Agnes Karll

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Agnes Karll (1868-1927) war eine Reformerin der deutschen Krankenpflege, sie war eine Pionierin in der freiberuflichen Pflege und hat die Berufsorganisation der Krankenpflegerinnen Deutschlands (BO) begründet, welche ein Vorläufer des Deutschen Berufsverbandes für Pflegeberufe (DBfK) war.


Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Biografie

[Bearbeiten] Krankenpflege



Die gemachten Erfahrungen in der Krankenpflege, wobei ihr die Mißstände des “Berufes” deutlich wurden, machten ihr die Notwendigkeit deutlicher Veränderungen bewußt. Agnes Karlls Vorstellung war es, die außerhalb der bisherigen Verbände arbeitenden Schwestern zu sammeln und ihnen in beruflicher, persönlicher und rechtlicher Beziehung den nötigen Rückhalt zu schaffen, ohne ihnen ihr Selbstbestimmungsrecht zu nehmen, denn die Arbeitsbedingungen der Krankenpflege im 19. Jahrhundert erinnern fast an “sklavenähnliche” Zustände, vor allem für die weiblichen Pflegekräfte:


Ein Aufenthalt in den USA bestärkten Agnes Karll in ihren Reformbestrebungen: Während des Aufenthaltes in den USA , lernte sie die Situation der amerikanischen Krankenpflege kennen, die sich im Vergleich zu der Pflegesituation in Deutschland sehr viel positiver darstellte. Systematisch suchte A. Karll Kontakt zu Frauen, die sich um Selbständigkeit und Selbsthilfe für Frauen bemühten, z.B. Minna Cauer, ohne jedoch dem radikalen Flügel der damaligen Frauenbewegung anzugehören. 1901 schrieb Sie eine Petition an die Regierung mit Forderungen, die auf eine Ausbildungsdauer von drei Jahren gerichtet waren, auf bessere Arbeitszeiten und eine ideelle und materielle Sicherstellung (Alter, Invalidität). Überall gab es Gegenwehr durch Ärzte, Verwaltungen und Politiker gegen diesen Versuch der Pflegerinnen auf ihre Berufskonzeption Einfluß zu nehmen und gegen eine staatliche Anerkennung. Trotz des Widerstandes trieb Agnes Karll die Gründung der Berufsorganisation der Krankenpflegerinnen Deutschlands voran (1903),dabei wurde Sie unterstüzt durch die Frauenbewegung. 1907 wurde die BO als Körperschaft rechtlich legitimiert.

[Bearbeiten] Arbeitsschwerpunkte der Berufsorganisation der Krankenpflegerinnen Deutschlands

1. Öffentlichkeitsarbeit und internationale Zusammenarbeit


2. Versicherungswesen


3. Ausbildungsgestaltung und Ausbildungsplatzvermittlung

Hilfreich bei diesen Forderungen der BO war die Tatsache, dass in der Pflege eine hohe Personalknappheit herrschte,


4. Arbeitsplatzgestaltung und kostenlose Stellenvermittlung


5. Sicherung der sozialen Situation der Pflegerinnen


6. Statistikarbeit


7. Wissenschaftliches Fundament für Krankenpflege ?



[Bearbeiten] Agnes Karlls Verdienste und Auswirkungen für die heutige Pflege

Agnes Karll erwirkte mit ihren Reformvorstellungen, daß die freie Krankenpflege in Deutschland unter Erwerbsbedingungen ausgeübt werden konnte. Sie initiierte damit den Verberuflichungsprozeß, der bis heute noch nicht abgeschlossen ist. In ihren Bemühungen um eine qualifizierte Pflege entkräftete sie nach und nach das Vorurteil, dass eine Krankenpflege als Lohnarbeit mit einem caritativen Gedanken nicht vereinbar ist. Sie erreichte , daß sich die Lage der in der BO organisierten Pflegerinnen wesentlich verbesserte.

Aktueller Bezug:


[Bearbeiten] Ehrungen

Nach Karll wurden das Institut für Pflegeforschung in Berlin (AKI), Kliniken in Bad Schwartau und Laatzen, eine Krankenpflegeschule in Tettnang, eine Straße in Gadebusch, Embsen und Mainz sowie einige Altenheime benannt.

Der DBfK und die Pflegefachzeitschrift „Die Schwester Der Pfleger“ haben für den Niederrheinischer Pflegekongress den „Agnes Karll–Preis“ ausgelobt.

[Bearbeiten] Literatur


[Bearbeiten] Weblinks


[Bearbeiten] siehe auch

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