Sekundäre Wundheilung

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Bei Wunden, die nicht primär oder nicht rechtzeitig verschlossen werden können oder die von Erregern verunreinigt sind, findet eine sekundäre Wundheilung statt (Wundheilung p.s. - lateinisch sanatio per secundam intentionem). Solche Wunden heilen offen ab. Die Reparationsvorgänge gleichen denen der primären Wundheilung. Der Gewebedefekt wird nach und nach mit Granulationsgewebe aufgefüllt und dann zu Narbengewebe umgebaut. Allerdings ist hier der Prozess aufwendiger, störanfälliger und beansprucht weitaus längere Zeit. Der Durchmesser einer gut granulierenden Wunde kann pro Tag 1 bis 2 mm abnehmen.

Eine sekundäre Wundheilung nach operativen Eingriffen ist nicht unbedingt ein Hinweis auf ungenügende Sorgfalt des ärztlichen oder pflegerischen Personals. In nicht wenigen Fällen ist eine Wundheilungsstörung oder Nahtdehiszenz bedingt durch schlecht durchblutetes oder vorgeschädigtes Gewebe (zum Beispiel bei Adipositas, Diabetes mellitus, nach Bestrahlung).

Beispiele für sekundäre Wundheilung:

  • primär verschlossene, aber infizierte Wunden (z.B. Platzbauch)
  • große Gewebsdefekte (z.B. Brandwunden)
  • tophische Störungen (z.B. Ulcus cruris)
  • eitrige, infizierte Wunden
  • zerfetzte oder gequetschte Wundränder, die nicht anfrischbar sind (z.B. Bisswunde)
  • mit Fremdkörpern durchsetzte Wunden
  • unter Spannung stehende Wunden
  • bei unvollständigem Débridement der Wunde
  • chronische Wunden

Siehe auch[Bearbeiten]