Ambient Assisted Living

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Unter dem Begriff Ambient Assisted Living (AAL) werden technischen Assistenzsysteme zusammengefasst. Dabei handelt es sich um komplexe, miteinander vernetzte elektronische Systeme, Produkte und Dienstleistungen, die den häuslichen Alltag erleichtern sollen.

Hintergrund[Bearbeiten]

Im Rahmen des Förderschwerpunktes „Mensch-Technik-Interaktion“ des Bundesministerium für Bildung und Forschung werden technische Innovationen vorgestellt, die mit sozialen Innovationen kombiniert neue Lösungsansätze für die Problematiken der Zukunft bieten. Gefördert wird die Forschung, die Technologien in Hinblick auf den gesellschaftlichen Wandel entwickelt. Ziel ist es, die Lebensqualität und gesellschaftliche Teilhabe älterer Menschen zu verbessern und damit alle Generationen zu unterstützen.

Einsatz von AAL in der Pflege[Bearbeiten]

Insbesondere pflegebedürftigen Menschen soll mit Unterstützung von AAL ermöglicht werden, gemäß der Forderung ambulant vor stationär länger in der eigenen Wohnung verbleiben zu können. Für diese Zielgruppe wurde im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit eine Studie erstellt, welche verschiedene Assistenzsysteme auf ihren Nutzen, Praxistauglichkeit, Akzeptanz und Kosten untersuchte. Entscheidendes Kriterium dabei war der Grad der Selbstständigkeit des Pflegebedürftigen, der sich auf Aspekte wie Mobilität, kommunikative und kognitive Fähigkeiten sowie auf krankheits- oder behandlungsbedingte Problemlagen bezog.
Danach wurden sechs von insgesamt 45 überprüften Systemen als potenziell geeignet befunden:[1]

  • der Intelligente Fußboden als Hilfsmittel zur Prävention, zur Notfallhilfe sowie zum Aktivitätsmonitoring (Beispiel: Sensormatte und Sensorische Raumüberwachung)
  • der elektronische Medikamentendispenser mit Erinnerungsfunktion
  • die Toilette mit Intimpflege
  • die automatische Herdabschaltung
  • die stationäre und mobile Aufstehhilfe
  • die Quartiersvernetzung (beispielsweise Kommunikations-, Überwachungs- und Notruffunktionen über eine IT-Plattform).

Die Kosten für diese Systeme werden nicht von der Pflegeversicherung übernommen, da bisher die jeweiligen evidenzbasierten Nutzennachweise nicht vorliegen. Außerdem liegt der Schwerpunkt der Versorgung immer noch auf Kompensation von Defiziten und kaum auf präventiven Maßnahmen. Unterschiedliche Träger finanzieren die getrennten Versorgungsbereiche Akutbehandlung, Rehabilitation und Pflege. Letztere wird weiterhin als Verrichtungsaufgabe vor allem der Familien betrachtet, ungeachtet der Tatsache, dass sich familiäre Strukturen zunehmend aus unterschiedlichen Gründen verändern oder ganz auflösen.

Weblinks[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. Grit Braeseke: Unterstützung Pflegebedürftiger durch technische Assistenzsysteme. Vortrag auf dem Deutschen Pflegetag, Berlin 2014