Abruptio placentae

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Wenn sich die Plazenta an normal sitzender Stelle vorzeitig löst, spricht man von einer abruptio placentae.

Ursachen[Bearbeiten]

  • Gefäßveränderung
  • infolge einer EPH-Gestose
  • im Rahmen einer Zwilligsentbindung (durch eine Verminderung des intrauterinen Druck, wenn der erste Zwilling geboren wurde)
  • menchanische Einwirkung auf den Bauch (Traumen)

Formen der Plazentalösung[Bearbeiten]

1. Zentrale Ablösung: Bei der zentralen Ablösung kommt es zu einem unterschiedlich großen retroplazentaren Hämatom. Bei dieser Form läuft kein Blut über die Vagina ab.

2. Seitliche Ablösung der Plazenta: Bei der seitlich liegenden Lösung führt das retroplazentare Hämatom zu einer vaginalen Blutung.

Das Ausmaß der Ablösung bestimmt die Gefahr für Mutter und Kind.

Leichte Form[Bearbeiten]

Ein Drittel der Haftfläche ist verloren gegangen. Es besteht in der Regel keine akute Gefahr. Schreitet die Lösung aber voran, kann dies zu einer Unterversorgung des Kindes führen.

Schwere Form[Bearbeiten]

Es lösen sich plötzlich große Teile der Plazenta (>1/3). Die Folge sind häufig Gerinnungsstörungen der Mutter. Nur selten überlebt ein Kind dieses Ereignis!

Symptome[Bearbeiten]

Die klinische Symptomatik ist abhängig von dem Grad der Lösung:

  • Uterus ist bretthart und schmerzempfindlich
  • Fundus steigt
  • Bei der Mutter Zeichen eines Volumenmangelschocks durch die Blutung
  • Gerinnungsstörung

Diagnostik[Bearbeiten]

  1. Ergibt sich aus den klinischen Symptomen
  2. Sonografie

VORSICHT! Die Menge des abgehendes Blutes darf nicht als Kriterium gewertet werden, da es nicht den tatsächlichen Blutverlust widerspiegelt.

Therapie[Bearbeiten]

  1. Wenn das Kind lebt, wird eine Sectio vorgenommen.
  2. Ist das Kind verstorben, wird eine vaginale Entbindung angestrebt.
  3. Ist die Blutung jedoch so weit fortgeschritten, dass keine Kontraktionen mehr zustande kommen, wird ebenfalls eine Sectio durchgeführt, um das Überleben der Mutter zu retten.