Atemgaskonditionierung

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Da die Atemluft von Respiratoren aus kaltem und trockenem Gas besteht, das aus Wandanschlüssen der Hausversorgung oder direkt aus Druckgasflaschen entnommen wird, ist auch bei kurzzeitiger Beatmung eine Atemgaskonditonierung erforderlich. Man unterscheidet hierbei zwischen einer aktiven und einer passiven Atemgasklimatisierung. Bei der passiven Atemgasklimatisierung wird die Wärme und Feuchtigkeit der ausgeatmeten Luft in einem HME-Filter (HME = Heat and Moisture Exchanger, dt.: Wärme- und Feuchtigkeitstauscher) gespeichert und in der Inspirationsphase an die Atemluft abgegeben.

Bei der aktiven Befeuchtung existieren mehrere Systeme. Beim gebräuchlichsten System streicht das Atemgas im Inspirationsschenkel des Respirators über ein gewärmtes Wasserbad und wird so mit Wärme und Feuchtigkeit "aufgesättigt". Um ein Kondensieren des Wassers zu vermeiden, werden die Schläuche der In- und Exspiration zusätzlich beheizt. Sonst könnten sich in den Feuchtigkeitsniederschlägen Keime vermehren und schließlich eingeatmet werden.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Passive Befeuchtung mit HME-Filter (Heat and Moisture Exchanger)

HME-Filter
HME-Filter

[Bearbeiten] Vorteile

[Bearbeiten] Nachteile

[Bearbeiten] Kontraindikationen

[Bearbeiten] Indikationen

[Bearbeiten] Aktive Befeuchtung mit einem Verdampfer

Evita + aktive Befeuchtung

Bei Patienten, die länger als 3 Tage beatmet werden müssen oder eine rasche Extubation nicht absehbar ist, wird häufig eine aktive Atemgaskonditionierung angewendet. Bei der gebräuchlichsten Form wird die Luft des inspiratorischen Schenkels der Beatmungsschläuche durch ein Wasserbad geleitet. Die Atemluft erwärmt sich und wird mit Wasser aufgesättigt. Um ein Kondensieren des Wassers im Schlauchsystem zu verhindern, werden die Schläuche der Inspiration und der Expiration beheizt.

Die Feuchtbeatmung birgt einige Risiken, da es trotz Schlauchheizung zur "Pfützenbildung" im Schlauchsystem kommen kann, diese können das Keimwachstum im Beatmungssystem fördern. Daher besteht immer die Gefahr der Kondenswasseraspiration und der damit verbundenen intrapulmonalen Keimverschleppung. Die meist verwendeten Wärme- und Feuchtigkeitstauscher erhöhen bauartbedingt den Totraum und verursachen einen erhöhtem Atemwiderstand. Daher wird die aktive Atemgaskonditionierung kontrovers diskutiert. [1]

Prinzipiell sollte immer der Patient der Indikator für oder gegen eine aktive Atemgasklimatisierung sein. Ist das Trachealsekret trotz des Einsatzes eines HME-Filters trocken und zäh, sollte der Einsatz einer aktiven Befeuchtung erwogen werden. Der standardisierte Einsatz der "Feuchtbeatmung", wie er häufig praktiziert wird, ist hingegen zu überdenken.

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Wasserbad einer aktiven Atemgasklimatisierung
Aktives Atemgasklimatisierungssystems mit beheizten Schläuchen

[Bearbeiten] Vorteile


[Bearbeiten] Nachteile

[Bearbeiten] Partikelgrößen

Bakterien und Viren können bei einer Kontamination des Wasserreservoirs durch ihre Größe nicht transportiert werden, da die Wassermoleküle für einen Transport zu klein sind. Eine Keimverschleppung durch Kondenswasser im Schlauchsystem ist von dieser Berechnung allerdings nicht betroffen.

[Bearbeiten] Komplikationen durch Überhitzung > 40°C

[Bearbeiten] Beachtung der Alarmgrenzen am Verdampfer


[Bearbeiten] Komplikationen durch kalte und trockene Luft

Wird das Atemgas nicht oder nicht ausreichend klimatisiert, kommt es sehr schnell (bereits nach circa einer Stunde) zu einer erhöhten Gefahr der Atelektasenbildung und dadurch Verschlechterung des Gasaustausches. Durch die trockenen Gase kann es zu einem Austrocknen und Aufreißen der Mukosa kommen, wodurch die Gefahr von Infektionen drastisch zunimmt, dies wird außerdem durch eine geminderte Mukokinese weiter gefördert. Durch das Zusammenspiel aus Hypomukokinese und Eindicken des Sekrets steigt die Infektionsgefahr nocht weiter. Weitere Gefahren sind:



[Bearbeiten] Interne Links


[Bearbeiten] Quellen

  1. http://www.medizin.uni-halle.de/kai/index.php?cid=396
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