
  • Lagerung mit erhöhtem Oberkörper sitzend, Kopf nach hinten neigen (lassen)
  • Kompresse mit Lösungsmittel befeuchten
  • Augen schließen lassen.
  • Lidränder vorsichtig von außen nach innen (zur Nase hin) reinigen, bis alle Verkrustungen entfernt sind
  • bei Bedarf Verkrustungen mit nasser Kompresse kurz anfeuchten
  • Augenlider mit trockener Kompresse nachreinigen
  • nach Verordnung Augentropfen oder -salbe in die Tasche zwischen Augenlid und Augapfel tropfen oder streichen
  • Überreste mit neuer Kompresse abtupfen OHNE ZU REIBEN!
  • Für jede Handlung eine frische Kompresse verwenden

Das Einsetzen und Entfernen von Kontaktlinsen und/oder Augenprothesen muss in der Praxis gezeigt und geübt werden.

Zur Augenpflege gehört selbstverständlich auch das Reinigen der Brille/Sehhilfe!

Medikamente[Bearbeiten]

Darreichungsformen[Bearbeiten]

Zur Verfügung stehen

  • Filmbildner ("künstliche Tränen"), die gelbildende Stoffe (wie Carbomer, Polyvinylalkohol, Hyaluronsäure) oder auch pflanzliche Auszüge (Augentrost) enthalten.
  • Augensalben mit heilungsfördenden Wirkstoffen wie Dexpanthenol
  • Tropfen/Salben mit speziellen Wirkstoffen gegen bestimmte Erkrankungen des Auges (z.B. mit einem lokal wirksamen Antibiotikum bei Infektion des Auges)

Augentropfen werden oft in Ein-Dosis-Behältern (kleine Kunststoff-Ampullen) angeboten, die das Kontaminationsrisiko deutlich senken.

Salben können aber das Sehvermögen (vorübergehend) einschränken und sollten daher eher zur Nacht verwendet werden (wenn nicht anders angeordnet). Dafür müssen sie auch nicht so oft verabreicht werden, wenn einer Austrocknung des Auges bei ungenügendem Lidschluss vorgebeugt werden soll. Tropfen müssten in dem Falle auch nachts 1- bis 2-mal pro Stunde verabreicht werden, was eine dauernde Störung der Nachtruhe bedeutet. Alternativ kann zur Nacht ein Uhrglasverband angelegt werden, der morgens wieder entfernt wird.

Grundsätzlich bei der Verabreichung zu beachten[Bearbeiten]

  • Braucht ein Patient Tropfen und Salbe, so haben Tropfen den Vortritt.
  • Braucht ein Patient zweierlei Tropfen zugleich, so muss dazwischen 5 Minuten gewartet werden.
  • Niemals mit dem Fläschchen, der Pipette oder Tube Wimpern, Bindehaut oder Hornhaut berühren (Gefahr der Verunreinigung und/oder Verletzung).
  • Unterlid nicht zu fest herunterziehen, sonst laufen die Tropfen gleich wieder heraus und es kommt zur Umstülpung des Lides nach außen.
  • Beim Einträufeln mit dem Tupfer leichten Druck auf den nasalen Augenwinkel ausüben (damit werden die Tränenkanälchen kurzfristig verschlossen und das Medikament hat Zeit, in die Bindehaut und durch die Hornhaut einzudringen).
  • Ein Verwechseln von Medikamenten muss ausgeschlossen sein.
  • Das Verfallsdatum darf nicht überschritten sein.
  • Tropfen müssen Zimmertemperatur haben.

Von der Anwendung von Hausmitteln wie Kamillentee zum Spülen der Augen wird aus hygienischen Gründen abgeraten, da der zubereitete Tee vor Gebrauch erst länger abkühlen muss und während der "Standzeit" kontaminiert werden kann.

Verabreichung von Augentropfen[Bearbeiten]

Das "Tropfen", nämlich das Verabreichen von Augentropfen, soll die Medikamentropfen in der vorgeschriebenen Zahl sicher im unteren Bindehautsack platzieren und keinen Cornealreflex, durch Berühren der Hornhaut, auslösen.

Fläschchen mit Augentropfen
  • der Patient liegt oder sitzt und neigt leicht den Kopf nach hinten
  • Blickrichtung nach oben
  • das Unterlid mit der linken Hand leicht nach unten ziehen
  • die rechte Hand auf der Stirn des Patienten abstützen (Vermeidung einer Berührung der Lider oder Wimpern mit der Tropfflasche)
  • aus dem senkrecht gehaltenen Fläschchen einen Tropfen in die innere Hälfte des Bindehautsacks fallen lassen
  • anschließend das Auge ein paar Sekunden geschlossen lassen bzw. schließen
  • Patienten bitten, die Augäpfel unter den geschlossenen Augenlidern hin- und herzubewegen (ist bei etwas Geduld nicht notwendig)
  • wenn nötig, Lider und Umgebung des Auges abtupfen (ist fast immer notwendig). Für jedes Auge einen eigenen Tupfer verwenden (um evtl. Infektionen nicht zu verschleppen) und sofort danach verwerfen.

Verabreichung von Augensalben[Bearbeiten]

Anbringen von Augensalbe
  • der Patient liegt oder sitzt und neigt leicht den Kopf nach hinten
  • Blickrichtung nach oben
  • das Unterlid mit der linken Hand leicht nach unten ziehen
  • die rechte Hand auf der Stirn des Patienten abstützen
  • ca. 5 mm langen Salbenstrang horizontal in den Bindehautsack einstreichen
  • Patienten bitten, das Auge zu schließen, aber das Unterlid weiterhin abgezogen halten, so kann die Salbe besser verteilt werden und wird nicht durch die Lidspalte herausgedrückt

Siehe auch[Bearbeiten]