1.7 Das Unbewusste und veränderte Bewusstseinszustände

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Dies ist der Abschnit 1.7 Das Unbewusste und veränderte Bewusstseinszustände eines Unterrichtsprojektes. Es geht um verschiedene Aspekte des Bewusstseins.

Interview mit Sigrid Kundela:[Bearbeiten]

Sie arbeitete als Journalistin, bevor sie bei einem Autounfall ein schweres Schädel-Hirn-Trauma erlitt und lag daraufhin zwei Wochen im Wachkoma.

Nachdem Sigrid aufgewacht war, konnte sie sich vorerst an gar nichts mehr erinnern und wurde erst nach einem halben Jahr sich ihrer selbst bewusst.

Aus Erzählungen weiß sie, dass sie nur Englisch sprechen konnte. Sie war in ihrer Kindheit für ein halbes Jahr Austauschschülerin in England, wo es ihr sehr gut gefallen hat und sie viele positive Eindrücke mit nach Hause nehmen konnte. Möglich wäre, dass ihr Unterbewusstsein versucht hat, dieses traumatische Erlebnis zu kompensieren und Sigrid an ihre Kindheit erinnert hat.

Während ihres Spitalaufenthaltes, wo sie mühsam wieder sprechen, gehen und viele andere alltägliche Dinge erlernen musste, war sie fester Überzeugung als Journalistin im Spital zu recherchieren. Die Ärzte ließen Sigrid in diesem Glauben und sie durfte täglich am Computer im Dienstzimmer schreiben. Niemand, außer ihrem Unterbewusstsein, weiß warum und was sie überhaupt geschrieben hat.

Als sie wieder im Dienstzimmer "arbeitete", kam ihr Bruder zu Besuch. Der diensthabende Arzt sagte zu ihm: ,,Schaun`s, ihre Schwester kann schon grammatikalisch richtige Sätze sprechen." Daraufhin drehte sich Sigrid um und sagte zum Arzt: ,,mai, bist du schiach!" Bis heute weiß Sigrid nicht, warum sie das gesagt hat.

Dies weiß Sigrid heute alles nur von Erzählungen.

Wäre es möglich, dass sie in dieser Zeit von ihrem Unterbewusstsein gesteuert wurde?

Sigrid fiel nach einem halben Jahr in eine schwere Depression - ein Arzt hat ihr empfohlen dieses Trauma in Form eines selbstgeschriebenen Buches aufzuarbeiten (Mein neues Leben, ISBN 3-900993-49-1). Dies hat so gut funktioniert, dass sie eine Selbsthilfegruppe gegründet hat, welche ehemaligen Wachkomapatienten und deren Angehörigen hilft, ins alltägliche Leben zurückzufinden. Heute führt Sigrid Kundela wieder ein aktives und erfülltes Leben.

Das Unterbewusstsein[Bearbeiten]

Sigmund Freud ist uns allen ein Begriff. Er war ein bedeutender österreichischer Facharzt für Psychiatrie und Neurologie, Psychoanalytiker und DER Entdecker des Unterbewusstseins. Freud war der Erste der die Zusammenhänge zwischen Bewusstem, Vorbewusstem und Unterbewusstem erkannt hat. Außerdem vertritt er die Theorie des "ES", "ÜBER-ICH" und "ICH".

Begriffserklärung:[Bearbeiten]

Unser Unterbewusstsein ist die Summe aller Vorstellungen, Erinnerungen, Eindrücke, Motive, Einstellungen und Reaktionen, die in uns sind, die aber zur Zeit nicht aktiv sind. Viele unserer lebensnotwendigen Funktionen laufen gänzlich unbewusst ab. Wir denken z.B. weder über unsere Blutzirkulation noch über unsere Verdauung nach - das funktioniert wie von allein. Aber auch in unserer Psyche befinden sich einige Bereiche in den Tiefen unseres Unbewussten. Alles was im Moment aktiv ist, ist uns bewusst.

Theorie Freud's "Es, Ich und Überich"[Bearbeiten]

Ein Neugeborenes ist von Trieben und Instinkten gesteuert. Freud bezeichnet dies als "Es". In der Entwicklung des Kindes entsteht das Gewissen, welches als "Über-Ich" bezeichnet wird. Sobald das Kind sich seiner Persönlichkeit bewusst ist, spricht man vom "Ich".

Die Funktion:[Bearbeiten]

Das Unterbewusstsein arbeitet wie eine Maschine, zuverlässig und zielsicher. Man kann es schulen, positiv oder negativ, wobei beide Methoden wirksam sind. Die „Programme“ des Unterbewusstseins können gelöscht oder verändert werden. Unser Unterbewusstsein nimmt das Wort „NICHT“ nicht wahr,

                    z.B. Denk jetzt nicht an eine Sachertorte mit Schlagobers! 

... Woran denkst du gerade? http://www.smiliegifs.de/SMILIES/Lustige/lachen.gif

Die Aufgabe:[Bearbeiten]

Unser Unterbewusstsein hat die wichtige Funktion, die Dinge wahrzunehmen, die wir nicht alle bewusst aufnehmen können. Wenn wir mal überlegen, wie viele Eindrücke in jedem Moment auf uns einströmen – visuelle und akustische Reize, wie Farben, Formen, Bilder, Töne, Geräusche und Stimmen, aber auch sensitive Reize, z.B. Berührungen, ein kalter oder warmer Luftzug, Schmerzen usw. Wie viel aber davon nehmen wir wirklich wahr? Nur einen winzigen Bruchteil. Und das ist auch gut so, sonst würden wir alle völlig überfordert sein und durchdrehen. Unser Unterbewusstsein weiß mehr als wir. Da unser Unterbewusstsein sehr viel mehr aufnimmt, als wir bewusst wahrnehmen, kann es uns in entscheidenden Momenten den Weg weisen. Das nennt man dann auch Intuition. Dann macht sich unser Unterbewusstsein durch eine Stimme im Kopf oder ein komisches Gefühl im Bauch bemerkbar. Wir spüren z.B. bei einer anstehenden Entscheidung, wofür wir uns entscheiden müssen oder wir spüren instinktiv eine drohende Gefahr.

Ein kleines Beispiel:

Stell dir vor, du fährst in der U-Bahn, plötzlich steigt ein Mann ein und dein Gefühl sagt dir aufgrund seines Aussehens: Pass auf, der könnte mir gefährlich werden. In diesem Moment arbeitet dein Unterbewusstsein auf Hochtouren, weil du den Mann mit negativen Erlebnissen verbindest.

Manchmal kommen auch ganz plötzlich Gefühle auf und wir müssen ohne ersichtlichen Grund lachen oder weinen. Unser Unterbewusstsein lässt uns bestimmte Dinge sagen, die wir mit ein bisschen mehr Überlegung so nicht gesagt hätten. Es lässt uns Dinge vergessen, es sorgt dafür, dass wir eine bestimmte Entscheidung treffen. Es versucht uns durch Unwohlsein, Erkrankungen oder ähnlichem von etwas abzubringen, z.B. Prüfungsangst.

Die Macht des Unterbewusstseins[Bearbeiten]

Unser Unterbewusstsein hat viel Macht und Einfluss auf folgende Bereiche unseres Lebens:

  • Unsere Verhaltensweisen und Reaktionen
  • Unsere Einstellungen und Überzeugungen
  • Unsere Wahrnehmung
  • Die Bedeutung, die wir Dingen geben
  • Unsere Gesundheit und Wohlbefinden
  • Unsere Leistungsfähigkeit und persönliche Erfolge

Das Unterbewusste kennen lernen:[Bearbeiten]

Es ist nicht leicht, unser Unterbewusstsein besser kennen zu lernen, gerade weil uns ja vieles nicht bewusst ist. Wir können uns aber einfach mit viel Neugier und Aufmerksamkeit selbst beobachten. Ausserdem können wir auch durch gezielte Übungen mehr über unsere unterbewussten Prozesse erfahren.

z.B. Es ist hilfreich, sich selbst einmal auf Video aufzunehmen und anzusehen. Das neutrale Auge der Kamera zeigt uns ungeschminkt, wie wir uns verhalten.

Das Unterbewusstsein ist ständig aktiv. Wir haben aber nicht immer Kontakt und Zugriff dazu. Auch wenn wir schlafen, ist unser Unterbewusstsein aktiv. Es produziert Bilder und ganze Spielfilme – unsere Träume. Den Kontakt zum Unterbewusstsein kann man trainieren. Ein gutes Beispiel für eine positive Beeinflussung wäre das Autogene Training, Autosuggestion und Hypnose.

Autogenes Training: ist ein Entspannungsverfahren, bei dem sich über Selbstbeeinflussung Entspannung im gesamten Körper über das Vegetative Nervensystem fördern lässt, dadurch können wir uns Entspannen und unser Unterbewusstsein positiv Beeinflussen z.B. unsere Schlafstörungen in den Griff bekommen, Konzentrationsstörungen beheben, Verspannungen lösen uvm.

Autosuggestion: Oft haben wir in bestimmten Lebensbereichen Probleme und wissen nicht warum. Man sagt dann "Das kann ich nicht", "Ich bin ein Versager". Durch Autosuggestion findet ein psychologischer Umkehrprozess statt (vom Pessimist zum Optimist). Das Unterbesusstsein lernt wieder positiv zu denken. Funktioniert mit Akupunkturpunkten und Selbstbejaungsformeln, kann auch noch mit Bach-Blüten unterstützt werden.

Hypnose: Wenn wir wach sind, sind wir auf unsere Umwelt konzentriert. Bei der Hypnose wird unsere Aufmerksamkeit von einem Therapeuten nach innen gelenkt. Wir befinden uns in einem Trance-Zustand, um unsere Bewusstseinlage zu verstehen und eventuell umzupolen.

Auch wenn wir vieles, was unser Unterbewusstsein zu sagen versucht, nicht verstehen und wenn wir uns auch öfter über unsere unbewussten Handlungen ärgern, eines ist wichtig: Unser Unterbewusstsein will nur das Beste.

Man handelt in der Regel immer nach bestem Wissen und Gewissen. Es kann nur sein, dass die grundlegenden Botschaften für unser Vorhaben ungünstig sind.

z.B. Wenn dir ständig gesagt wird, dass du zu dick bist, und du aufgrund deiner Essgewohnheiten sicher nie abnehmen wirst, kann es sein dass das Unterbewusstsein alle Versuche abzunehmen verhindert, z.B. durch die Reaktion des Frustessens. Es möchte vielleicht so, vor Enttäuschungen schützen.

Das Bewusstsein filtert die Informationen und ordnet sie nach Ort, Zeit und Personen analystisch zu.

Eindrücke können so flexibel bearbeitet werden.

Erlebt die Person ein traumatisches Geschehen (Unfall, Schock, Operation o.Ä.) ist das Bewusstsein in diesem schmerzhaften Moment überfordert. Viele Daten und Informationen werden verdrängt und geraten so ins Unterbewusstsein und werden dort zeitlos gespeichert.

Literaturverzeichnis[Bearbeiten]

Weblinks, Internet[Bearbeiten]

http://www.zeitzuleben.de/2378-das-unterbewusstsein-eine-einfuhrung/

http://de.wikipedia.org/wiki/Sigmund_Freud

http://www.philolex.de/freud.htm

Siehe auch[Bearbeiten]