Arten von Wunden

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Akute / Chronische Wunden[Bearbeiten]

Akute Wunden entstehen durch Verletzungen von außen, sind somit also traumatisch (z.B mechanische Wunden, chemische Wunden, thermische Wunden) oder iatrogen (z.B. operative Wunden, Punktionswunden) bedingt. Sie sind scharf begrenzt und heilen i.d.R. primär und ohne Komplikationen ab. Typisch für akute Wunden ist zudem die kurze Heilungsdauer.


Zeigt eine Wunde nach 4 Wochen noch keine Zeichen einer Heilung, so spricht man von einer chronischen Wunde. Chronische Wunden entstehen durch Verletzungen oder Störungen der Wundheilung durch eine Grunderkrankung (z.B. Diabetes mellitus, Venenerkrankungen, Durchblutungsstörungen, Störungen des Immunsystems) und bleiben dadurch in einer Wundheilungsphase stecken. Sie haben unscharfe Wundränder und sind fast immer infiziert. Zur Beurteilung erfolgt eine Klassifizierung nach Grad und Farbe. Typische chronische Wunden stellen das Ulcus cruris oder der Dekubitus dar.

Äußere / Innere Wunden[Bearbeiten]

Äußere Wunden sind Wunden, die mit einer Gewebsdurchtrennung der Haut einhergehen. Man spricht in diesem Fall auch von einer offenen Verletzungen. Darunterliegende Weichteile oder Knochen können unter Umständen mitverletzt werden.


Bei inneren Wunden bleibt die Haut intakt. Die Gewebsdurchtrennung findet an inneren Geweben oder Organen statt.

Einfache / Komplizierte Wunden[Bearbeiten]

Einfache Wunden sind äußere Wunden ohne erheblichen Gewebeverlust, mit guter Durchblutung und geraden Wundrändern oder betreffen nur die Epidermis.


Komplizierte Wunden sind innere Wunden oder auch äußere Wunden mit großen Gewebeverlusten, schlechter Durchblutung und zerklüfteten Wundrändern.

Aseptische / Septische Wunden[Bearbeiten]

Aseptische Wunden entstehen unter sterilen Bedingungen in nicht infiziertem Gewebe (typischerweise Operationswunden, Einstichstellen von Gefäßzugängen) und sind somit keimarm. Um diesen Zustand zu erhalten und keine Hautkeime in die Wunde zu bringen muss beim Verbandwechsel auf eine korrekte Wischrichtung, von innen nach außen, geachtet werden. Aseptische Wunden heilen primär, schnell und komplikationslos ab.


Septische Wunden sind mit Keimen besiedelt und zeigen die typischen Entzündungszeichen. Vor allem Wunden mit tiefem Keimeintrag (z.B. Stichwunden) oder hoher Keimbelastung (z.B. Bisswunden) sind problematisch. Der Heilungsverlauf septischer Wunden ist stets verzögert. Beim Verbandwechsel soll eine Verbreitung der Keime außerhalb der Wunde verhindert werden, so dass diese Wunden früher von außen nach innen gereinigt wurden. Dies wird jedoch nach neuen Standard nicht mehr angewandt und es wird immer von innen nach außen gereinigt, da Studien gezeigt haben das die Keimbelastung bei beiden Wischrichtungen gleich ist.

Mechanische Wunden[Bearbeiten]

Mechanische Wunden entstehen durch Gewalteinwirkung von außen. Zu den mechanischen Wunden zählen Schnitt-, Stich- und Ablederungswunden ebenso wie Platz-, Quetsch-, Schürf- und Risswunden. Außerdem Kratz- und Bisswunden, sowie Schusswunden und Pfählungsverletzungen.

Thermische Wunden[Bearbeiten]

Thermische Wunden werden durch Hitze- oder Kälteeinwirkung verursacht und äußern sich als Verbrennung, Verbrühung oder Erfrierung. Dabei hängt das Ausmaß der Verletzung von der Dauer und Intensität der einwirkenden Noxe ab, die Heilungsprognose wird wiederum vom Ausmaß der Wunde (wie viel Prozent der Körperoberfläche sind betroffen) beeinflusst.

Verletzungen durch elektrischen Strom gehören auch zu den thermischen Wunden. Sie können neben den Haut- und Gewebsverletzungen zu lebensbedrohlichen Funktionsstörungen von Muskulatur und Herz führen.

Chemische Wunden[Bearbeiten]

Chemische Wunden entstehen durch Säuren oder Laugen und werden als Verätzungen bezeichnet. Das Ausmaß der Gewebszerstörung hängt dabei von Menge und Art der einwirkenden Substanz ab. Säuren führen zur Denaturierung des Körpereiweißes, so dass ihre Wirkung lokal begrenzt bleibt. Laugen dagegen verflüssigen das Gewebe, so dass ein Eindringen der Lauge in tiefe Gewebsschichten möglich wird und es zu ausgedehnten Verätzungen kommt.

Aktinische Wunden[Bearbeiten]

Aktinische Wunden entstehen durch ionisierende Strahlung (Röntgenstrahlung, radioaktive Isotope) und erinnern an Verbrennungswunden. Da die ionisierenden Strahlen allerdings auch den Gesamtorganismus belasten ist die Heilungstendenz beeinträchtigt. Das Ausmaß der Wunde, sowie der Wundheilungsstörungen hängt von der Dosis der Strahlenbelastung ab.


Weblinks[Bearbeiten]

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