450-Euro-Job

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Ein 450-Euro-Job, auch Minijob genannt, ist eine so genannte geringfügige Beschäftigung in der Variante der geringfügig entlohnten Beschäftigung nach § 8 Abs. 1 Nr. 1 SGB IV. Die Geringfügigkeit ist dadurch definiert, dass das Arbeitsentgelt aus dieser Beschäftigung regelmäßig im Monat 450 Euro nicht übersteigt. Ein solches geringfügiges Beschäftigungsverhältnis ist renten- und unfallversicherungspflichtig, aber im Übrigen sozialversicherungsfrei. Von der Rentenversicherungspflicht kann sich der Beschäftigte befreien lassen.

Bis Ende 2012 lag die Entgeltgrenze bei 400 Euro. 2009 gab es in Deutschland etwa 4,9 Millionen geringfügig Beschäftigte.

Versicherungsfreiheit in der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung[Bearbeiten]

Ein Arbeitnehmer, der geringfügig beschäftigt ist, ist nicht pflichtversichert in der gesetzlichen Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung. Er braucht somit keine Beiträge für diese Versicherungen zu tragen, so dass sein Nettolohn entsprechend höher ausfällt. Da der Beschäftigte insoweit nicht versichert ist, genießt er aufgrund der geringfügigen Beschäftigung keinen Versicherungsschutz gegen das Risiko der Krankheit und Pflegebedürftigkeit, der Arbeitslosigkeit. Ein Versicherungsschutz tritt auch dadurch nicht ein, dass der Arbeitgeber einen Pauschalbeitrag an die Krankenversicherung abführen muss (siehe weiter unten).

Geringfügig Beschäftigte, die die geringfügige Beschäftigung neben einer Hauptbeschäftigung ausüben, sind in der Regel über die Hauptbeschäftigung sozialversichert. Oft sind (weibliche) geringfügig Beschäftigte über ihren Ehepartner in der gesetzlichen Krankenversicherung familienversichert. Krankenversicherungsschutz kann sich auch aus dem Bezug einer Sozialleistung neben der geringfügigen Beschäftigung ergeben, etwa Arbeitslosengeld, Arbeitslosengeld II, Rente oder Elterngeld.

Rentenversicherung[Bearbeiten]

Seit Anfang 2013 ist ein 450-Euro-Job nicht mehr rentenversicherungsfrei. Jedoch kann sich der Beschäftigte von der Versicherungspflicht in der Rentenversicherung befreien lassen (sog. Opt-out). Er muss den Antrag bei seiem Arbeitgeber stellen, der die Antragstellung der Minijobzentrale melden muss. Der Befreiungsantrag ist bindend für die gesamte Dauer des Beschäftigungsverhältnisses.

Der pflichtversicherte geringfügig Beschäftigte muss den Anteil des Rentenversicherungsbeitrags tragen, der über 15% hinaus geht. Das sind zur Zeit 3,9 % (Stand: 1. Januar 2013).

Abgaben durch den Arbeitgeber[Bearbeiten]

Der Arbeitgeber eines geringfügig Beschäftigten hat bestimmte Abgaben abzuführen, die er alleine tragen muss und die er nicht auf den Arbeitnehmer umlegen darf (Stand 1. Januar 2012).

  • 13% Pauschalbeitrag zur Gesetzlichen Krankenversicherung
  • 15% Pauschalbeitrag zur Gesetzlichen Rentenversicherung
  • 0,70% Umlage zum Ausgleich der Arbeitgeberaufwendungen bei Krankheit (Umlage 1), gilt nur für Arbeitgeber, die in der Regel nicht mehr als 30 Arbeitnehmer beschäftigen.
  • 0,14% Umlage zum Ausgleich der Arbeitgeberaufwendungen bei Mutterschaft (Umlage 2)
  • 0,04% Insolvenzgeldumlage (Umlage 3), gilt nicht für den öffentlichen Dienst
  • Beitrag zur Unfallversicherung (Höhe unterschiedlich)
  • 2% pauschale Lohnsteuer (die Pauschlasteuer darf der Arbeitgeber auf den Arbeitnehmer abwälzen.)

Besonderheiten gelten für Geringfügig Beschäftigte in Privathaushalten. Hier betragen die Pauschalbeiträge an die Kranken- und Rentenversicherung jeweils nur 5% und die Umlage 3 entfällt.

Bestandsschutz für Minijobs, die bereits am 31. Dezember 2012 bestanden haben.[Bearbeiten]

Für einen Minijob, der bereits am 31. Dezember 2012 bestanden hat, bleibt zunächst die alte Rechtslage, die an diesem Tag gültig war, weiter bestehen, solange in diesem Job die 400-Euro-Grenze nicht überschritten wird. Damit bleibt es bei der Rentenversicherungsfreiheit, mit der Möglichkeit, der freiwilligen Beitragsausstockung (sog. Opt-in) (§ 229 Abs. 5 SGB VI)

Steuerrechtliche Auswirkungen[Bearbeiten]

Das Arbeitsentgelt aus einem 450-Euro-Job kann durch den Arbeitgeber pauschal mit nur 2% versteuert werden. Möglich ist aber auch eine Versteuerung nach der jeweiligen Steuerklasse des Arbeitnehmers.

Diskriminierungsverbot[Bearbeiten]

Geringfügig Beschäftigte haben ebenso wie Vollzeitbeschäftigte Anspruch auf (bezahlten) Erholungsurlaub und auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall oder an Feiertagen. Auch der Pflegemindestlohn gilt für 450-Euro-Jobber, wenn in dessen Geltungsbereich eine entsprechende Tätigkeit ausgeübt wird.


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