Aerobie

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Aerobie (von lat. aer, Luft) bezeichnet Vorgänge, die Sauerstoff benötigen. Aerobe Lebewesen heißen Aerobier.

Im Gegensatz dazu bezeichnet die Bezeichnung anaerob Vorgänge, die unter Sauerstoffabschluss ablaufen; Lebewesen, die keinen Sauerstoff benötigen oder sogar an ihm sterben, heißen dementsprechend Anaerobier.

Aerobe Vorgänge sind z.B.

Chemisch betrachtet stellen aerobe Vorgänge Oxidationen dar. Wird die Sauerstoffzufuhr unterbrochen, so verlaufen häufig andere, anaerobe biochemische Reaktionen ab, insbesondere Gärungsvorgänge.

Ein Beispiel dafür ist der Stoffwechsel von Muskeln, auch beim Menschen. Normalerweise erfolgt die Energiegewinnung aerob durch Zellatmung. Wird der Muskel so stark beansprucht, dass die Sauerstoffversorgung nicht mehr ausreicht, dann schalten die Muskelzellen auf die Milchsäuregärung um, die allerdings weniger Energie liefert. Daher kommt es nach längerer starker Belastung zu einem Leistungsabfall. Lange Zeit glaubte man, dass die sich dabei ansammelnde Milchsäure für den Muskelkater verantwortlich sei. Diese Meinung ist allerdings durch elektronenmikroskopische Untersuchungen widerlegt. Sie zeigten, dass Mikrorisse in den Muskelfasern die Ursache des Muskelkaters sind. Ein überbelasteter Muskel weist also feine Risse (Mikrorupturen) in den Muskelfasern auf. Durch diese Risse dringt langsam Wasser ein, so dass sich nach einiger Zeit (24-36 Stunden) kleine Ödeme bilden. Die Muskelfaser schwillt durch das eindringende Wasser an und wird gedehnt. Der wahrgenommene Dehnungsschmerz ist der Muskelkater.