Weltbevölkerungstag

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Der Weltbevölkerungstag, jeweils der 11. Juli, ist ein von der UNO propagierter Aktionstag. An ihm soll auf die mit dem Wachstum der Weltbevölkerung (Demografie) verbundenen Probleme hingewiesen werden.

Das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (United Nations Development Programme, UNDP), ist ein Exekutivausschuss innerhalb der UN-Generalversammlung und hat den Weltbevölkerungstag erstmals 1989 ausgerufen. Das UNDP wird vollständig aus freiwilligen Beiträgen der UN-Mitgliedstaaten finanziert. Die Organisation hat Länderbüros in 166 Staaten.

Geschichte[Bearbeiten]

Nach unbestrittenen Schätzungen hat 1987 die Weltbevölkerung die Zahl von fünf Milliarden Menschen überschritten. 2009 beträgt die geschätzte Zahl 6,7 Milliarden Personen weltweit. Dabei ist eine genaue Zahlenangabe nicht möglich. Die Größe der Weltbevölkerung vor 2000 Jahren, also zu Beginn unserer Kalenderrechnung, wurde auf weniger als 5 Prozent davon geschätzt, auf etwa 300 Millionen. Prognosen zeigen für die Zukunft, dass die Weltbevölkerung weiter wachsen wird. Die Weltbevölkerung wird mindestens bis 2050 weiter wachsen, etwa auf prognostizierte acht bis neun Milliarden Menschen und insbesondere der Anteil der in den Städten lebenden Menschen wird weiter ansteigen. Erstmals werden 2050 in der gesamten Erdgeschichte mehr alte Menschen als Junge auf der Welt leben.

Diese Entwicklung läuft regional sehr verschieden: in vielen Ländern Afrikas ist das Bevölkerungswachstum fast ungebremst und ansteigend (bei gleichzeig hohen Todeszahlen im Erwerbsalter), während es in Südasien, Lateinamerika und vor allem Ostasien schon rückläufig ist. Typisch sind die Anstrengungen dazu in China und Indien. In Westeuropa liegt die Geburtenrate bei null und in Osteuropa schon etwas im negativen Bereich (Schrumpfen der Einwohnerzahlen).Von heute rückwärts betrachtet hat Frankreich 115 Jahre benötigt, um den Bevölkerungsanteil der Alten zu verdoppeln. Das riesige Land China brauchte dafür nur die letzten 27 Jahre. Die Wirtschaftsentwicklung wird mit dieser rasanten "Vergreisung" vermutlich nicht Schritt halten.

Sollte die Geburtenraten auch in den "jungen" Ländern (vom Altersdurchschnitt her) zurückgehen und die medizinische Versorgung immer besser werden, was generell überall zu fördern ist, hat das allerdings auch Auswirkungen für die jeweilige Bevölkerungsprognose. Denn dadurch ändert sich langfristig die Altersstruktur der Bevölkerung. Der Anteil Älterer wird steigen. Es wird zu jeweils zu einer ähnlichen Entwicklung kommen wie in Westeuropa und Nordamerika zwischen 1980 und 2030 (Die Bevölkerung altert im Gesamtdurchschnitt, der Anteil junger Menschen wird geringer, die Einwohnerzahl stabilisiert sich oder nimmt sogar etwas ab). In den reichen Industrienationen brachte die veränderte Alterspyramide die Rentensysteme ins Wackeln. In den wenig entwickelten Ländern existieren solche Versorgungssysteme gar nicht.Dort ziehen die Jugendlichen in die Stadt und die Alten bleiben auf dem Land zurück. Vor allem alte Frauen verelenden auf diese Weise, weil sie weltweit am ältesten werden.

Die Globalisierung hat auch dafür Konsequenzen: z. B. wenn vorausgesetzt wird, dass ein genügend großer Teil des in den Entwicklungsländern produzierten Kapitalertrags/Mehrwerts wirklich dort bliebe, könnte evtl. dort mit diesem Geld ein funktionierendes Alterssicherungssystem aufgebaut werden (damit ist gegenwärtig allerdings kaum zu rechnen).

Zitat[Bearbeiten]

"Während die Industrienationen zuerst reich wurden und dann alterten, werden die Entwicklungsländer altern, bevor sie es zu Reichtum gebracht haben."
Gro Harlem Brundtland, Generaldirektorin der Weltgesundheitsorganisation WHO, April 2002 beim UNO-Forum über das Altern der Weltbevölkerung in Madrid.

Siehe auch[Bearbeiten]

  • Weltaltenplan der UN (erstmals 1982 von den Vereinten Nationen verabschiedet. Engl: International Plan on Ageing)

Literatur[Bearbeiten]

  • Herwig Birg: Die Weltbevölkerung. Dynamik und Gefahren. C.H.Beck, 2003, 2. Auflage 2004. 144 S. ISBN 978-3-406-51919-2

Weblinks[Bearbeiten]