Soziotherapie

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Definition[Bearbeiten]

Das Wort Sozio- bzw. Sozialtherapie setzt sich zusammen, aus den Begriffen:

  • Sozial: (lat. Socialis ) die Gemeinschaft, Gesellschaft betreffend.(vgl. Pschyrembel Klinisches Wörterbuch 257. Auflage, S. 1434)
  • Therapie: (gr. Pflege, Heilung) Behandlung von Krankheiten, Heilverfahren (vgl. Pschyrembel Klinisches Wörterbuch 257. Auflage, S.1525)

Eine allgemeine Definition des Begriffes "Soziotherapie" besteht z.Z. nicht. Vielmehr kann man ihn als einen Oberbegriff von bestimmten Therapiemethoden betrachten, die sich hauptsächlich um die zwischenmenschlichen Beziehungen und um die Umgebung (Milieu) eines psychisch veränderten Menschen bemüht

Dieses gliedert sich in folgende Teile:


Unter Soziotherapie versteht man die therapeutische Beeinflussung psychischer Krankheiten oder psychisch Kranker durch Interventionen im sozialen Umfeld der PatientInnen. Mit dem sozialen Umfeld sind nicht die physikalischen Umweltbedingungen, wie z.B. die Raumtemperatur, sondern die soziale Umwelt der PatientInnen, ihre Beziehungen und Kontakte, ihre sozialen Rollen, ihre Aktivitäten und Lebensräume gemeint. Die Soziotherapie ist die älteste Form der Therapie psychisch Kranker.

Oft wird zwischen spezifischer und unspezifischer Soziotherapie unterschieden. Laut Müller (1981) ist unter Soziotherapie mehreres zu verstehen, sowohl das psychologische Klima des Milieus, in der der Patient sich aufhält, als auch gezieltere Maßnahmen, wie bespielsweise Kriseninterventionen, Rehabilitation, aber auch Beschäftigung, Freizeitgestaltung und Unterricht.

Finke und Teusch (1982) unterscheiden Soziotherapie in die Bereiche:

Verschiedene Autoren sind der Ansicht, dass Soziotherpie nicht eine spezielle Therapieform neben anderen ist, sondern dass sie die Grundlage allen therapeutischen Handelns in der Psychiatrie bilden sollte (z.b. Bauer/Dress 1980; Dörner/Plog, 1996).

Nach deutschem Sozialrecht ist Soziotherapie eine Krankenkassenleistung gemäß § 37a SGB V.

Soziotherapie in der psychiatrischen Krankenpflege[Bearbeiten]

Soziotherapie in der psychiatrischen Krankenpflege bedeutet, sich vor allem mit den alltäglichen Fähigkeiten der Patienten und der Förderung der gesunden Anteile zu befassen. Der Psychiater Klaus Dörner und die Diplom Psychologin Ursula Plog verstehen Soziotherapie als Konfrontation mit dem alltäglichen Leben, um die „nicht an Krankheit gebundenen Anteile der Patienten zu fördern“. Sie betrachteten Soziotherapie als Basis therapeutisches Handels in psychiatrischen Einrichtungen. Ableitend daraus kann man alle pflegerischen Tätigkeiten in der Psychiatrie, mit dem Begriff Soziotherapie beschreiben. Im Leitfaden zur „Qualitätsbeurteilung in Psychiatrischen Kliniken“ wird die Soziotherapie (Milieu -Th.) als „Grundorientierung für das Pflegepersonal“, als sinnvoll erachtet. Und als ein Behandlungsansatz gesehen der umweltbedingte, soziale und interpersonelle Faktoren betont.


Definition für die Krankenpflege[Bearbeiten]

Für die Krankenpflege kann Soziotherapie wie folgt definieren werden:

  • Soziotherapie beschäftigt sich mit der unmittelbaren Realität des Alltagslebens.
  • Soziotherapie ist die Basis allen therapeutischen Handels in der Psychiatrie


Soziotherapie ist eine Hilfestellung für psychisch kranke Menschen, krankheitsbedingte Schwierigkeiten im Alltag zu mildern oder zu bewältigen.

Sie beeinflusst psychische Krankheit durch Maßnahmen im Bereich des konkreten Alltagslebens der Patienten.

Soziotherapie hat das Ziel, dass Patienten mit den Anforderungen des Alltagslebens fertig werden. Auf eine Art und Weise, die ihnen selbst und ihrer Umwelt gerecht werden.


Literatur[Bearbeiten]

  • Dörner/Plog, 1996
  • Finke und Teusch (1982)
  • Müller (1981)
  • Bauer/Dress 1980;


Weblinks[Bearbeiten]