Altenheim

Aus PflegeWiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Das Altenheim ist eine stationäre Einrichtung, in der Menschen wohnen, betreut und versorgt werden, die aufgrund vorwiegend altersbedingter Beeinträchtigungen nicht in einer eigenen Wohnung leben können oder wollen. Die Terminologie ist allerdings uneinheitlich. Begriffe wie Altersheim, Feierabendhaus, Seniorenheim oder Seniorenresidenz werden synonym gebraucht, andererseits wird unter dem Begriff Altenheim teilweise auch ein Pflegeheim verstanden.

Stationäre Altenpflege[Bearbeiten]

Altenheime sind Teil der stationären Altenhilfe und -pflege. In dem Konzept einer nach dem Schweregrad der Hilfe- und Pflegebedürftigkeit differenzierenden Dreigliedrigkeit stationärer Altenpflegeeinrichtungen stellen Altenheime das mittlere Glied zwischen Altenwohnheim|Altenwohnungen und Altenpflegeheimen dar. Entsprechend ist das Altenheim für Bewohner vorgesehen, die nicht oder nur gering pflegebedürftig sind. Sie führen keinen eigenen Haushalt mehr und erhalten Hilfe bei der Reinigung der Zimmer und der Versorgung mit Speisen. Soweit vorhanden wird ein Hilfebedarf bei den Verrichtungen im Ablauf des täglichen Leben gedeckt und es werden soziale Betreuungsangebote vorgehalten.

Neuere Konzepte betonen stärker die Eigenverantwortlichkeit der Bewohner und setzen stärker an den noch vorhandenen Ressourcen der Bewohner an, indem sie etwa von der zentralen Essensversorgung abrücken und die Heime mit dezentralen Wohnküchen ausstatten.

Altenheime „alter Prägung“ haben in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung verloren und sind fast durchgängig durch reine Pflegeheime abgelöst worden bzw. umgebaut worden. Denn gleichzeitig hat die ambulante Altenpflege eine wesentliche höhere Bedeutung erlangt. Das Eintrittsalter der Bewohner in Heimen liegt heute deutlich über 80 Jahren.[1].

Sterbebegleitung im Altenheim[Bearbeiten]

Das Deutsche Institut für angewandte Pflegeforschung weist darauf hin, das in der stationären Altenhilfe die Verweildauer der BewohnerInnen abzunehmen scheine. Es stellt die Frage, "ob die auf Aktivität und Rehabilitation konzentrierten Ansätze der 80er Jahre" noch passten [2]. Die "würdige Begleitung des Lebensendes" müsse mehr Aufmerksamkeit bekommen [3]. "'Eine hospizliche Haltung und eine gute Palliativkompetenz gehören noch immer nicht zum Selbstverständnis jeder Pflegeeinrichtung. Nur so aber können alle Bewohnerinnen und Bewohner bis zum Lebensende würdevoll begleitet werden. Wir werden uns weiterhin mit unserem Wissen und unseren Möglichkeiten mit allem Nachdruck dafür einsetzen', so Dr. Birgit Weihrauch, Vorstandsvorsitzende des DHPV" in einer Presseerklärung am 25.4.2012 [4].

Für eine Diplomarbeit wurden Pflegekräfte in einem Altenheim zur Sterbebegleitung befragt [5]. Die meisten Pflegekräfte finden, ihnen bliebe unter Berücksichtung des Schichtdienstes nicht ausreichend Zeit für Gespräche mit den Bewohnern. Mehr als 3/4 der Befragten wünschten sich im Hinblick auf Sterbebegleitung der Bewohner noch Aus-, Fort- und/oder Weiterbildungen [6]. Mit Mitteln der Robert Bosch Stiftung wurde ein “interdisziplinäres Curriculum Palliative Praxis” entwickelt. Aus der Begründung: “In Altenpflegeeinrichtungen und in der häuslichen Pflege kommt den betroffenen alten Menschen noch zu wenig palliative Hilfe und Sterbebegleitung zugute. Das liegt auch daran, dass viele Mitarbeiter der stationären und ambulanten Altenhilfe nicht über spezielle, für die Begleitung alter Menschen geeignete Fachkenntnisse verfügen." Die Fortbildungen richten sich vor allem an Pflegehilfskräfte, weil sie besonders viel Zeit mit den BewohnerInnen verbrächten [7].

Träger von Altenheimen[Bearbeiten]

Träger von Altenheimen sind Kommunen, Verbände der freien Wohlfahrtspflege und freie Träger.

Rechtlicher Hintergrund[Bearbeiten]

Altenheime unterliegen den Vorschriften des Heimrechts und der baurechtlichen Vorschriften für Einrichtungen, die überwiegend oder ausschließlich von Menschen mit Behinderungen oder alten Menschen genutzt werden, etwa Barrierefreiheit, Türenbreite, Handläufe, Brandschutz etc.

Für die Leistungen der Altenheime, die Qualitätssicherung und die Heimentgelte ist das Pflegeversicherungsrecht und das Sozialhilferecht von großer Bedeutung, so etwa die Vereinbarungen und Regelungen, die zwischen den Pflegekassen, den überörtlichen Trägern der Sozialhilfe, den kommunalen Spitzenverbänden und den Vereinigungen der Träger der Einrichtungen geschlossen wurden und die auch gelten, wenn Bewohner nicht pflegebedürftig im Sinne der Pflegeversicherung sind.(Siebtes und achtes Kapitel des SGB XI, zehntes Kapitel des SGB XII)

Weblinks[Bearbeiten]

  • Aktuelle Fassung des Heimgesetzes auf den Internetseiten des Bundesjustizministeriums.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Papier zur stationären Altenpflege – Empfehlung des Deutschen Vereins
  2. Isfort, Michael (2008): Bericht über die wissenschaftliche Begleitung des Projektes: „Würdige Sterbebegleitung in den stationären und ambulanten Einrichtungen des Caritasverbandes für die Region Kempen-Viersen e.V.“ Deutsches Institut für angewandte Pflegeforschung e.V. (Hrsg.), Köln, Seite 14
  3. Würdige Sterbebegleitung Viersen zu einem Forschungsprojekt des DIP (2006 bis 2008).
  4. Deutscher Hospiz- und PalliativVerband zum 3. Pflege-Qualitätsbericht: Hospizhaltung und Palliativkompetenz müssen in Pflegeeinrichtungen selbstverständlich werden]
  5. Roswitha Strangmüller: Im Sterben ein Zuhause geben. Ein Konzept für die Entwicklung von Leitlinien zur Sterbebegleitung im Altenheim; Diplomarbeit am der Hochschule Regensburg Fakultät angewandte Sozialwissenschaften Studiengang Soziale Arbeit, Regensburg 2009
  6. Diplomarbeit Teil 2
  7. Curriculum Palliative Praxis