3. Grundbegriffe und Anwendungsgebiete der Pädagogik

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Sozialisation[Bearbeiten]

Prozesse, in denen das Normen- und Wertesystem, die Regeln und Erwartungen der Gesellschaft tradiert werden und von der jungen Generation eine gewisse Anpassung eingefordert wird. Dieser Anpassungprozess unterschiedet sich je nach Zeit, Schichtzugehörigkeit (sozialer und Bildungsschicht) und Geschlecht. Erwartungen, die mit der jeweiligen Sozialerrolle verknüpft sind, werden während der Sozialisation erlernt.

Die Erziehungswissenschaft[Bearbeiten]

Die Erziehungswissenschaft hat als Gegenstand das pädagogische Handeln (Praxis) und das Nachdenken über Erziehung (Theorie): Ziele und Normen, Methoden und Modelle, geschichtliche und gesellschaftliche Zusammenhänge, anthropologische Voraussetzungen und institutionelle Bedingungen. Als Wissenschaft ist Pädagogik Theorie; ihr Studium lehrt nicht "erziehen", sondern "Erziehung reflektieren". Bei Erziehung handelt es sich um ein Verhältnis zwischen den Generationen; es besteht also ein Verhältnis zwischen „Hilfegeber und Hilfenehmer“. Dabei beruht "Führung" auf einem personalen Vertrauensverhältnis zwischen Erzieher und Zögling(en), wobei nicht gegängelt wird, sondern alles auf die vertrauende und auch einsichtige Zustimmung des Zöglings ankommt. Es handelt sich um "Auseinandersetzung" mit der gegenwärtigen Kultur, nicht um ein bloßes Übernehmen und Reproduzieren von Kultur, die von äußerlichen Verhaltensweisen über Sprache, Fertigkeiten, Wissenschaft usw. bis zu Grundüberzeugung reicht.

Enkulturation[Bearbeiten]

Der Prozess der Eingliederung in die Kultur, das Erlernen kulturspezifischer Inhalte und Fertigkeiten, die Übernahme kultureller Wesensmerkmale des Menschen (z.B. Sprache, Sittlichkeit, Kommunikation, Kunst, Religion usw.), (J. Keller, F. Nowak: Kleines Pädagogisches Wörterbuch, 1996, s.106).

Anwendungsbereiche der Pädagogik:

- Schulpädagogik - Erwachsenenbildung - Heil und Sonderpädagogik

Schulpädagogik[Bearbeiten]

Schulpädagogik ist eine Teildisziplin der Erziehungswissenschaft. Als Inhalt hat sie einige Besonderheiten, die sie unterscheidet von anderen wissenschaftlichen Teilbereichen. Die Schulpädagogik beinhaltet Theorie sowie Praxis. Sie ist eine Entwicklungswissenschaft, welche versucht die Schulen weiterzuentwickeln und den Lehrer und Schüler dabei zu unterstützen den Schultag attraktiver zu machen. Trotz verschiedener Konzepte, die in der Reformpädagogik begründet sind, wird das individuelle Lernen stärker betont. Neue Methoden und Handlungsperspektiven sollen Lehrern und Schülern Möglichkeiten eröffnen die Schule als Lern und Bildungsort zu erleben.

Erwachsenenbildung[Bearbeiten]

Die ersten Ansätze zu Lese- und Literaturgesellschaften gab es im Bürgertum des 18. Jahrhunderts, Ende des 19 Jahrhunderts entstanden die ersten Volksbildungsvereine. Träger und Anbieter öffentlicher Erwachsenen- bzw. Weiterbildung sind u.a. die Familienbildungsstätten, Volkshochschulen, Heimvolkshochschulen und Gewerkschaftsbildungsstätten der Kammer (z.B. Industrie und Handelskammer). Die Matura, die allgemeine Hochschulreife, kann an einer Abendschule, per Fernunterricht sowie in Tagesform und ebenfalls an einem Kolleg erworben werden. Es gibt auch Einrichtungen, die Weiterbildung ausschließlich über das Internet als E-learning betreiben.

Ziele der Pädagogik[Bearbeiten]

Im Anschluss an den Philosophen Immanuel Kant gibt es eine Sichtweise, dass Pädagogik (als Handlungswissenschaft) der pädagogischen Handlung Wissen zu Verfügung stellen solle und dass diese Handlung dazu diene „Mündigkeit und Selbstbestimmung“ bei Heranwachsenden und „Bildung“ bei Erwachsenen zu unterstützen und zu fördern.

Heil- und Sonderpädagogik[Bearbeiten]

Bedeutet nicht heilen in medizinischen Sinne = die Wiederherstellung eines Gesunden, beeinträchtigungsfreien Zustandes, sondern eine Betrachtung, Behandlung und Integration des Menschen, wobei der wichtige Grundgedanke der Heilpädagogik, die „Ganzheitlichkeit“ bedeutet: also nicht Behinderung oder erschwerte Bedingungen und deren Behebung dürfen/sollen Gegenstand der Heilpädagogik sein. Aus diesem Blickwinkel ist der ganze Mensch mit all seinen Fähigkeiten, Problemen und Ressourcen sowie seinem sozialen Umfeld bei dem Problemlösungsprozess zu betrachten und mit einzubeziehen.

Aufgaben der Heilpädagogik[Bearbeiten]

Menschen mit Verhaltenstörungen oder mit geistigen, körperlichen und sprachlichen Beeinträchtigungen sowie deren Umfeld durch die entsprechenden pädagogisch–therapeutischen Angebote zu helfen. Durch gezielte pädagogische Maßnahmen wird die Persönlichkeit, die Eigenständigkeit, die Gemeinschaftsfähigkeit sowie die persönliche Kompetenz der betreuten Mensch unterstützt.

Sonderpädagogik[Bearbeiten]

Sonderpädagogik ist eine Wissenschaft, die man an einer Universität studieren kann. Sie ist den Fachbereich Erziehungswissenschaften untergeordnet. Sie beschäftigt sich mit der schulischen und außerschulischen Erziehung und Förderung von Menschen mit Behinderungen und der Hinführung zur Selbstständigkeit oder der Erhaltung von Fähigkeiten und Funktionen.

Als Teilbereich allgemeiner pädagogischer Theorie und Praxis beschäftigt sich die Sonderpädagogik mit Menschen, die eine bestimmten besonderen Förderbedarf aufweisen, um ihr Recht auf eine entsprechende Bildung und Erziehung zu ermöglichen. Die Menschen mit Förderbedarf werden unterstützt und begleitet durch individuelle Hilfen, um eine schulische und berufliche Eingliederung und selbstständige Lebensgestaltung zu erlangen. Neben der sonderpädagogischen Betreuung in speziellen Einrichtungen für Menschen mit Behinderung soll ein gemeinsamer Unterricht in Integrationsklassen treten, damit Kinder mit und ohne Behinderung frühzeitig lernen miteinander umzugehen (auch im Kindergarten wird das praktiziert).