24-Stunden-Pflege

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Begriffe Rundumpflege, 24-Stunden-Pflege, Pflege Rund um die Uhr, 24-Stunden-Anwesenheitspflege (in diesem Artikel wird durchgängig der Begriff 24-Stunden-Pflege verwendet).

Definition[Bearbeiten]

Häusliche 24-Stunden-Pflege ist eine Sonderform der häuslichen Pflege, bei der der pflegebedürftige Mensch in seinem häuslichen Bereich umfangreich versorgt wird. Die Pflegekräfte bleiben während ihres Pflegeeinsatzes rund um die Uhr im Haushalt der zu versorgenden Person. Sie leisten dabei in der Regel die Grundpflege, führen den Haushalt und begleiten und unterstützen den Pflegebedürftigen in seinem Alltag.

24-Stunden-Pflege ist individuelle und bedürfnisgerechte Pflege zu Hause. Das Verhältnis 1:1 von Pflegekraft und Pflegebedürftigem ermöglicht Bezugspflege. Üblich sind Einsätze von 14 Tagen bis zu mehreren Monaten. Die fachliche Qualifikation der Pflegekräfte variiert stark. Sie reicht von angelernten Kräften ohne jegliche Pflegeausbildung über pflegerisch geschulte Kräfte mit Praktika oder Kräften mit einjähriger Ausbildung bis hin zu examinierten Fachkräften aus der Alten und der Gesundheits- und Krankenpflege. Die Tätigkeit wird sowohl von freiberuflichen als auch von angestellten Pflegekräften ausgeübt.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Anfänge (1969 bis 1986): Der Notmütterdienst e.V. (NMD) wurde im Jahr 1969 vom Ehepaar Hesser in Frankfurt/Main als gemeinnützige Organisation ins Leben gerufen. Zunächst beschränkte sich das Angebot auf die Betreuung von Kindern, die durch die Erkrankung der eigenen Mutter dringend versorgt werden mussten. Die Leistungen wurden von der Krankenkasse getragen (SGB V § 37 Abs. 2). Später begann der Notmütterdienst auch Senioren zu Hause zu betreuen. Momentan hat der Notmütterdienst Niederlassungen in Frankfurt (Bundeszentrale), Hamburg und Berlin.

Weitere Marktentwicklung[Bearbeiten]

Bis um das Jahr 2000 wurde die häusliche 24-Stunden-Pflege ausschließlich mit inländischen (deutschen) Kräften geleistet. Mit beginnender EU-Erweiterung Richtung Osten kamen zunächst zögerlich, dann immer stärker zunehmend, Pflegekräfte aus Polen, Ungarn, Tschechien und anderen Staaten Osteuropas nach Deutschland. Das Einkommensgefälle zwischen diesen Ländern und den alten EU-Ländern war sehr groß. Für diese Kräfte war es attraktiv, zu – aus hiesiger Sicht – extrem niedriger Bezahlung zu pflegen. Es entstand ein illegaler Pflegemarkt, in dem nach Schätzungen etwa 100.000 Pflegekräften tätig sind. Bei den Beitrittsverhandlungen mit den neuen EU-Ländern setzte Deutschland Beschränkungen der Freizügigkeit bei der Arbeitsmigration bis Ende 2010 durch. Dadurch war eine legale Pflege durch Osteuropäerinnen bis 2011 fast nicht möglich. Mit dem Jahr 2011 endete diese Frist. Inzwischen gibt es eine Reihe von mehr oder weniger legalen Modellen, mit denen Kräfte aus den neuen EU-Ländern in Deutschland pflegen. Eine gute Handreichung zum Thema hat der Pflege-Selbsthilfe-Verband erarbeitet (siehe Link).

Links[Bearbeiten]

  • Notmütterdienst:[1]
  • Verbraucherinformationen zur Rund um die Uhr Pflege [2]